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Renten am Morgen: Virussorgen halten Renditen stabil

Dirk Gojny
·Lesedauer: 5 Min.

(Bloomberg) -- Den Freitag haben die Staatsanleihen aus den Euroländern ebenso wie die Treasuries mit Kursgewinnen beendet. Besonders gesucht waren die Anleihen aus den Kernländern, deren Renditen am langen Ende wegen der Zunahme der Risikoaversion zwischen drei und vier Basispunkten sanken. Die Bewegung ging mit der Abflachung der Zinskurven einher.

Vor dem Wochenende war die Sorge vor einer neuerlichen Verschärfung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus und den daraus abzuleitenden wirtschaftlichen Folgen wieder einmal ausgeprägt.

Die Kurse der Peripherieanleihen konnten sich behaupten. Innerhalb dieser Ländergruppe waren italienische Staatsanleihen am meisten gesucht, was auf deren Renditevorsprung gegenüber den Bonds von der iberischen Halbinsel zurückzuführen sein dürfte. Die Rendite der 30-jährigen BTPs schloss erneut unter 1,8%.

Änderungen der Bonitätseinschätzungen von Estland, Großbritannien und der Europäischen Union wurden am Freitagabend nicht vorgenommen. Großbritannien wird weiterhin mit einem AA- mit einem negativen Ausblick von Fitch geführt.

Am Nachmittag wird wieder das Volumen der Anleiheankäufe durch das System Europäischer Zentralbanken veröffentlicht. Und wie in den Vorwochen könnten sich die Eingriffe in Grenzen gehalten haben. Durch den Ausgang der Regionalwahlen sowie des Referendums zur Reduzierung der Zahl der Sitze im Parlament in Italien blieben stärkere Schwankungen bei den Spreads italienischer Staatsanleihen aus.

Bisher sorgten die laufenden Budetplanungsprozesse für das kommende Jahr ebenfalls nicht für ein Anziehen der Renditen oder eine Ausweitung der Spreads der Peripherie zu den Kernländern. Entsprechend dürften sich die Ankaufvolumina für das PSPP und das PEPP zwar oberhalb derjenigen aus dem August bewegen. Sonderlich hoch werden sie dennoch nicht ausfallen. Die Notenbanken können ihre Ressourcen schonen.

Die Emissionswelle wird im laufenden Jahr ebensowenig abebben wie im kommenden. Darauf deuten die bislang von Euroländern vorgelegten Budgetplanungen hin. Zusätzlich wird die Europäische Union wahrscheinlich bald mit der Refinanzierung von SURE beginnen.

Am meisten Beachtung dürften die Auftritte der beiden EZB-Vertreterinnnen Isabel Schnabel und Christine Lagarde finden. Aussagen zur Entwicklung des Euro, der Inflation, dem Stand der Strategiediskussion usw. werden die meiste Aufmerksamkeit erhalten.

Vermutlich wird die EZB-Präsidentin vor dem Europäischen Parlament ein sehr verhalten optimistisches Bild von den wirtschaftlichen Perspektiven des Euroraums zeichnen, um die Tür für weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen geöffnet zu halten. Letzteres dürfte die Diskussion zwischen den Notenbankern im letzten Quartal prägen, zumal es Widerstand gegen eine Lockerung der Geldpolitik gibt.

Der Wochenauftakt für die Anleihen aus den Kernländern dürfte von Kursverlusten geprägt sein. Sie werden sich dem Risk-on, das am Montagmorgen aus Asien signalisiert wird, nicht vollständig entziehen können, obwohl die Treasuries kaum reagierten. Diese konnten ihr Schlussniveau von Freitag weitestgehend halten. Dennoch werden die Sorgen vor den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie die Renditen um das aktuelle Niveau erst einmal festnageln.

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Die Peripherie dürfte sich einer Abwärtsbewegung der Kurse der Kernlandbonds weitestgehend entziehen können. Rendite dürfte weiterhin gesucht sein. Entsprechend ist zu Handelsbeginn eine Outperformance der Peripherie gegenüber den Kernländern zu erwarten.

Konjunkturdaten

Wirtschaftsdaten aus dem Euroraum und den USA werden am Montag keinen Einfluss auf die Renditeentwicklung der Bonds nehmen. Sie kommen aus der zweiten oder dritten Reihe. Das gilt auch für den Indikator der Dallas Fed für den September. Bisher gaben die von den Notenbankniederlassungen berechneten Indikatoren für den September ein durchwachsenes Bild ab. Ihnen gemeinsam ist jedoch, dass sie auf eine Verlangsamung des Aufschwungs in den USA hindeuten.

Primärmarkt

Mit dem herannahenden Beginn des vierten Quartals steht die Veröffentlichung der Emissionsplanung der Bundesfinanzagentur für die letzten drei Monate des Jahres bevor. Die Planung dürfte Aufschluss darüber geben, wann der zweite grüne Zwilling - dieses mal ein Abbild einer Bundesobligation - unter die Anleger gebracht werden soll.

Die Renditen der Bundesanleihen dürfte die Planung für das letzte Quartal des Jahres kaum bewegen, da bereits eine Zunahme der Refinanzierungsaktivitäten erwartet wird.

Auf die am vergangenen Freitag veröffentlichte Haushaltsplanung des Bundes, aus der auch der Nettorefinanzierungsbedarf für 2021 hervorgeht, reagierten die Renditen der Bundesanleihen ebenfalls nicht, obwohl nach Refinanzierung von Fälligkeiten rund 104 Milliarden Euro zusätzlich am Kapitalmarkt eingeworben werden sollen.

Abgesehen von Litauen wird kein weiteres Land aus dem Euroraum den Kapitalmarkt am Montag anzapfen. Es wird eine bis November 2026 laufende Anleihe aufgestockt. Die zu erwartende Anhebung des umlaufenden Volumens dürfte sich im mittleren zweistelligen Millionenbereich bewegen. Darauf deuten die Aufstockungsvolumina der vergangenen Monate jedenfalls hin. Der Kapitalmarkt wird sicher nicht sonderlich gefordert sein.

Am Geldmarkt werden Deutschland, Frankreich und die Niederlande aktiv. Die Emissionsvolumina fallen mit einem Papier mit zwölf Monaten Laufzeiten aus Deutschland in einem Umfang von bis zu 4 Milliarden Euro und einem Kurzläufer mit sechs Monaten Laufzeit aus den Niederlanden mit einem Volumen von bis zu 2 Milliarden Euro geringer aus als in der Vorwoche. Das französische Schatzamt wird drei Kurzläufer mit Laufzeiten zwischen drei und zwölf Monaten in einem Umfang von 5,8 Milliarden Euro anbieten.

Fälligkeiten an Geldmarktpapieren von rund 7 Milliarden Euro gibt es in den Niederlanden und von rund 8 Milliarden Euro in Frankreich. Die Emissionen sind also sehr gut gestützt.

Geldmarktpapiere wird auch das Treasury offerieren. Mit den Laufzeiten von drei und sechs Monaten sollen 105 Milliarden Dollar eingeworben werden. Damit ändert sich das Emissionsvolumen im Vergleich zur Vorwoche erneut nicht.

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