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Renten am Morgen: Anleger setzen auf Kontinuität in Rom und EZB

Dirk Gojny
·Lesedauer: 5 Min.

(Bloomberg) -- Trotz des Risk-off sowie nachgebender Treasury-Renditen haben die Staatsanleihen aus den Kern- und Semi-Kernländern bis zum Handelsschluss am Freitag Kursverluste verzeichnet. Tagesgewinner waren die Staatspapiere jener Länder, die die schwächste Bonität im Euroraum aufweisen: Italienische und griechische Bonds.

Die Nahe den Tiefständen aus dem August 2019 liegenden deutschen Realrenditen dürften weitere Renditenrückgänge für Bunds und die Kernländer erschweren. Damit es mit den Nominalrenditen wieder weiter abwärts gehen kann, müssten sich die Inflationserwartungen abschwächen.

Möglicherweise erhalten die Inflationserwartungen am kommenden Donnerstag von den Aussagen der Vertreter der Europäischen Zentralbank nach Abschluss der ersten Tagung des EZB-Rats im laufenden Jahr einen Dämpfer. Allerdings dürften die ersten Schnellschätzungen für die Entwicklung der Verbraucherpreise im Januar den ein oder anderen deutlicheren Anstieg beinhalten. Schließlich wurde in einigen Ländern die Umsatzsteuer angehoben. Zudem fallen beispielsweise in Deutschland zusätzliche Abgaben bei fossilen Brennstoffen an.

Die Renditerückgänge der italienischen Staatspapiere machten deutlich, dass Investoren weiter auf eine Lösung der Regierungskrise in Rom innerhalb der vorhandenen parlamentarischen Verhältnisse ohne vorgezogene Neuwahlen setzen. Am Montag und vermutlich auch am Dienstag wird sich Regierungschef Giuseppe Conte Vertrauensabstimmungen im Parlament stellen müssen. Dabei dürfte das Votum im Senat für ihn eine deutlich kritischere Angelegenheit sein.

Selbst wenn sich die Senatoren von Italia Viva der Stimme enthalten würden, so dass Conte die Abstimmung überstände, ist es unklar, wie es weitergehen wird. Schließlich würde die Conte-Regierung über keine stabile Mehrheit mehr verfügen. Auch ohne vorgezogenen Neuwahlen dürften sich die politischen Prozesse erheblich verlangsamen, sofern es keine schnelle Lösung für die Regierungsprobleme in Rom gibt.

Das könnte zu Verzögerungen bei der Übermittlung der Vorschläge für die Inanspruchnahme der Mittel aus dem Restrukturierungsfonds sowie der notwendigen Konsolidierung der Staatsfinanzen führen. Dass die Anleger derzeit wenig beunruhigt sind, wird auch an der Europäischen Zentralbank liegen. Durch ihre Anleiheankäufe vor allem im Rahmen des PEPP wird einem starken Anziehen von Renditen und Spreads entgegengewirkt. Nichtsdestotrotz dürfte die Unsicherheit über den Ausgang der Vertrauensabstimmungen auf den italienischen Staatspapieren lasten und sie unter leichten Abgabedruck bringen.

Die Daten zu den Anleiheankäufen durch die EZB in der abgelaufenen Berichtswoche werden Auskunft darüber geben, ob sich die Notenbank gezwungen sah, verstärkt in das Marktgeschehen einzugreifen. Allerdings dürfte die Notenbanken aufgrund der Wiederanlage von Fälligkeiten ohnehin etwas aktiver gewesen sein.

Der Feiertag in den USA wird zwar dazu beitragen, dass die Handelsumsätze geringer ausfallen als üblich. Dennoch können aus den USA durchaus Impulse gesendet werden, die die Renditeentwicklung im Euroraum beeinflussen.

Der Reflation Trade pausierte am Freitag. Die Investoren sind skeptisch hinsichtlich der Umsetzbarkeit des vom designierten US-Präsidenten vorgeschlagenen Konjunkturprogramms, obwohl sowohl die jüngsten Einzelhandelsumsätze als auch die Stimmung der Verbraucher gemessen mit dem Indikator der Uni Michigan auf eine Abkühlung der Konsumaktivität hindeuten. Zusätzliche Unterstützung zur Stabilisierung des privaten Verbrauchs scheint weiterhin notwendig zu sein.

