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ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Moderate US-Inflationsdaten begeistern Anleger

PARIS/LONDON (dpa-AFX) -Europas wichtigste Aktienmärkte haben am Donnerstag mit massiven Gewinnen auf die jüngsten Inflationszahlen aus den USA reagiert. Der EuroStoxx 50 EU0009658145 kletterte auf den höchsten Stand seit Juni und schloss mit einem Plus von 3,18 Prozent bei 3846,56 Punkten. Der französische Cac 40 FR0003500008 gewann 1,96 Prozent auf 6556,83 Zähler und der britische FTSE 100 GB0001383545 stieg um 1,08 Prozent auf 7375,34 Punkte.

Die Euphorie an den Börsen folgte einem überraschend moderaten Anstieg der US-Verbraucherpreise im Oktober. Dies könnte weniger starke Leitzinsanhebungen durch die US-Notenbank Fed zur Folge haben. Die Fed hatte auf den letzten vier Sitzungen den Leitzins um jeweils 0,75 Prozentpunkte erhöht.

"Die Inflation ist auf deutlichem Rückzugskurs", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Fed-Chef Powell habe Grund zum Durchatmen. "Wenn es zu keinen weiteren externen Schocks kommt, werden die Teuerungsraten im kommenden Jahr noch merklicher fallen", schrieb Gitzel. Für die Fed rücke also der Zeitpunkt, an dem sie von weiteren Zinsanhebungen absehen könne, näher.

Die Aussicht auf eine lockerere US-Geldpolitik erfreute vor allem die Anleger von Technologie- und Internet-Unternehmen, denn hohe Zinsen schmälern den heutigen Wert der erwartet hohen Gewinne in der Zukunft. So standen die Aktien von Adyen NL0012969182, ASML NL0010273215, Infineon DE0006231004 und SAP DE0007164600 mit Kursaufschlägen zwischen 7 und 13,4 Prozent auf den ersten vier Plätzen im EuroStoxx-50-Index.

Beim Chipindustrie-Ausrüster ASML kam noch eine weitere positive Nachricht hinzu: Die Niederländer rechnen in den kommenden Jahren mit einem anhaltend profitablen Wachstum und haben ein weiteres massives Aktienrückkaufprogramm angekündigt. Es sollen eigene Anteile für bis zu zwölf Milliarden Euro erworben werden. Beim Umsatz peilt der Konzern 2030 bis zu 60 Milliarden Euro an. Das wäre fast dreimal so viel wie das Unternehmen für das laufende Jahr im Blick hat. Die ASML-Titel gewannen letztlich 9,7 Prozent.

Ansonsten war die Kursentwicklung der Einzelwerte geprägt von einer ganzen Reihe von Unternehmensergebnissen. So ließ eine erhöhte Gewinnprognose des Versorgers Engie FR0010208488 die Aktien um knapp 4 Prozent steigen. Dagegen fielen die Anteilsscheine des Versicherers Zurich CH0011075394 um 1,0 Prozent, nachdem die Quartalszahlen von den durch den Hurrikan Ian verursachten Schäden belastet worden waren.

Die Aktien von Astrazeneca GB0009895292 verteuerten sich um 4,2 Prozent. Der Pharmakonzern rechnet nach einem unerwartet starken dritten Quartal mit einem besserem Ergebnis für 2022. Die Papiere von ArcelorMittal LU1598757687 legten um 2,6 Prozent zu, obwohl der Stahlkonzern im Zuge des sich eintrübenden Marktumfelds empfindliche Rückgänge bei Umsatz und Gewinn hinnehmen musste.

Die Titel von Teleperformance FR0000051807 brachen um mehr als ein Drittel ein. Nach Medienberichten hat das kolumbianische Arbeitsministerium Untersuchungen wegen der Arbeitsbedingungen des französischen Call-Center-Betreibers eingeleitet.