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Rentner müssen sich mittelfristig auf Nullrunden einstellen

·Lesedauer: 3 Min.

Berlin (dpa) - Nach rekordverdächtigen Rentensteigerungen in den kommenden zwei Jahren um rund zehn Prozent müssen sich die Rentnerinnen und Rentner wieder auf Nullrunden einstellen.

Gemäß gesetzlicher Mechanismen zur Stabilisierung werde es wieder zu solchen Nullrunden kommen, sagte Anja Piel vom Vorstand der Rentenversicherung in Berlin. Angesichts der Kosten für das Rentenplus in zweistelliger Milliardenhöhe kamen aus der Wirtschaft Forderungen, die jüngere Generation nicht weiter zu belasten.

Prognose zur Rentenerhöhung:

Nach dem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Entwurf des Rentenversicherungsberichts 2021 wird nach derzeitigem Stand eine durchschnittliche Steigerungsrate von 2,3 Prozent bis 2035 erwartet. Insgesamt gehen die Schätzer nach aktueller Berechnung von einem Rentenplus von 37 Prozent bis dahin aus. Am Vortag war bekannt geworden, dass die Renten im kommenden Juli in Westdeutschland um 5,2 Prozent und im Osten um 5,9 Prozent steigen könnten. 2023 könnten die Bezüge im Westen um 4,9 Prozent und im Osten um 5,7 Prozent steigen. Die Schätzung ist aber vorläufig - Klarheit gibt es im März 2022. Piels Vorstandskollege Alexander Gunkel sagte, Abweichungen von einem Prozentpunkt seien möglich - «genauso wie es auch zu einer Punktlandung kommen kann».

Gründe für die Rentenanpassung:

Nach dem Wirtschaftseinbruch durch Corona hat die Konjunktur wieder angezogen. So steigen 2021 die Durchschnittslöhne - unter anderem deshalb, weil wieder weniger Menschen in Kurzarbeit sind. Es gibt auch wieder mehr beitragspflichtige Beschäftigte - und gemäß dem sogenannten Nachhaltigkeitsfaktor steigt die Rentenerhöhung, wenn es pro 100 Rentner mehr Beschäftigte als im Vorjahr gibt. Dämpfend wirkt sich dagegen die steigende Zahl der Rentner aus. Die beitragspflichtigen Einnahmen je Versicherten haben sich aber im Krisenjahr 2020 zugleich günstiger als die Löhne aller Arbeitnehmer entwickelt.

Finanzlage der Rentenversicherung:

Für dieses Jahr werden die Einnahmen der Rentenkasse auf 341,1 Milliarden Euro geschätzt. Davon entfallen gut 76 Prozent auf Beiträge und 23 Prozent auf Bundeszuschüsse. Nimmt man alle Bundesmittel hinzu wie etwa für die Überführung von DDR-Versorgungssystemen beliefen sich die Ausgaben des Bundes aus dem entsprechenden Haushaltsplan auf rund 109 Milliarden Euro. Grob gerechnet werden die Kosten für die Rentenerhöhung 2022 auf rund 17 Milliarden Euro taxiert. In diesem Jahr werden die Ausgaben der Rentenkasse insgesamt auf 341,6 Milliarden Euro geschätzt - davon fast 87 Prozent für Renten und 7 Prozent für die Krankenversicherung der Rentner.

Weitere Entwicklung:

Langfristig kommen Piel zufolge mehr Rentner auf 100 Beitragszahler - denn die Babyboomerjahrgänge gehen in Rente. «Deshalb wird der Beitragssatz steigen müssen», sagte sie. Bis 2023 soll es bei 18,6 Prozent bleiben. Bis 2035 soll er auf 22,3 Prozent steigen. Das Rentenniveau, das das Verhältnis von Renten zu Löhnen zeigt, beträgt derzeit 49,4 Prozent und soll bis 2025 auf 49,2 Prozent und bis 2035 den jetzigen Schätzungen zufolge auf 45,7 Prozent absinken.

Forderung der Arbeitgeber:

Vor dem Hintergrund des wachsenden Finanzdrucks auf die Rente plädierte Arbeitgebervertreter Gunkel dafür, einen vor wenigen Jahre gestrichenen Anpassungsmechanismus wieder in Kraft zu setzen. «Die Renten sollten nicht stärker steigen als die Löhne», sagte Gunkel. Im laufenden Jahr hätten die Renten rechnerisch in der Krise eigentlich sinken müssen. Doch Kürzungen sind gesetzlich ausgeschlossen. Das sei in Ordnung, so Gunkel. Aber dieser Schutz sollte im darauffolgenden Jahr angerechnet und die Rentenanpassung folglich gedämpft werden, meinte er. Das gesetzliche Mindestrentenniveau von 48 wäre dann immer noch gewahrt. «Und das würde die langfristige Finanzierung erleichtern», so Gunkel.

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