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Bundesregierung will Gepard-Panzer an Ukraine liefern — Rheinmetall will außerdem Kampf- und Schützenpanzer liefern

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Ein Leopard 2A6 der Bundeswehr steht beim Besuch von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst bei der Panzerbrigade 21 'Lipperland' Ende März in der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne im Kreis Lippe.
Ein Leopard 2A6 der Bundeswehr steht beim Besuch von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst bei der Panzerbrigade 21 'Lipperland' Ende März in der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne im Kreis Lippe.

Die Bundesregierung will nach Informationen von Business Insider eine Lieferung von Panzern aus Beständen der Industrie an die Ukraine erlauben. Dazu soll der Rüstungshersteller Krauss-Maffei Wegmann (KMW) grünes Licht erhalten, um technisch aufgearbeitete Gepard-Flugabwehrpanzer aus früheren Beständen der Bundeswehr verkaufen zu können. Zuvor hatten die "Süddeutsche Zeitung" und die Deutsche Presse-Agentur (DPA) über den bevorstehenden Verkauf berichtet.

Krauss-Maffei Wegmann (KMW) verfügt über eine mittlere zweistellige Zahl dieser Panzer aus der aufgelösten Heeresflugabwehr der Bundeswehr. Der Gepard kann auch im Kampf gegen Bodenziele eingesetzt werden. Die Bekämpfung von fliegenden Zielen im Verbund mit anderen Kräften gilt dagegen als technisch deutlich anspruchsvoller.

Rheinmetall will knapp 200 Panzer an die Ukraine liefern

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall hat der Ukraine zudem die Lieferung von 88 gebrauchten Leopard-Kampfpanzern angeboten. Das geht aus Unterlagen hervor, die der DPA vorliegen. Danach beinhaltet das Angebot auch die Ausbildung der Besatzung in Deutschland, Training für die Instandsetzung, Werkzeug, Ersatzteile, einen Servicestützpunkt und Munition. Zuerst hatte die "Welt" über das Angebot berichtet.

Nach Informationen der Zeitung wurde die Genehmigung der Lieferung Ende vergangener Woche beim dafür zuständigen Wirtschaftsministerium beantragt. Der Bundesregierung liegt auch noch ein weiterer Antrag von Rheinmetall vor, 100 Marder-Schützenpanzer an die Ukraine für den Abwehrkampf gegen Russland liefern zu dürfen. Regierungssprecher Steffen Hebestreit hatte am Montag gesagt, darüber werde "zeitnah" entschieden.

Anträge für Panzer-Lieferungen an die Ukraine liegen vor – doch die Munition bleibt ein Problem

Laut "Welt" will der Rüstungskonzern KMW zudem 100 Panzerhaubitzen 2000 liefern. Diese schweren Artilleriegeschütze, die Ziele in 40 Kilometern Entfernung treffen können, wollen auch die Niederlande an die Ukraine liefern. Die Bundesregierung hat bisher nur Ausbildungshilfe und Munition dafür zugesagt.

Bei den Leopard-Panzern handelt es sich um den Typ 1A5, der ab Anfang der 1960er-Jahre gebaut und von der Bundeswehr bis 2003 genutzt wurde. Das Unternehmen will die ersten Exemplare schon innerhalb weniger Wochen liefern. Die Kosten werden mit 115 Millionen Euro beziffert.

Fraglich ist weiterhin, wo die Munition für die Leopard-Panzer herkommen soll. Wie Business Insider berichtet hatte, verfügt die Bundeswehr über keine Bestände der nötigen 105mm-Munition mehr. Auch die Lager der Rüstungsindustrie enthalten nur wenige Tausend Schuss – zu wenig, um hilfreich für die Ukraine zu sein. Nach Informationen von Business Insider liegen der Industrie mittlerweile zwar Angebote für Zehntausende Schuss 105mm-Munition aus dem Ausland vor. Bei der Bundesregierung sind entsprechende Lieferanträge allerdings bisher nicht eingegangen. Aus Regierungskreisen heißt es jedoch, dass entsprechende Anträge schnell bescheinigt würden.

Mit Material der DPA / jg

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