Deutsche Märkte schließen in 2 Stunden 16 Minuten
  • DAX

    13.699,22
    -210,90 (-1,52%)
     
  • Euro Stoxx 50

    3.767,29
    -37,93 (-1,00%)
     
  • Dow Jones 30

    34.152,01
    +239,61 (+0,71%)
     
  • Gold

    1.784,20
    -5,50 (-0,31%)
     
  • EUR/USD

    1,0163
    -0,0008 (-0,08%)
     
  • BTC-EUR

    23.292,33
    -465,73 (-1,96%)
     
  • CMC Crypto 200

    563,19
    -8,72 (-1,53%)
     
  • Öl (Brent)

    86,53
    0,00 (0,00%)
     
  • MDAX

    27.669,29
    -439,09 (-1,56%)
     
  • TecDAX

    3.152,42
    -24,90 (-0,78%)
     
  • SDAX

    12.975,77
    -231,56 (-1,75%)
     
  • Nikkei 225

    29.222,77
    +353,86 (+1,23%)
     
  • FTSE 100

    7.512,09
    -23,97 (-0,32%)
     
  • CAC 40

    6.543,16
    -49,42 (-0,75%)
     
  • Nasdaq Compositive

    13.102,55
    -25,55 (-0,19%)
     

Robert Habeck bei Lanz: "Kubicki im Pullover - er wird es überleben"

Robert Habeck stellte sich bei "Markus Lanz" Fragen zur sich verschärfenden Energiekrise in Deutschland. Um Chaos am Energiemarkt zu verhindern, schloss der Wirtschaftsminister weiter steigende Kosten für Verbraucher nicht aus. Die Reizthemen Duschdauer und Strickpullover kommentierte er trocken.

Robert Habeck stellte sich am Mittwochabend in einer Schalte den Fragen von ZDF-Talker
Robert Habeck stellte sich am Mittwochabend in einer Schalte den Fragen von ZDF-Talker "Markus Lanz". (Bild: ZDF / Cornelia Lehmann)

Je größer die Krisen, desto kleiner die Gesprächsrunden bei "Markus Lanz". Rund die Hälfte seiner Sendezeit widmete der ZDF-Talker am Mittwochabend einer Schalte mit Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Der zeichnete ein Besorgnis erregendes Bild der sich verschärfenden Energiekrise in Deutschland. Der Tenor: Die Aussichten seien "nicht sonnig". Aber: "Es muss nicht zappenduster werden."

Sorgen bereitet dem Grünen-Minister derzeit vor allem das Unternehmen Juniper, das für viele Stadtwerke von vitaler Bedeutung ist, derzeit aber tiefrote Zahlen schreibt. "Wir werden verhindern, dass der deutsche und der europäische Energiemarkt durch das Kollabieren eines Unternehmens ins Chaos gerät", versprach Habeck. Das aber womöglich um den Preis weiter steigender Energiekosten für die Verbraucher*innen, wie der Talk-Gast mit Verweis auf das angepasste Energiesicherungsgesetz erläuterte.

"Eine krasse Belastung für die Menschen, die es dann tragen müssen"

Habeck: "Wir haben die Möglichkeit geschaffen, nicht nur die Preisweitergabe, sondern auch ein Umlagesystem zu etablieren, damit höhere Preise weitergetragen werden." Dies sei von größter Bedeutung, wie der Wirtschafts- und Klimaschutzminister weiter ausführte: "Die Möglichkeit von Energie- und Versorgungsunternehmen, die Preise außerhalb der Verträge direkt an die Kunden weiterzugeben, verhindert, dass die Unternehmen umkippen und wir einen zerstückelten Energieversorgungsmarkt in Europa haben." Dass daraus eine "krasse Belastung für die Menschen, die es dann tragen müssen", erwachse, sei "nicht wegzureden". Habeck bezeichnete das Gesetz als "ein mächtiges und brandgefährliches Instrument".

Vor diesem Hintergrund zeigte sich der Vizekanzler dankbar, dass die Deutschen im ersten Halbjahr 2022 ihren Gasverbrauch merklich gedrosselt hätten. Angesprochen auf sein persönliches Duschverhalten, wiegelte der Minister diesmal jedoch ab. "Es gibt doch interessantere Sachen als wie lange ich dusche." Dass Bundeskanzler Olaf Scholz unlängst in einem ARD-Interview Habecks praktische Energiespartipps betont kühl und knapp kommentiert hatte, wollte Habeck nicht missverstanden wissen: "Olaf Scholz ist die Dramatik der Lage komplett bewusst. Dem muss keiner sagen, dass Gas ein knappes Gut ist."

"Wir sind nicht machtlos oder wehrlos"

Eine andere politische Polemik konterte der Grüne pointierter. Der FDP-Vize Wolfgang Kubicki hatte Habecks Krisenkommunikation unlängst in einem Zeitungsinterview gerügt. Der Liberale hatte bemerkt, man dürfe "den Leuten nicht das Gefühl vermitteln, im Winter wird's kalt und dunkel und sie müssen jetzt anfangen, Pullover zu stricken". Von Lanz mit der Aussage konfrontiert erwiderte der Vizekanzler trocken: Dass es im Winter kalt und dunkel werde, sei ein Naturgesetz. Gegen Stricken sei nichts einzuwenden: "Kubicki im Pullover - er wird es auch überleben." Zum Stichwort "Verzicht" bemühte er ein Beispiel: "Wir können gut darauf verzichten, Freibäder auf 28 Grad zu heizen. Wenn Deutschland nicht erträgt, dass Freibäder nicht geheizt sind, haben wir in Wahrheit kein Problem."

Ernsthafter wurde die Diskussion mit Blick auf die Gaspipeline Nord Stream 1. "Wir müssen nicht staunend daneben stehen und warten, was dann passiert", kommentierte Habeck die Befürchtungen, der russische Präsident Wladimir Putin könne die Gaslieferungen nach Deutschland auch nach Beendigung der derzeitigen "Wartungsarbeiten" unterbinden. "Wir sind nicht machtlos oder wehrlos", bekräftigte der Wirtschaftsminister. Die Gasspeicher würden auch in diesem Fall weiter gefüllt, gleichwohl langsamer. Jedoch betonte er: "Wir zahlen einen hohen Preis. Und das ist nicht gesund."

Im Video: Notfallplan Gas: Habeck ruft zweite Eskalationsstufe aus

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.