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Dieser Mann bietet die Chance zur geordneten Nachfolge bei Siemens

Der Siemens-Vize trat gemeinsam mit Vorstandschef Joe Kaeser vor die Mitarbeiter. Dabei geht es beiden darum, Harmonie im Konzern zu demonstrieren.

Der Technologievorstand, stellvertretende Konzernchef und neuerdings auch Arbeitsdirektor räumte gleich einmal mit einem Vorurteil auf. Nein, trotz all der Funktionen arbeite er nicht 24 Stunden am Tag, sagte Roland Busch. Man müsse auch Verantwortung an seine Leute abgeben, dann funktioniere das schon.

„Let‘s talk with Joe Kaeser & Roland Busch“ hieß das Format. Im Atrium der Konzernzentrale stellte sich das Siemens-Führungsduo am Montagmittag den Fragen der Beschäftigten.

Und schnell wurde klar, dass es auch darum ging, Harmonie zu demonstrieren. Er wolle gleich über den „Elefanten im Raum“ sprechen, also über das Thema, das alle interessiere, über das aber keiner offen zu sprechen wage, sagte Kaeser: die Führung des Konzerns.

Er selbst habe Busch als Stellvertreter vorgeschlagen, betonte der Siemens-Chef. Erstmals seit 15 Jahren habe der Konzern die Chance einer geordneten Nachfolgeregelung. Busch besitze seine volle Unterstützung. Wer glaube, dass man nicht auf einer Wellenlänge sei, liege „total falsch“. Und so lobte Kaeser auch gleich die Erfolge Buschs, zum Beispiel bei der Sanierung der Bahnsparte: „Roland fixed it.“

Im kommenden Sommer will der Aufsichtsrat über die Nachfolge Kaesers entscheiden, dessen Vertrag Anfang 2021 ausläuft. Manche hatten Kaeser im Verdacht, insgeheim noch einmal verlängern zu wollen. Er befeuerte diese Mutmaßungen noch, als er in einem Interview sagte, in der allergrößten Not würde er sich noch einmal für zwei Jahre verpflichten.

Bei ihrem Auftritt zeigten sich Kaeser und Busch aber im engen Schulterschluss. Gemeinsam wolle man Siemens fit machen für die nächste Generation, sagte Kaeser. In den vergangenen Wochen hatten manche infrage gestellt, ob Busch auch die Rolle des CEO beherrsche – die Kapitalmarktkommunikation zum Beispiel sei doch eher Kaesers Stärke. Busch berichtete nun von einer erfolgreichen gemeinsamen Roadshow. Eine gute Erfahrung sei das gewesen.