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Robo-Spezialist Dreiskämper verlässt Deutsche Bank

Der Chef für digitale Vermögensverwaltung der Deutschen Bank wechselt zu einem Fondshaus mit US-Wurzeln. Bei Fidelity wird er ähnliche Aufgaben übernehmen.

Oliver Dreiskämper verlässt die Deutsche Bank. Der studierte Computer- und Managementspezialist verantwortet als Chef für digitale Vermögensverwaltung bei dem Geldhaus derzeit noch den Robo-Advisor „Robin“ und die Online-Brokerage-Plattform Maxblue.

Dreiskämper, der im Hause der Bank gern als als technischer Kopf der digitalen Vermögensverwaltung bezeichnet wird, genießt im Konzern einen guten Ruf. Zum Jahresanfang 2020 wechselt er zum Fondsanbieter Fidelity International, wie das Handelsblatt aus Finanzkreisen erfuhr.

Dort wird er Fidelitys Robo-Advisor „Fidelity Wealth Expert“ verantworten, der im Oktober 2018 startete. Der 34-Jährige wird mit der Leiterin des Privatkundengeschäfts und der digitalen Vermögensverwaltung in Deutschland, Claudia Barghoorn, zusammenarbeiten. Das bestätigt Fidelity International. Die Deutsche Bank kommentiert das nicht.

Fidelity Wealth Expert gehört zu den kleineren digitalen Vermögensverwaltern, genannt Robo-Advisor, im Land. Experten schätzen das verwaltete Vermögen auf einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag.

Am deutschen Markt tummeln sich mehr als 30 Anbieter. Sie managen nach Brancheneinschätzungen rund fünf Milliarden Euro. Der mit Abstand größte Robo ist Scalable Capital, der ein Großteil seines Volumens von gut 1,8 Milliarden Euro über eine Kooperation mit der Direktbank ING einsammelte.

Weitere digitale Geldmanager geben an, ein dreistelliges Millionen-Euro-Vermögen zu managen: Dazu zählen etwa die Commerzbank-Tochter Cominvest, das Start-up Ginmon, Liqid mit Anlagestrategien des Vermögensverwalters HQ Trust, die Quirin-Banktochter Quirion, Solidvest des Vermögensverwalters DJE Kapital und Robin der Deutschen Bank.

Wer einen Robo nutzt, klickt sich in der Regel online durch einen Fragenkatalog zu den eigenen Anlagezielen und Erfahrungen am Kapitalmarkt. Anschließend erhalten Anleger eine Empfehlung für ein Portfolio, das meistens aus börsennotierten Indexfonds (ETFs) besteht. Einige Advisor bieten eine zusätzliche Beratung an.

Einsteigen können Anleger oft ab 5000 Euro, Sparpläne gibt es schon für kleine Summen. Die Kosten unterscheiden sich deutlich und liegen zwischen einigen Zehntel Prozent des Vermögens und rund zwei Prozent. Dies je nachdem, ob eine Strategie rein digital läuft, in welche Produkte investiert wird und wie aufwändig Risikomanagementmodelle sind.