Die Kurse der Bonds aus den Kernländern dürften kaum geändert in den Montag starten. Der Treasury-Future bewegte sich im asiatischen Handel nur wenig. Abgesehen von den italienischen Staatspapieren dürften die Anleihen aus der Peripherie von der Suche nach Rendite profitieren und die Kernlandbonds zu Handelsbeginn leicht outperformen.

Der Tag mit Bloomberg: Aktienfutures sinken trotz China-Erholung

Von dem virtuellen Treffen der Eurogruppe, bei der auch die Vorbereitung der nationalen Pläne zur Inanspruchnahme der Aufbaufonds im Fokus stehen, werden ebenso keine Impulse für den Bondhandel ausgehen wie von den Rating-Entscheidungen am späten Freitagabend. Moodys aktualisierte nicht das finnische Rating. Fitch behielt die Bonitätseinschätzung von Großbritannien mit negativen Ausblick bei. DBRS Morningstar nahm keine Änderung der Bonitätseinschaätzung von Slowenien vor.

Konjunkturdaten

Die Wachstumsdaten aus China machten deutlich, dass das Land die Wachstumschwäche aufgrund der Pandemie bis zum Jahresende weitestgehend wieder überwunden hatte. Dort läuft es also wieder, worauf zusätzlich die Daten zur Industrieproduktion hindeuten. Nur die Entwicklung der Einzelhandelsumsätze blieb etwas hinter den Erwartungen zurück. Nichstdestoweniger befinden sie sich ebenfalls weiter auf Erholungskurs. Abgesehen von zulegenden chinesischen Aktienmärkten blieben die Daten jedoch ohne Wirkung.

Im weiteren Verlauf des Montags werden keine für die Bondmärkte relevanten Wirtschaftsdaten veröffentlicht.

Primärmarkt

Am Kapitalmarkt werden mit Litauen und der Slowakei gleich zwei Länder mit Bondemissionen aktiv. Das litauische Schatzamt wird einen bis Ende November 2026 laufenden Bond aufstocken. Das Volumen dürfte im mittleren zweistelligen Millionenbereich liegen. Darauf deuten jedenfalls die vergangenen Aufstockungen hin. Das ist kein Betrag, der die Aufnahmefähigkeit der Finanzmärkte ernsthaft testen wird.

Das Schatzamt der Slowakei wird insgesamt vier Anleihen mit Laufzeiten 2028, 2030, 2031 und 2032 aufstocken. Das indikative Volumen für die Anhebung des umlaufenden Volumens aller vier Anleihen beträgt rund 528 Millionen Euro. Auch das sollte die Finanzmärkte vor keine größeren Aufnahmeprobleme stellen.

Anleiherückzahlungen sind im Verlauf der Woche jedoch Mangelware. Es gibt lediglich eine Fälligkeit aus Slowenien. Sie beträgt allerdings nur 1,5 Milliarden Euro.

Außerdem versandte die Europäische Union die Aufforderung, Angebote für die Emission weiterer Anleihen unter dem SURE-Programm einzureichen. Es ist damit zu rechnen, dass die EU alsbald in der Emissionsgesehen mit weiteren SURE-Emissionen eingreifen wird. Aufgrund der Langfristigkeit des Programms werden die Emissionen wohl eher längere Laufzeiten aufweisen.

Am Geldmarkt werden wieder Deutschland, Frankreich und die Niederlande aktiv. Die deutsche Finanzagentur wird bis zu 6 Milliarden Euro an Papieren mit Laufzeiten von drei und sieben Monaten anbieten. Aus Frankreich sind vier Kurzläufer mit Fälligkeiten zwischen drei und zwölf Monaten mit einem Gesamtvolumen von 6 Milliarden Euro zu erwarten. Das holländische Treasury will bis zu 3 Milliarden Euro mit Geldmarktinstrumenten mit Laufzeiten von drei und sechs Monaten einnehmen.

Fälligkeiten gibt es mit 4,6 Milliarden Euro aus Frankreich und mit 13,5 Milliarden Euro aus Deutschland. Das sollte ausreichend sein, damit die neuen Kurzläufer sich ausgezeichneter Nachfrage erfreuen werden.

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