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Renten am Morgen: Reflation Trade lebt; Yellen macht Vertrieb

Dirk Gojny
·Lesedauer: 5 Min.

(Bloomberg) -- Bis zum Handelsschluss am Montag haben die Kurse der Staatsanleihen aus dem Euroraum ihre Tagesverluste eingegrenzt. Es blieben Renditeanstiege für die Kernländer am langen Ende der Zinskurve von rund zwei Basispunkten übrig. Diejenigen aus den Semi-Kernländern und der Peripherie fielen nicht nennenswert höher aus. Die Bondmärkte scheinen die Ankündigung einer neuen 50-jährigen französischen Staatsanleihe letztlich doch ganz gut verkraftet zu haben.

Die Reduzierung der Kursverluste bei italienischen Staatsanleihen deutet einmal mehr darauf hin, dass die Investoren nicht von Neuwahlen ausgehen, sondern von einer geänderten Regierungskonstellation auf Basis der vorhandenen Machtverhältnisse in beiden Kammern des Parlaments. Die erste überstandene Vertrauensabstimmung im Unterhaus enttäuschte diese Erwartung zumindestens nicht.

Allerdings steht die entscheidende Hürde mit der Vertrauensabstimmung im Senat noch an. Hier stehen die Chancen für Ministerpräsident Giuseppe Conte schlechter. Und selbst wenn er im Senat wegen der Enthaltung der Senatoren von Italia Viva eine relative Mehrheit erhält, ist die Regierungsarbeit geschwächt.

Conte würde dann immer auf die Zustimmung von Parteien oder einzelnen Abgeordneten angewiesen sein, die wahrscheinlich kein Teil seiner Regierungskoalition wären. Ob so eine Art Minderheitsregierung lange Bestand haben könnte, ist völlig offen, zumal der Staatspräsident auf einer stabilen Mehrheit beharrt, damit Conte im Amt bleiben kann.

Es gibt mit Portugal auch positive Beispiele, wie es mit einer Minderheitsregierung über einige Jahre funktionieren kann. Für Conte könnte beispielsweise eine Minderheitsregierung unter Duldung oder Zusammenarbeit mit Italia Viva denkbar sein.

Das würde vermutlich mehr politische Unsicherheit mit sich bringen und die italienischen Staatsanleihen stärker schwanken lassen. Solange die Europäische Zentralbank allerdings über Nettoanleihekäufe aktiv ist, könnte sie zu starke Schwankungen glätten.

Trotz der Renditeschwankungen in der abgelaufenen Berichtswoche war das System Europäischer Zentralbanken nur etwas aktiver mit Anleihekäufen. Insgesamt wurden rund 22,2 Milliarden Euro an öffentlichen Anleihen gekauft.

Der überwiegende Teil entfiel mit 18,2 Milliarden Euro auf das PEPP. Die Ankäufe im Zuge des PSPP dürften nicht zuletzt aufgrund von Fälligkeiten und Reinvestitionen etwas geringer ausgefallen sein. Allerdings fehlen in diesem Monat erstmals die zusätzlichen 20 Milliarden Euro, die im vergangenen Jahr für eine Zeit lang angekauft wurden.

Die Käufe insbesondere im Rahmen des PEPP dürften sich auch in der laufenden Berichtswoche auf dem Niveau der vergangenen halten. Dafür sprechen die anhaltend leichten Turbulenzen, die durch die Regierungskrise in Italien ausgelöst wurden.

Neben der Abstimmung im italienische Senat wird der Auftritt der designierten US-Finanzministerin Janet Yellen vor einem Ausschuss des Senats genau verfolgt werden. Sie wird für die fiskalische Unterstützung werben. Ihr dürften dabei die jüngsten schwachen US-Wirtschaftsdaten - Einzelhandelsumsätze, Indikator der Uni Michigan - durchaus in die Hände spielen. Bereits am Dienstagmorgen zogen die Renditen der Treasuries leicht an. Die Zinskurve wurde über weite Teile etwas steiler. Der Reflation Trade scheint immer noch in Takt zu sein.

Von dem ECOFIN-Treffen dürften dagegen keine Impulse für die Rentenmärkte ausgehen. Vielleicht gibt es im Verlauf des Treffens mehr Informationen darüber, wie die einzelnen EU-Länder die Mittel aus dem Aufbaufonds verwenden wollen. Dazu gab es gestern nach dem Eurogruppen-Treffen nämlich nichts Konkretes.

Der Tag mit Bloomberg: Yellen-Rede; Merkel, Länderchefs beraten

Mit den Vorgaben aus dem frühen asiatischen Handel dürfte es mit Kursverlusten für die Staatsanleihen aus dem Euroraum in den Dienstag gehen. Die BTPs dürften im Laufe des Vormittags wieder gegen ihre Peers underperformen.

Konjunkturdaten

Wirtschaftsdaten, die die Bondmärkte bewegen könnten, sind erneut rar. Die endgültigen deutschen Konsumtenpreisdaten für den Dezember sind es jedenfalls nicht.

Auch der ZEW-Indikator für den Januar dürfte allenfalls für eine kurze Reaktion sorgen. Die von Bloomberg befragten Volkswirte erwarten zwar eine Verbesserung des Wertes der Erwartungskomponenten gegenüber dem Vormonat. Aufgrund der anhaltenden Einschränkungen aufgrund der Pandemie ist trotz positiver Entwicklungen an den Finanzmärkten Skepsis angebracht, ob sich der Wert tatsächlich aufgehellt hat.

US-Daten sind erneut Mangelware.

Primärmarkt

An geplanten Emissionen steht lediglich die Aufstockung der aktuellen 10-jährigen finnischen Benchmark auf der Agenda. Trotz tiefer negativer Rendite für den Bond dürfte die Erhöhung des umlaufenden Volumens um bis zu 1 Milliarde Euro problemlos ohne Renditezugeständnisse platziert werden können. Finnland profitiert dabei vor allem von dem Seltenheitscharakter, den die Emissionen aus dem skandinavischen Land haben.

Bereits am Montag sorgte die Mandatierung für eine neue 50-jährige Anleihe durch das französische Schatzamt für leichten Abgabedruck auf die Bondnotierungen von Kern- und Semi-Kernländern am langen Ende der Zinskurve.

Die Platzierung am ultra-langen Ende der Zinskurve dürfte noch einige weitere Renditezugeständnisse erfordern, obwohl vor allem Anlegern mit langen Passivseiten bei dem Bond zugreifen dürften. Sie können auf diesem Weg ALM Mismatches verkleinern. Die Platzierung wird eine Erholung der Anleihekurse am Dienstag jedenfalls erschweren. Das lange Ende der französischen Kurve dürfte tendenziell unter Kursdruck stehen.

Am Geldmarkt wird das spanische Tesoro mit der Platzierung von Papieren mit Laufzeiten von rund drei und neun Monaten aktiv. Das Gesamtvolumen wird maximal 2,5 Milliarden Euro betragen und ist damit überschaubar.

Am Abend wird das Treasury mit Cash Management Bills sowie T-Bills aktiv. Erneut werden 105 Milliarden Dollar an T-Bills mit Laufzeiten von drei und sechs Monaten angeboten. Reaktionen an den Märkten wird das nicht hervorrufen.

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