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Ringen um Schutzgebiete in der Antarktis - Sondersitzung 2023 möglich

HOBART (dpa-AFX) -Seit Anfang der Woche ringen bei der 41. Konferenz der Antarktis-Kommission CCAMLR wieder mehr als zwei Dutzend Länder um die Zukunft des Südpolarmeers. Sollte es auch in diesem Jahr keine Fortschritte bei der Ausweisung neuer Schutzgebiete geben, soll 2023 möglicherweise eine Sondersitzung zu dem Thema abgehalten werden, hieß es aus Konferenzkreisen. Bisher ist ein Durchbruch immer am Widerstand von Russland und China gescheitert.

"Der Unterschied zur regulären Jahrestagung wäre, dass der Fokus bei einer Sondersitzung komplett auf dem Thema Meeresschutzgebiete liegt und auch der zeitliche Rahmen zur Verhandlung beziehungsweise zum Ausräumen von Vorbehalten deutlich größer ist als in einer Jahrestagung, auf der eine Reihe weiterer Themen auf der Agenda steht", sagte Bernd Söntgerath, der Leiter der deutschen Delegation bei dem Treffen im australischen Hobart.

Speziell geht es um drei Schutzgebiete, die sich über eine Fläche von insgesamt fast vier Millionen Quadratkilometern erstrecken - in der Ostantarktis, bei der Antarktischen Halbinsel und im artenreichen Weddellmeer. In der vergangenen Woche hatte sich der Deutsche Bundestag einstimmig für ein Meeresschutzgebiet im Weddellmeer ausgesprochen. "Es ist ausdrücklich zu begrüßen, dass neben der Bundesregierung auch der Deutsche Bundestag die Unterschutzstellung des südpolaren Weddellmeeres und weiterer Schutzgebietsvorschläge (...) erneut unterstützt", betonte Söntgerath.

Der Vorschlag zum Weddellmeer wurde von Deutschland erarbeitet und von der Europäischen Union eingereicht. Mittlerweile wird er durch 25 der 27 CCAMLR-Mitglieder unterstützt. Um Fortschritte zu erzielen, braucht es aber eine gemeinsame Anstrengung aller 27 Mitgliedstaaten, da alle Entscheidungen einstimmig getroffen werden müssen. "Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine auf die Verhandlungen auswirken wird", so Söntgerath.

Unter anderem geht es in Hobart auch um strengere Auflagen für die Krillfischerei. Die winzigen Krebstiere werden massenhaft gefangen, um daraus etwa Öl und Fischfutter zu machen - allerdings sind sie für das fragile Ökosystem der Antarktis extrem wichtig. Die CCAMLR-Konferenz endet am 4. November.