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ROUNDUP 2: China und Indien wollen Grenzstreit friedlich beilegen - Maas besorgt

(aktualisierte Fassung)

PEKING (dpa-AFX) - Nach den tödlichen Zusammenstößen chinesischer und indischer Soldaten im Himalaya versuchen die beiden Atommächte, den Grenzstreit diplomatisch beizulegen. Dies hat Chinas Außenminister Wang Yi mit seinem Kollegen Subrahmanyam Jaishankar am Mittwoch in einem Telefonat vereinbart, wie das Außenamt in Peking mitteilte. Bundesaußenminister Heiko Maas äußerte sich dennoch besorgt über die Lage. "Das sind zwei große Länder, bei denen ich mir nicht ausmalen will, was an Konflikt entsteht, wenn er in eine militärische Eskalation, eine echte militärische Eskalation mündet", sagte er in einem Interview der Deutschen Welle. Nunmehr müsse auf beide Seiten eingewirkt werden, um den Konflikt einzudämmen.

Wang Yi sagte demnach, dass Indien und China die Kommunikation und Koordination über bestehende Kanäle stärken sollten, um den Frieden in dem umstrittenen Gebiet aufrechtzuerhalten. Jaishankar drückte den Angaben zufolge den Wunsch seines Landes aus, den Grenzkonflikt friedlich zu lösen und regionale Spannungen durch Dialog abzubauen.

Bei dem Zusammenstoß zwischen Truppen Chinas und Indiens an der umstrittenen Grenze waren Montagnacht mindestens 20 indische Soldaten ums Leben gekommen. 17 von ihnen seien gestorben, nachdem sie bei dem Vorfall schwer verwundet wurden sowie Temperaturen von unter Null Grad und großer Höhe ausgesetzt waren, wie ein indischer Armeesprecher am Dienstagabend mitteilte.

Mehr als 43 chinesische Soldaten seien schwer verletzt oder getötet worden, schrieb die indische Nachrichtenagentur ANI unter Berufung auf Kreise in der indischen Regierung. China hat diese Angaben aber nicht bestätigt.

Es sollen die ersten Toten seit Jahrzehnten an der umstrittenen Grenze der beiden Nachbarländern mit den größten Bevölkerungen der Welt sein, wie indische Medien berichten.

Zuvor hatte Zhao Lijian, ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums, laut der staatlichen Zeitung "Global Times" die chinesische Version der Ereignisse bekräftigt, wonach es zu den Zusammenstößen kam, nachdem indische Streitkräfte auf die chinesische Seite der Grenze vorgedrungen seien. Der Sprecher machte erneut keine Angaben dazu, ob es chinesische Opfer gab.