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Rezession in Eurozone trotz Wachstum in Deutschland und Frankreich

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Luxemburg/Wiesbaden (dapd). Die Staatsschuldenkrise hat die Wirtschaft der Eurozone in die Rezession getrieben. Daran änderte auch ein leichtes Wachstum in den stärksten Volkswirtschaften des Euroraums, Deutschland und Frankreich, nichts.

Nach einer Schnellschätzung des europäischen Statistikamts Eurostat vom Donnerstag ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den 17 Ländern der Währungsunion im dritten Quartal insgesamt um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal zurück. Bereits im zweiten Vierteljahr war die Wirtschaftsleistung der Eurozone im Quartalsvergleich um 0,2 Prozent geschrumpft. Zwei Quartale Minuswachstum in Folge ist die gängige Definition einer Rezession.

Flauere Konjunktur in Deutschland

Sowohl in Deutschland als auch in Frankreich legte die Wirtschaftsleistung dagegen leicht um jeweils 0,2 Prozent zu. Für die hiesige Wirtschaft bedeutet das jedoch eine deutliche Verlangsamung. So wuchs das BIP in Deutschland im zweiten Quartal 2012 nach Angaben des Statistischen Bundesamts noch um 0,3 Prozent und im ersten Quartal sogar noch um 0,5 Prozent.

Der Konsum der privaten und öffentlichen Haushalte legte hierzulande laut Statistik im dritten Quartal saisonbereinigt zu. Auch sei mehr in Bauten investiert worden. Das habe den Rückgang der Ausrüstungsinvestitionen sowie den Abbau von Vorräten bei den Unternehmen kompensieren können, erklärte das Bundesamt.

Die Tendenz geht nach Ansicht von Volkswirten jedoch zu einer weiteren Verlangsamung des Wirtschaftswachstums. Manche erwarten auch für Deutschland eine Rezession. Der Rückgang der Investitionen steht nach Ansicht des Ökonomen für Deutschland bei der Commerzbank (Other OTC: CRZBF.PK - Nachrichten) , Ralf Solveen, in direktem Zusammenhang mit der Krise. "Die Unternehmen sind verunsichert, da sie nicht wissen, wie es weiter geht mit der Eurokrise", sagte Solveen der Nachrichtenagentur dapd. Er geht davon aus, dass sich die Konjunktur im vierten Quartal eher noch weiter eintrübt und auch im ersten Quartal 2013 schwach bleibt.

Krisenländer bleiben schwach

Das Wachstum in Deutschland und Frankreich war im dritten Quartal nicht stark genug, um die Schwäche der Krisenländer auszugleichen. So fiel das BIP im Zeitraum Juli bis September laut Eurostat in Italien um 0,2 Prozent und in Spanien um 0,3 Prozent. Die dritt- und die viertgrößte Volkswirtschaft im Euroraum verzeichneten somit in den ersten drei Quartalen dieses Jahres ein Negativ-Wachstum. Auch in den Niederlanden ging es mit der Konjunktur bergab. Die Wirtschaftsleistung lag demnach im dritten Quartal um 1,1 Prozent unter dem vorangegangenen Dreimonatszeitraum.

In allen 27 Ländern der EU wuchs die Wirtschaft im dritten Quartal laut Eurostat indes leicht um 0,1 Prozent, unterstützt von einem BIP-Zuwachs von 1 Prozent in Großbritannien. In kleineren Ländern außerhalb der Eurozone wie Litauen, Lettland und der Slowakei zog die Konjunktur ebenfalls an.

Auch weltweit war das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal uneinheitlich. So wuchs das BIP der Vereinigten Staaten im Vergleich zum Vorquartal 0,5 Prozent, während es in Japan (EUREX: FMJP.EX - Nachrichten) um 0,9 Prozent absackte.

Ifo sieht schlechteres Weltwirtschaftsklima

Die Stimmung in der Weltwirtschaft hat sich laut Ifo-Institut nochmals verschlechtert. Wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung am Donnerstag mitteilte, sank sein Indikator für das Weltwirtschaftsklima im vierten Quartal von 85,1 auf 82,4 Punkte. Sowohl die aktuelle wirtschaftliche Lage als auch die Geschäftsaussichten für das kommende halbe Jahr beurteilen die 1.156 befragten Experten in 124 Ländern demnach schlechter als vor drei Monaten.

Besonders deutlich sei das Minus in Westeuropa ausgefallen. In Nordamerika und Asien dagegen gab es nur einen leichten Rückgang, wie Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn sagte. Die Experten rechnen zudem für das Jahr 2012 mit einem leichten Anstieg der weltweiten Inflation von 3,4 auf 3,6 Prozent. Der Dollar wird nach ihrer Ansicht kaum an Wert gewinnen.

dapd

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