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Rewe-Chef über den nächsten Streit mit Herstellern: "Wir werden Stress mit Pepsi haben"

Lionel Souque ist Vorstandsvorsitzender der Rewe Group seit 2017. - Copyright: picture alliance/dpa | Oliver Berg
Lionel Souque ist Vorstandsvorsitzender der Rewe Group seit 2017. - Copyright: picture alliance/dpa | Oliver Berg

Wer derzeit in Supermärkten steht, dem fällt auf: nicht immer sind alle Markenprodukte vorhanden. Das hängt mit Streit im Hintergrund zusammen: Die Händler, also die Supermärkte, liegen im Clinch mit einigen Herstellern wegen zu hoher Preise. Vor allem Rewe und Edeka hatten in den letzten Wochen immer wieder von sich Reden gemacht, unter anderem bei Streitigkeiten mit dem Hersteller Mars.

Nun spricht der Vorstandsvorsitzende der Rewe Group, Lionel Souque, in einem Interview mit dem "Tagesspiegel" über die Lücken in den Supermarktregalen, die Preisverhandlungen mit Herstellern und Lieferanten, sowie vergangene und anstehende Preiserhöhungen. Wenn ein Hersteller oder ein Lieferant eine Preiserhöhung verlange, dann überprüfe der Einzelhandelskonzern, ob die neuen Preise mit den Preisen anderer Marken übereinstimmen und mit dem Preisanstieg im Ausland konsistent seien. Nur dann nehme der Konzern einen höheren Preis hin, so der Rewe-Chef.

Rewe soll laut Souque die Preiserhöhung fast aller deutschen Anbieter zu Ende verhandelt haben, übrig seien nur noch die internationalen Konzerne. Der Rewe-Chef findet es problematisch, dass einige Hersteller und Lieferanten, die nach der russischen Invasion der Ukraine aufgrund von höheren Rohstoffpreisen den Preisanstieg berechtigterweise weitergegeben hätten, Preissenkungen jetzt nicht weitergäben. Er führt Thomy, die Nestlé-Marke für Feinkostprodukte, als ein Beispiel an. "Jetzt bestellen wir Thomy nicht mehr", so der langjährige Rewe-Manager.

Und auch Pepsi könnte bald im Rewe-Regal fehlen. Weil Rewe und Pepsi sich über Preiserhöhungen nicht einig seien, werde Rewe die Energydrink-Marke Rockstar nicht mehr bestellen, kündigt Souque an. Pepsi hätte den Einzelhandelskonzern mit "unglaublichen Preiserhöhungen" zum ersten Januar nächsten Jahres konfrontiert, die Rewe nicht akzeptieren werde. "Wie sollen unsere Kunden das denn dann bezahlen?", betont Souque, es gebe doch genug andere Energydrinks. Rewe müsse versuchen, wie Lidl, Aldi, Edeka und Kaufland Preiserhöhungen zu verhindern und sich nicht erpressen lassen. "Wer braucht schon Rockstar?", fragt der Rewe-Chef rhetorisch.

AA