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"Ronaldos Niedergang ist selbstverschuldet"

Cristiano Ronaldo erlebt nach Jahren auf Weltklasseniveau mit Titeln, Toren und persönlichen Triumphen extrem niederschmetternde Monate.

Das Aus bei Manchester United nach einem denkwürdigen Interview. Der peinliche Jubel bei der Weltmeisterschaft über ein Tor, das ihm nicht gehörte. Der Bankplatz im Achtelfinale des Turniers in Katar beim 6:1-Kantersieg Portugals gegen die Schweiz.

Fans forderten Bankplatz für Ronaldo

Duarte Monteiro, Journalist bei den portugiesischen Plattformen zerozero und ElevenSports, ordnet die Situation bei SPORT1 ein: „Noch vor der Partie gegen die Schweiz gab es in einer der größten Sportzeitungen in Portugal - der A Bola - eine Umfrage. 70 Prozent der Leser waren der Meinung, dass Ronaldo nicht von Beginn an spielen sollte.“ (DATEN: Gruppen und Tabellen der WM)

Der Reporter bilanziert: „Dieses Ergebnis zeigte schon vor dem Anpfiff, wie das Land und die Fans CR7 generell gegenüberstanden. Es ist tatsächlich ein Niedergang - und zwar kein schöner. Er ist selbstverschuldet!“ Das Verhalten des Superstars bezeichnete Monteiro gar als „arrogant und lächerlich“.

Portugal-Journalist fordert: Kein Stammplatz für CR7

Unangenehm in Erinnerung blieb das zweite Gruppenspiel gegen Uruguay. Nach einer Flanke von Bruno Fernandes landete das Leder im Tor. (Bericht: Neuer Wirbel um Ronaldo - Risse in Portugals Team)

CR7 jubelte sofort los wie ein Weltmeister, im Hintergrund tauchte auf der Anzeigetafel allerdings das Bild von Fernandes auf. Messungen stellten nach Abpfiff fest, dass Ronaldo nicht mehr am Ball war. „Diese Szene zeigt, dass Ronaldo gar nicht so der Teamplayer ist, für den ihn viele halten. Er wollte dieses Tor, damit er auf neun Treffer kommt. Ronaldo hätte dadurch den Rekord von Legende Eusébio eingestellt“, kritisiert Monteiro. (News: Özils deutliches Statement zu Ronaldo)

Persönlicher Erfolg steht über allem? Die Auftritte der jüngeren Vergangenheit lassen diesen Schluss durchaus zu. Monteiro fordert knallhart nach dem Einzug ins Viertelfinale: „Ronaldo darf keinen Stammplatz in der Nationalmannschaft mehr haben - außer er und Nationaltrainer Fernando Santos wollen definitiv ihre Glaubwürdigkeit verlieren.“ (DATEN: WM-Spielplan 2022)

Kann Portugal ohne CR7 Weltmeister werden?

Portugal lässt sich auf dem Platz von diesen ganzen Störgeräuschen bislang nicht aus der Bahn werfen. Nach dem tollen Sieg gegen die Schweiz sei die Euphorie im Land „von 0 auf 100″ gestiegen. Monteiro stellt fest: „Diese Generation um Bernardo Silva, Bruno Fernandes, Joao Félix oder Rafael Leao hat Weltklasse-Potenzial. Sie spielen besser ohne CR7 und zeigen, dass sie auch ohne ihn das Zeug für große Titel haben.“ Er untermauert seine These: „Ich sage es eindeutig: Portugal kann den Titel eher ohne als mit CR7 gewinnen!“

Ronaldo selbst zeigte sich nach Gerüchten über eine vorzeitige Abreise zumindest via Instagram versöhnlich: „Eine Gruppe, die zu vereint ist, um von äußeren Kräften zerbrochen zu werden. Eine Nation, die zu mutig ist, um sich von irgendeinem Widersacher einschüchtern zu lassen. Ein Team im wahrsten Sinne des Wortes, das bis zum Ende für den Traum kämpfen wird! Glaubt an uns! Vorwärts, Portugal!“

Rückhalt der Anhänger schwindet

Sollte die lebende Legende im Viertelfinale gegen Überraschungsmannschaft Marokko erneut auf der Reservebank sitzen, werden die Kameras auf ihn gerichtet sein. Den Rückhalt der Anhänger sieht Monteiro bei erneutem Fehlverhalten weiter schwinden: „Es gibt noch viele Fans, die zu Ronaldo halten. Es handelt sich um einen Personenkult, den ich ziemlich verstörend finde. Aber viele Portugiesen entfernen sich Stück für Stück von ihm.“ (NEWS: Alles Wichtige zur WM)

Ob er seine Karriere dennoch mit dem WM-Titel krönen kann? CR7 jedenfalls wird alles in seiner Macht Stehende versuchen, seinen persönlichen Abschied zu vergolden.

Es liegt auch ganz stark an ihm, wie eine glanzvolle Karriere mit unter anderem fünf Champions-League-Titeln und dem EM-Pokal im Gepäck endet.