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Rio de Janeiro verzeichnet den sechsten Monat in Folge mehr Todesfälle als Geburten

Bill Bostock
·Lesedauer: 2 Min.

In der brasilianischen Stadt Rio de Janeiro sind den sechsten Monat in Folge mehr Menschen gestorben als geboren wurden. Das Land kämpft seit Monaten um die Eindämmung des Coronavirus. Im März meldeten die Behörden der Stadt 36.437 Todesfälle und 32.060 Geburten, wie die Regierung mitteilte. Im selben Monat registrierten ebenfalls mindestens zehn weitere Städte Brasiliens mit mehr als 500.000 Einwohnerinnen und Einwohnern mehr Todesfälle als Geburten, wie der US-amerikanische Nachrichtensender CNN berichtete.

Der genaue Anteil dieser Todesfälle, die im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stehen, war nicht unmittelbar klar. Allerdings meldet das Land seit einiger Zeit enorm hohe Infektionszahlen und hat insgesamt die zweithöchste Todesrate nach den USA. Bis zum Dienstag wurden mehr als 358.000 Todesfälle in Brasilien durch Covid-19 gemeldet, so ein Tracker der New York Times. Brasiliens Präsident Jair Bolsnaro hat die Auswirkungen des Virus bislang weitgehend verharmlost und versucht, Informationen über das wahre Ausmaß der Pandemie zu verbergen.

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro.
Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro.

Am 6. April wurden in Brasilien zum ersten Mal mehr als 4.000 Todesfälle in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung innerhalb von 24 Stunden registriert. Die Intensivstationen sind in den meisten brasilianischen Bundesstaaten zu über 90 Prozent ausgelastet, berichtete die US-amerikanische Nachrichten- und Presseagentur The Associated Press (AP) am Sonntag unter Berufung auf lokale Daten. Sieben von zehn Krankenhäuser stehen kurz davor, dass ihnen der Sauerstoff und die Narkosemittel ausgehen, sagte die AP.

Zu Beginn der Pandemie hob das Land Massengräber für die Corona-Todesfälle aus. Jair Bolsonaro hat sich lange gegen einen landesweiten Lockdown gewehrt und gesagt, dass das Virus eine „kleine Grippe“ sei, über die die Leute „aufhören sollen, zu jammern“.

Selbst mit großen Vorräten an Impfstoffdosen, die bereits bestellt wurden, verteilt Brasilien die Impfungen nur extrem langsam an seine 211 Millionen Bürgerinnen und Bürger. Bis Mittwochmorgen waren 32 Millionen Impfungen verabreicht worden, so ein Tracker der Nachrichtenagentur G1 Globo.

Bolsonaro verkündete ebenfalls Zweifel an der Wirksamkeit von Impfstoffen. Im Dezember sagte er, dass die Einnahme des Biontech/Pfizer-Impfstoffes „Menschen in Krokodile verwandeln könnte“. Brasilien hatte geplant, seine Bevölkerung nur mit Dosen des AstraZeneca-Impfstoffes zu impfen. Daneben hat das Land nun aber auch Ersatzlieferungen von Chinas CoronaVac-Impfstoff von Sinovac Biotech bestellt, um Produktionsverzögerungen zu umgehen.

Dieser Artikel wurde von Julia Knopf aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hier.