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Geplanter Ringtausch mit Leopard-Panzern: Scholz' Waffen-Deal mit der Slowakei droht zu platzen

Ein finnischer Leopard-Kampfpanzer - Copyright: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Heikki Saukkomaa
Ein finnischer Leopard-Kampfpanzer - Copyright: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Heikki Saukkomaa

Wieder gibt es Verzögerungen bei deutschen Waffenlieferungen: Schon vor zwei Monaten heiß es aus dem Kanzleramt, dass Deutschland einen sogenannten Ringtausch mit der Slowakei vorbereite. Der Deal: Das Land gibt 7-72 Kampfpanzer aus Sowjetzeiten an die Ukraine und bekommt im Gegenzug modernere deutsche Panzer als Ersatz.

Doch bis heute ist offenbar nichts passiert. Der Grund: Deutschland hat offenbar 15 Leopard-2A4-Panzer für 30 T-72 angeboten – für die Slowakei zu wenig für die Landesverteidigung. Vorige Woche lehnte die Regierung das Angebot daher ab, bestätigen uns slowakische Regierungskreise. Allerdings sei man weiter in Verhandlungen und optimistisch, dass es zu einer Lösung komme.

Die Frage ist bloß wann: Die ukrainische Armee gerät im Süden und Osten der Ukraine immer mehr in Bedrängnis. Experten unter anderem der Nato richten sich zwar auf einen insgesamt noch monatelangen Krieg ein, doch spätestens im August dürfte sich in einigen Regionen die Lage zwischen der Ukraine und Russland entscheiden.

Die Slowakei ist zwar ein kleines Land, hat aber ihren Nachbarn Ukraine früh und umfangreich unterstützt. Neben anderen Waffen im Wert von mehr als 150 Millionen Euro hat die Slowakei der Ukraine auch ihr einziges Flugabwehr-Raketensystem S-300 geschenkt. Damit die Slowakei dadurch nicht selbst ungeschützt bleibt, haben inzwischen Deutschland, die Niederlande und die USA insgesamt vier Patriot-Raketensysteme in dem Nato-Land stationiert. In einem ähnlichen Ringtausch will die Slowakei demnächst ihre Kampfflugzeuge des sowjetischen Typs MiG-29 der Ukraine übergeben und ihren eigenen Luftraum dafür von Polen und Tschechien schützen lassen.

Der neue Kampfpanzer „Panther“
Der neue Kampfpanzer „Panther“

Vorige Woche nun geriet die Slowakei ins Visier von bislang unbekannten Hackern Diese hätten das slowakische Verteidigungsministerium angegriffen. "Dieser Angriff war relativ groß, sehr groß", sagte Verteidigungsminister Jaroslav Nad am Freitag dem TV-Nachrichtensender TA3. Dank der guten Absicherungsmechanismen des Armeegeheimdienstes sei die Cyberattacke jedoch abgewehrt worden, ohne dass Daten gestohlen worden seien, beteuerte der konservative Politiker.

Zwar lasse sich vorerst kein russischer Hintergrund nachweisen, er vermute jedoch, dass der koordinierte Angriff von IP-Adressen aus der ganzen Welt eine Reaktion auf slowakische Waffenlieferungen an die Ukraine gewesen sei. Erst am Donnerstag hatte Nad bekannt gegeben, dass die Slowakei der Ukraine fünf Militärhubschrauber geliefert habe, die sie sich von der EU bezahlen lassen wolle.

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