ROUNDUP 2: UBS holt Ex-Chef Ermotti an die Spitze der Bank zurück - Hamers geht

(Ergänzt um mehr Details)

ZÜRICH (dpa-AFX) - Paukenschlag in Zürich: Die UBS CH0244767585 holt Sergio Ermotti an die Konzernspitze zurück. Er wird damit die neue Bank nach der geplanten Übernahme der Credit Suisse CH0012138530 leiten. Begründet wird dies mit den Herausforderungen des Zusammenschlusses. Der aktuelle UBS-Chef Ralph Hamers habe sich bereit erklärt, im Interesse des kombinierten Unternehmens, des Schweizer Finanzsektors und des Landes zurückzutreten, teilte die UBS am Mittwoch mit. Die UBS-Aktien legten im vorbörslichen Handel um mehr als zwei Prozent zu.

Bereits nach der UBS-Generalversammlung am kommenden Mittwoch übernimmt Ermotti das Ruder bei der größten Schweizer Bank. Hamers werde während einer Übergangsphase noch beratend zur Seite stehen, um einen erfolgreichen Abschluss der Transaktion und eine reibungslose Übergabe zu gewährleisten.

Seinen Posten als Swiss-Re-Präsident wird Ermotti aufgeben. Um jedoch einen geordneten Übergang beim Rückversicherer zu ermöglichen, werde sich Ermotti an der Generalversammlung am 12. April zur Wiederwahl stellen und nach einer kurzen Übergabeperiode zurückzutreten.

Der UBS-Verwaltungsrat begründet die Entscheidung mit den "neuen Herausforderungen und Prioritäten", denen die Großbank mit der Übernahme der Credit Suisse ausgesetzt sei.

Der Niederländer Hamers war erst im November 2020 auf den Schweizer Ermotti gefolgt, der die UBS neun Jahre lang geleitet hatte. Ermotti habe die Bank nach der globalen Finanzkrise erfolgreich neu positioniert, indem er die Vermögensverwaltung in den Fokus stellte, hieß es in der Mitteilung weiter. Er habe den Fußabdruck des Investment Banking verkleinert und für einen kulturellen Wandel innerhalb der Bank gesorgt.

Dank dieser Erfahrung und seiner tiefen Kenntnisse der Finanzdienstleistungsbranche in der Schweiz und weltweit sei Ermotti bestens geeignet, die Integration der Credit Suisse umzusetzen. Ermotti selbst sagte, die anstehende Aufgabe sei dringend und herausfordernd. Er wisse um die Verunsicherung, die es gebe. Er verspreche aber, sich vollständig darauf zu konzentrieren, das beste Ergebnis für die Kunden, die Mitarbeiter, die Aktionäre und die Schweizer Regierung zu erzielen.

UBS-Präsident Colm Kelleher dankte dem scheidenden Hamers laut Mitteilung für seine Arbeit in den vergangenen zweieinhalb Jahren und die entscheidende Rolle bei der Übernahme, aber auch für sein Verständnis für die aktuelle Situation und seine Bereitschaft zurückzutreten. Hamers wiederum sagte, er bedauere seinen Rücktritt, aber die Umstände hätten sich in einer Weise verändert, womit niemand gerechnet habe. Die Integration der Credit Suisse sei nun die wichtigste Aufgabe.