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„Die Maßnahmen greifen“: RKI-Chef Wieler verbreitet Zuversicht trotz mehr als 22.000 neuer Fälle

·Lesedauer: 3 Min.

Das Infektionsgeschehen hat sich laut Robert Koch-Institut auf hohem Niveau stabilisiert. Die Experten sehen Deutschland auf dem richtigen Weg – aber noch nicht über den Berg.

„Wir sind noch lange nicht über den Berg.“ Foto: dpa
„Wir sind noch lange nicht über den Berg.“ Foto: dpa

Knapp drei Wochen nach Beginn des November-Lockdowns verbreitet der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, Zuversicht: „Die Maßnahmen greifen, die Infektionszahlen haben sich auf hohem Niveau stabilisiert“, sagte er an diesem Donnerstag bei einer Pressekonferenz des Instituts. Eine Trendwende sei zwar noch nicht sichtbar, er sei aber „sehr optimistisch, dass die Zahlen nächste Woche niedriger sind“.

Am Mittwoch wurden 22.609 neue Corona-Infektionen gemeldet – etwa 750 Fälle mehr als vor einer Woche. Der Höchststand war am vergangenen Freitag mit 23.542 Fällen erreicht worden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 251 auf insgesamt 13.370 Fälle.

Damit sei man „noch lange nicht über den Berg“, mahnte Wieler. Trotz der Stabilisierung der Infektionszahlen werde die Zahl der schweren Verläufe und der Toten vorerst weiter zunehmen. Auch schätzt das RKI die Dunkelziffer der Infizierten nach wie vor auf rund vier bis fünf Mal so hoch wie die erfassten Fälle.

Mittlerweile seien nicht nur die Gesundheitsämter, sondern auch „einzelne Krankenhäuser überlastet“ und könnten „nicht mehr alle Patienten optimal versorgen“. Daher sei es dringend notwendig, dass die Gesamtzahlen nach unten gedrückt würden, bevor man über Lockerungen nachdenken könne.

Die Zahl der Todesfälle lag Anfang Oktober noch im niedrigen zweistelligen Bereich, mittlerweile sei sie im dreistelligen Bereich. „Es kann sein, dass diese Woche 1000 Todesfälle gemeldet werden“, sagte Ute Rexroth, Leiterin des Krisenstabs im RKI. Und diese Zahl werde noch weiter steigen, da Todesfälle immer erst mit Verzögerung eintreten: Von der Erkrankung bis zum Todesfall dauere es eine Weile.

Zudem sei die Lage in den einzelnen Bundesländern höchst unterschiedlich. Obwohl sich in Gesamt-Deutschland die Zahl der Infektionen stabilisiere, sehe dies auf Länderebene teils anders aus.

Vorbereitung auf Weihnachten

Auch sei zuletzt nicht nur wie im Frühjahr die Infektionshäufigkeit unter sehr alten Menschen stark gestiegen – sondern auch in der Gruppe der 20- bis 40-Jährigen. Und schon im Frühjahr habe ein Drittel der Menschen, die im Krankenhaus behandelt werden mussten, keinerlei Vorerkrankungen gehabt.

Wer sich für Weihnachten vorbereiten wolle, der sei relativ sicher, wenn er oder sie freiwillig die Kontakte so reduziere, dass zwei Wochen zuvor kein Risikokontakt möglich sei.

Daneben zeigte sich Wieler erfreut über die mittlerweile enorm hohe Zahl von Antigen-Tests. „Es gibt immer mehr, und sie werden immer besser“, sagte er. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (Bfarm) listet auf seiner Homepage mittlerweile 207 Tests auf, die die Mindestanforderungen erfüllen.

Generell sind Antigen-Tests nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums aber weniger sensitiv als der PCR-Test, es ist also eine größere Virusmenge notwendig, damit ein Antigen-Test ein positives Ergebnis zeigt.

Das bedeutet, dass ein negatives Antigen-Testergebnis die Möglichkeit einer Infektion mit Sars-CoV-2 nicht ausschließt. Außerdem ist ein Antigen-Schnelltest nicht so spezifisch wie ein PCR-Test, das heißt, es kommt häufiger als bei der PCR-Testung vor, dass ein positives Ergebnis angezeigt wird, wenn die Person gar nicht infiziert ist.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 855.916 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 19.11., 0 Uhr). Das RKI schätzt, dass rund 562.700 Menschen inzwischen genesen sind.

Der sogenannte Sieben-Tage-Reproduktionswert (R-Wert) lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,95 (Vortag: 0,97). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 95 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter eins, flaut das Infektionsgeschehen ab.
Mit Agenturmaterial.