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Renten am Morgen: Die Hürde für Renditerückgänge ist -0,55%

Dirk Gojny
·Lesedauer: 5 Min.

(Bloomberg) -- Mit dem Stimmungsumschwung der Investoren, der durch die wöchentlichen Daten zum US-Arbeitsmarkt sowie die Vorabschätzung für das US-Wachstum im Schlussquartal 2020 ausglöst wurde, ging es sowohl mit den Kursen der Treasuries als auch der Staatsanleihen aus den meisten Regionen des Euroraums abwärts.

Dem Renditeanstieg der 10-jährigen Treasuries von in der Spitze sieben Basispunkten konnten sich die Papiere aus den Kern- und Semi-Kernländern nicht vollständig entziehen. Bis zum Handelsschluss legten die Renditen der Kern- und Semi-Kernländer am ultralangen Ende jedoch nur noch rund einen Basispunkt zu. Über die meisten Teile der Zinskurven notierten sie derweil unverändert zum Vortag.

Es wurde jedoch einmal mehr deutlich, dass zurzeit wieder einmal sehr starke Impulse nötig sind, um die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihen unter -0,55% zu drücken. Selbst die Aussagen von Vertretern der Europäischen Zentralbank, wonach weitere Zinssenkungen nicht ausgeschlossen seien, halfen den Bunds nicht, diese Marke zu knacken. Die Investoren scheinen den Notenbankern Zinssenkungen nicht abzukaufen. Schließlich fielen die Reaktionen sehr überschaubar aus.

Für Bund-Renditen unter -0,55% wäre wohl eine anhaltende Risikoaversion über mehrere Tage, eine weitere Eintrübung der wirtschaftlichen Perspektiven mit dem Aufleben von Zinssenkungsfantasie oder ein Scheitern der US-Fiskalpläne bzw. eine deutliche Verkleinerung des zu erwartenden Umfangs an zusätzlichen Unterstützungen von Nöten.

Während es für Kern- und Semi-Kern überwiegend Kursverluste oder bestenfalls unveränderte Bondkurse zu verdauen galt, gaben die Renditen der italienischen Papiere etwas nach, da sich Lösungen für die Regierungskrise im Sinne der Anleger abzeichneten.

Das Szenario Neuwahlen ist für Italien zwar noch nicht gänzlich vom Tisch. Nach den ersten Gesprächen des Staatspräsidenten, Sergio Mattarella, mit Parteichefs am Donnerstag zeichnet sich jedoch ab, dass die Parteivertreter bereit sind, gemeinsam eine neue Regierung zu bilden. Auch der Vorsitzende der Italia Viva, Matteo Renzi, signalisierte das. Offen ist jedoch, wem der Staatspräsident den Auftrag zu Bildung einer Regierung erteilen wird.

Einige der bisher von Mattarella empfangenen Parteispitzen würden Giuseppe Conte als neuen, alten Regierungschef unterstützen. Offen ist jedoch, wie sich Renzis Italia Viva dazu positioniert. Der Staatspräsident wird am Freitag weitere Gespräche führen. Möglicherweise wird er bereits am Samstag den Auftrag zur Regierungsbildung vergeben. Die italienischen Staatsanleihen dürften auf diese Nachrichten kaum reagieren. Die Investoren waren ja sowieso von einer Regierungsbildung ohne Neuwahlen ausgegangen.

Bevor es mit den BTP-Renditen noch weiter abwärts geht und sich die Spreads gegen die Kernländer auf das Niveau vor Ausbruch der Regierungskrise einengen, dürften die Anleger jedoch abwarten, ob die Regierungsbildung tatsächlich erfolgt.

