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Rhein dürfte nächste Woche auf besser schiffbares Niveau steigen

(Bloomberg) -- Der Wasserstand an einem wichtigen deutschen Nadelöhr des Rheins wird voraussichtlich Anfang nächster Woche ansteigen und damit die Durchfahrt von Lastkähnen mit wichtigen Gütern erheblich erleichtern.

Der Pegel bei Kaub, der derzeit bei nur 35 Zentimetern liegt, wird nach Behördenangaben am Dienstagmorgen voraussichtlich auf 148 Zentimeter ansteigen. Bei einer damit einhergehenden Wassertiefe ist es für viele - wenn auch nicht für alle - Lastkähne wirtschaftlich, den Wegpunkt zumindest mit einem Teil der Ladung zu passieren.

Niedrige Wasserstände behindern seit Wochen den Transport von Gütern durch das europäische Binnenland, was die Energiekrise auf dem Kontinent verschärft und die Inflation anheizt. Im Jahr 2020 wurden laut dem jüngsten Jahresbericht der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt 160 Millionen Tonnen Güter auf dem Rhein verschifft, darunter Mineralölprodukte, Kohle und Chemikalien.

Die prognostizierten höheren Wasserstände sind freilich keine Garantie dafür, dass die Krise vorbei ist. Historische Daten für Kaub zeigen, dass der Wasserstand im 20-jährigen Durchschnitt Anfang Oktober am niedrigsten ist. Das deutet darauf hin, dass er in diesem Jahr noch weiter sinken könnte. Als der Kaub-Pegel im Jahr 2018 seinen tiefsten Stand seit mindestens 1990 erreichte, war dies Ende Oktober. Vor November 2013 wurden die Daten auf täglicher und nicht auf untertägiger Basis erfasst.

Wenn der gemessene Pegel in Kaub auf 40 Zentimeter oder darunter sinkt, wird es für viele Lastkahnbetreiber unwirtschaftlich, Fracht durch die Engstelle zu transportieren. Das liegt daran, dass das flache Wasser die Transportkapazität der Schiffe einschränkt - wenn sie zu viel laden, riskieren sie, mit dem Flussbett in Berührung zu kommen. Der Wasserstand ist nicht die tatsächliche Tiefe des Flusses, sondern ein Maß für die Schiffbarkeit.

“Innerhalb der nächsten Tage steigen die Wasserstände aufgrund der angekündigten Niederschläge im gesamten Rheineinzugsgebiet wieder an”, so das Wasserstraßen- und Schiffahrtsamt Rhein in einer Mitteilung. “Die 14-Tage-Vorhersage deutet weiter darauf hin, dass die Wasserstände bis Ende der nächsten Woche um ca. 50 cm steigen, nach dem Durchlauf der Welle aber wieder abklingen. Insgesamt bewegen sich die Wasserstände überwiegend weiter im Bereich eines mittleren Niedrigwassers.”

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Der Geschäftsbetrieb von Reedereien - wie der Contargo GmbH & Co. KG und Neska Container Line BV - sowie Industrieanlagen entlang des Flusses sind durch das Niedrigwasser stark beeinträchtigt worden. Die Rheinland-Raffinerie von Shell Plc, Deutschlands größter Ölverarbeitungskomplex, hat die Produktion gedrosselt, und die Ford Motor Co. hat den Transport von Fahrzeugen aus Köln per Binnenschiff eingeschränkt, allerdings auch die Frequenz der Transporte erhöht.

Die geringe Wassertiefe des Rheins könnte das deutsche Bruttoinlandsprodukt während der etwa dreimonatigen Phase, in der der Fluss am trockensten ist, um 0,25% bis 0,5% verringern, sagte Elmar Völker, Senior Fixed Income Analyst bei der LBBW, am Donnerstag per E-Mail. Es bestehe jedoch die Möglichkeit eines “Nachholeffekts”, sobald die Krise überwunden sei.

Überschrift des Artikels im Original:

Germany’s Rhine Seen Surging to More Navigable Level Next Week

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