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Nach dem Rewe-Aus: Durch diese lukrativen Deals verdient der Deutsche Fußballbund dennoch Millionen

DFB-Präsident Bernd Neuendorf. - Copyright: picture alliance/dpa | Christian Charisius
DFB-Präsident Bernd Neuendorf. - Copyright: picture alliance/dpa | Christian Charisius

Am 22. November dieses Jahres dürfte es in den Köpfen der DFB-Verantwortlichen ordentlich geraucht haben. Nachdem sich der Deutsche Fußballbund dafür entschieden hatte, dass Mannschaftskapitän Manuel Neuer bei dem ersten WM-Spiel der Deutschen nicht mit einer "One Love"-Armbinde einläuft, hagelte es Kritik.

Der internationale Fußballverband Fifa hatte die Armbinde zuvor verboten. Grund war das Gastgeberland Katar, das wegen Menschenrechtsverletzungen in der Kritik steht. Jetzt prüft der DFB, rechtliche Schritte gegen die Fifa einzuleiten.

Die Supermarktkette Rewe bekräftigte daraufhin noch einmal das Ende der Partnerschaft, die bereits zuvor aufgekündigt worden war. In einer Pressemitteilung teilte das Unternehmen mit, es werde auf seine Werberechte verzichten. Die anderen Sponsoren heilten weiter an der ihrer Kooperation mit dem DFB fest. Unter anderem Adidas, VW, die Sportwettenplattform Bwin, die Lufthansa, Coca-Cola, die Telekom und die Commerzbank unterstützen den Fußballbund.

Sponsorings größter Einnahmefaktor

Wie wichtig Sponsorings für den DFB sind, wird bei einem Blick in den aktuellen Finanzbericht klar. Die Zahlen beruhen auf dem letzten verfügbaren Bericht aus 2020, sie dürften dieses Jahr wegen der WM anders ausfallen. 2020 aber spülte Sponsoring rund 108 Millionen Euro in die Kassen, nach Abzug des Aufwands waren es unter dem Strich noch 81 Millionen Euro. 30 Millionen Euro zahlt allein der Hauptsponsor Volkswagen jedes Jahr an den DFB, wie "Finanzen 100" berichtet. Über die Höhe der Zahlungen anderer Sponsoren ist nichts bekannt.

Dabei ist Sponsoring nicht das einzige, mit dem der DFB Geld verdient.

Über die A-Nationalmannschaft, für die der Fußballbund verantwortlich ist, fließen rund 49,5 Millionen Euro (nach Abzug des Aufwands 40,2 Millionen in die Kassen. Unter dem Punkt "wesentliche Einflüsse" schreibt der Verband, dass die Spiele der UEFA Nations League durch die UEFA zentral vermarktet werden. Die Nations League ist ein internationales Turnier, an der alle 55 Verbände teilnehmen. Für die Überlassung der Vermarktungsrechte erhalte der Deutsche Fußballbund pauschale Zahlungen.

Einnahmen generierte der Verband auch durch den DFB-Pokal der Herren. 89.000 Millionen Euro standen auf der Ertragsseite. Da der Aufwand aber mit 79,7 Millionen sehr hoch ausfiel, blieben am Ende nur 9,4 Millionen übrig. Im Bericht heißt es, dass die Aufwandsseite "entscheidend von den Ausschüttungen an die teilnehmenden Clubs geprägt" sei. Am DFB-Pokal nehmen deutsche Vereine teil, er ist der zweitwichtigste Titel im nationalen Vereinsfußball.

Lizenzgeschäft bringt Millionen

Geld bringt auch das Lizenzgeschäft mit 8,1 Millionen Euro ein (nach Aufwandsabzug: rund sechs Millionen). Seit 2015 hat der DFB einen Vertrag über die Verwertung seiner Namensrechte, auch aber an der Verwertung der Bild- und Namensrechte der Fußballnationalspieler. Hinzu kommen noch der sogenannte Grundlagenvertrag. Der bringt zwar auf der Ertragsseite 26 Millionen ein, davon gehen aber wieder 20 Millionen Aufwand weg. Unterm Strich also: sechs Millionen.

Der Grundlagenvertrag ist zwischen dem DFB und der Deutschen Fußballliga (DFL) geschlossen worden. Darin überlässt der DFB dem DFL seine Vereins-Einrichtungen zur Nutzung für die erste und zweite Bundesliga. Dafür zahlt der DFL 26 Millionen Euro. Der DFB überweist aber 20 Millionen wieder zurück an die DFL, um die Verfügbarkeit der Nationalspieler durch die Vereine zu gewährleisten.

Auf der anderen Seite hat der DFB hohe Ausgaben, die durch die Gewinne finanziert werden müssen. Dazu zählen beispielsweise die Nachwuchsmannschaften oder gesellschaftliches Engagement. Am Ende von 2020 stand ein Gewinn von etwas mehr als zwei Millionen Euro in den Büchern.

Sponsorings sind also ein entscheidender Teil, um die Arbeit des DFBs zu finanzieren – wenn auch nicht der einzige. Kein Geld verdient derweil Rewe mehr mit den WM-Sammelalben, die es in deren Läden zu kaufen gab. Wie das Unternehmen mitteilte, wolle es die Alben ab sofort gratis abgeben.