Am Abend werden sich die beiden lokalen Fed-Präsidenten Mary Daly (stimmberechtigt) und Robert Kaplan äußern. Kaplan gehörte zu den US-Notenbankern, die die Tapering-Diskussion ins Rollen brachten. Daher ist es von Interesse, ob er vollständig mit der nach der FOMC-Tagung beschlossenen geldpolitischen Linie übereinstimmt. Jerome Powell machte sehr deutlich, dass eine Diskussion über die Reduzierung des Volumens an Anleihenkäufen verfrüht ist.

Der Tag mit Bloomberg: Börsen unter Druck; BIP-Zahlen im Fokus

Mit dem Risk-off, der vom asiatischen Handel am Freitagmorgen mit Blick auf die nachgebenden Aktienfutures nach Europa überschwappt, sollten die Staatspapiere aus den Kernländern ihre Verluste am langen Ende wieder aufholen. Dennoch bleibt es für die Bund-Rendite schwierig, unter -0,55% zu sinken, was auch das Potenzial der anderen Kernländer für Renditerückgänge eingrenzt. Davon könnte jedoch die Peripherie mit Spreadeinengungen profitieren.

Konjunkturdaten

Die französischen Daten zum Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal fielen mit einem Rückgang von 1,3% zum Vorquartal nicht ganz so enttäuschend aus, wie es befürchtet wurde. Für die deutschen BIP-Informationen wurde bereits die Schnellschätzung veröffentlicht, so dass es nur um die Komponenten geht. Das Potenzial für Überraschungen ist begrenzt.

Zusätzlichen werden die entsprechenden Daten aus Belgien, Österreich und Spanien berichtet. Für die viertgrößte Volkswirtschaft im Euroraum wird nach der kräftigen Erholung im dritten erneut ein Einbruch der Wirtschaftsleistung im vierten Quartal erwartet. Alles in allem ist aufgrund der zahlreichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens von einem schwachen vierten Quartal auszugehen.

Neben zahlreichen weiteren Wirtschaftsdaten aus einzelnen Euroländern werden die deutschen Arbeitsmarktzahlen sowie die Schnellschätzung für die spanischen Konsumentenpreisdaten wohl am meisten Beachtung finden. Durch die umfangreichen Regelungen zur Vermeidung von Entlassungen sollte die Lage am deutschen Arbeitsmarkt vergleichsweise entspannt sein. Nach dem starken Anstieg der Preise werden die Investoren nach ähnlichen Anzeichen bei der spanischen Teuerungsentwicklung suchen.

Insgesamt sollten vor allem die BIP-Daten den Kursen der Staatspapiere aus dem Euroraum Unterstützung bieten.

Von den zahlreichen US-Daten dürfte die Änderung der persönlichen Einkommen und Ausgaben zum Vormonat sowie der Wert des Chicagoer Einkaufsmanagerindex den größten Einfluss auf die Treasury-Kurse nehmen. Aufgrund anhaltend hoher Arbeitslosigkeit dürften die Einkommen kaum gestiegen sein, so dass sich die Konsumenten auch mit Ausgaben zurückgehalten haben dürften. Beides sollten die Treasury-Kurse tendenziell zulegen lassen.

Aufgewogen könnte diese Unterstützung der Treasuries durch einen Chicagoer PMI, der für den Januar zwar leicht schwächer als im Vormonat erwartet wird. Mit prognostizierten 58,5 Punkten läge er aber noch weit in einem Bereich, der eine Expansion des verarbeitenden Gewerbes anzeigt.

Bonitätseinschätzungen

Es steht die Veröffentlichung von insgesamt vier aktualisierten Bonitätseinschätzungen für Länder des Euroraums auf der Agenda. DBRS Morningstar wird auf Irland und Österreich schauen. Litauen wird von Fitch unter die Lupe genommen. Und Moody’s will eine Aktualisierung der Bonitätseinschätzung zu Deutschland bekannt geben.

Alle Ratings sind mit einem stabilen Ausblick versehen, so dass Änderungen der Bonitätseinstufung unwahrscheinlich sind. Das Überraschungspotenzial ist insgesamt sehr gering.

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