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Robert Tönnies expandiert mit Hofladen-Lieferdienst

·Lesedauer: 3 Min.

Der Erbe des Fleischkonzerns hat einen Lieferdienst für regionale Produkte in Bielefeld gegründet. Die Genossenschaft will in weiteren Städten starten.

Robert Tönnies gehört Deutschlands größter Schlachtkonzern, den sein verstorbener Vater Bernd gründete, zur Hälfte. Doch der 41-Jährige ist dort nur im Beirat tätig und liegt mit seinem Onkel Clemens in Sachen Geschäftsstrategie seit langem über Kreuz. Stattdessen treibt er lieber seine eigenen nachhaltigen Geschäftsideen voran.

Vor 18 Monaten gründete Robert Tönnies das Portal Wochenmarkt24.de. Der Online-Lieferdienst bringt frische Lebensmittel von Hofläden aus der Region Bielefeld an rund 10.000 Kunden in der Umgebung. 24 Landwirte, Metzger und Bäcker bieten inzwischen mehr als 2500 Produkte von Gemüse über Milchprodukte, Marmelade, Landbier bis zu Fleisch an. Dabei wird auf nachhaltiges Wirtschaften und artgerechte Tierhaltung geachtet. Tönnies ist Ideengeber, Business Angel und Aufsichtsratschef der Genossenschaft. Nun will er Wochenmarkt24 in drei weiteren Städten ausrollen.

„Am Abend bestellt, am Morgen vor der Haustüre“, so lautet das Konzept des regionalen Lieferdienstes. Kunden können aus dem Sortiment der regionalen Erzeuger bis 18 Uhr abends online bestellen. Die Waren werden über Nacht zusammengestellt und morgens mit eigener Fahrzeugflotte in versiegelten Papiertüten mit Kühlakkus ausgeliefert. Eine Liefergebühr fällt nicht an, der Mindestbestellwert liegt bei zehn Euro. Jeden Tag außer montags wird ausgeliefert.

Das Hofladenportal profitiert vom Trend zu regionalen Produkten. Zweidrittel der Deutschen geben an, auf Regionalität beim Essen zu achten. Das zeigt eine Umfrage des Marktforschers Nielsen. Durch die Coronakrise hat der Wochenmarkt24 noch einmal einen Schub bekommen. Die monatlichen Auslieferungen haben sich auf rund 9000 fast verdoppelt.

„Der durchschlagende Erfolg motiviert uns, jetzt den nächsten Schritt in Richtung einer bundesweiten Expansion anzugehen“, sagt Robert Tönnies. Aktuell sind die Regionen um Frankfurt, Stuttgart, Köln-Düsseldorf, Hamburg und München in der engeren Auswahl. Er hofft, dass sich dort viele Erzeuger dem genossenschaftlichen Prinzip anschließen.

Prinzip der Genossenschaft

Wochenmarkt24 behält von den Preisen, die die Erzeuger dem Besteller berechnen, 18 Prozent für die Logistik-Kosten ein. 21 Mitarbeiter sind fest angestellt. Tönnies will die Expansion mit rund 1,5 Millionen Euro anschieben. „Wir rechnen bis Jahresende mit einem Umsatzwachstum auf drei bis vier Millionen Euro.“

Wochenmarkt24 ist nicht das einzige Online-Portal für regionale Erzeuger. Hofladenbox, Fürther Land oder Hofladen-Bayern liefern jedoch meist nicht über Nacht oder haben einen hohen Mindestbestellwert für kostenlose Lieferungen. Christian Rechmann, Chef der Agentur For Sale Services, schätzt regionale Marktplätze, sie sind für ihn der „Milchmann 2.0“. „Das ist ein lokaler Ansatz, der die Vorteile, vor Ort zu sein, für sich nutzt und die Wertschöpfung ebenfalls in der Region hält“, meint Rechmann.

Wochenmarkt24-Vorstand Eike-Claudius Kramer erklärt die Vorteile des Konzepts: Die regionalen Landwirte und Hersteller erreichten mehr Kunden, ohne in Abhängigkeiten zu geraten; die Verbraucher bekämen eine große Vielfalt handwerklicher Qualitätsprodukte ohne Zwischenhändler geliefert. „Obendrein sparen die Kunden eine Menge Zeit. Damit entlasten sie auch noch die Umwelt, da sich der Individualverkehr reduziert“, meint Kramer.

Der Online-Wochenmarkt ist nicht die erste Gründung von Robert Tönnies. Er hat bereits Electrify initiiert. Das Bielefelder Unternehmen verleast E-Autos an kleine und mittelständische Firmen wie Pflegedienste. Nach eigenen Angaben betreibt Electrify Deutschlands größte Elektroautoflotte mit mehr als 1000 Kunden. E-Mobilitätsfan Tönnies hat auch schon alte VW-Käfer aufgekauft und mit Elektromotor wieder flott machen lassen.

Derzeit gibt es jedoch noch keine E-Transporter, die auch kühlen können, bedauert Tönnies für den Wochenmarkt24. Zumindest sein Einkaufsverhalten hat sich geändert. Seit Gründung des Hofladen-Lieferdienstes bezieht Tönnies die meisten Lebensmittel saisonal von dort: „Damit koche ich auch mal gerne für meine Familie.“

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