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VW vorne, Daimler stürzt ab – Das sind die rentabelsten Autohersteller der Welt

Weltweit ist der Autoabsatz gesunken, die Gewinne brechen ein. Einige Hersteller können dem Trend trotzen. Diese Marken sind besonders rentabel.

Der neue Daimler-Chef Ola Källenius will die Marke mit dem Stern wieder auf Kurs bringen. Foto: dpa

Der Automarkt steckt weltweit in der Krise. In allen wichtigen Märkten ist der Absatz von Januar bis Oktober deutlich gesunken. Um sich für die neue Autowelt zu rüsten, müssen die Hersteller darüber hinaus kräftig in Forschung und Entwicklung investieren, was die Kosten steigen lässt.

Doch einige Hersteller schaffen es trotzdem, dem Trend zu trotzen. Ein Ranking der Unternehmensberatung EY zeigt, welche Marken besonders rentabel arbeiten – und welche nicht. Im Vergleich fehlen allerdings die französischen Hersteller Renault und Peugeot Citroën (PSA), da beide bislang keine Angaben zum Ebit gemacht haben.

Das sind die rentabelsten Autohersteller im Überblick:

Platz 14: Nissan

Nicht nur der Ghosn-Skandal hielt die Marke dieses Jahr in Atem, auch operativ läuft es alles andere als rund. Im wichtigen US-Markt, aber auch in Europa sind die Fahrzeugverkäufe der Japaner deutlich gesunken. Der neue Chef Makoto Uchida soll nun das Ruder herumreißen.

Mit 3,86 Millionen verkauften Fahrzeugen weltweit gehörte die Renault-Schwester in den ersten neun Monaten zu den großen Verlierern im Automarkt. Der Gewinn in den vergangenen drei Quartalen fiel mit 295 Millionen Euro deutlich schmaler aus als im Vorjahr, in dem Nissan noch 3,44 Milliarden Euro erwirtschaften konnte. Die Ebit-Marge liegt noch bei mageren 0,5 Prozent.

Platz 13: Mazda

Im Konzert der großen Konzerne war Mazda lange in der Nische erfolgreich. Doch die Erfolgsjahre sind allmählich vorbei. Der Gewinn fiel in den ersten neun Monaten mit 302 Millionen Euro sehr schmal aus, die Verkäufe sackten weltweit um zehn Prozent auf 1,12 Millionen verkaufte Fahrzeuge ab. Mit einer Ebit-Marge von 1,9 Prozent sind die Japaner im Industrievergleich weit unten.

Platz 12: Mitsubishi

Der kleinste Hersteller im Vergleich kann seine Verkäufe in den ersten neun Monaten zwar leicht auf 942.000 Fahrzeuge steigern. Doch den Hersteller schwächen weiterhin deutliche Kostenprobleme.

Der Gewinn ist in den ersten drei Quartalen um 59 Prozent auf 302 Millionen Euro eingebrochen. Das entspricht einer mageren Ebit-Marge von zwei Prozent.

Platz 11: Ford

Der Konzern steckt mitten in einem radikalen Kostensenkungsprogramm. Allein in Europa sollen 12.000 Arbeitsplätze gestrichen, mehrere Werke werden geschlossen werden. Das sorgt für hohe Sonderkosten. Und auch der Absatz ist weltweit in den ersten drei Quartalen um elf Prozent auf 4,03 Millionen Fahrzeuge eingebrochen.

Mit einem Gewinn von 2,46 Milliarden Euro liegen die Amerikaner im ersten Quartal satte 30 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Ebit-Marge ist mit 2,4 Prozent im Branchenvergleich ebenfalls nicht besonders hoch.

Platz 10: Hyundai

Im Jahr 2018 belasteten ungünstige Währungseffekte die Bilanz. Entsprechend krass wirkt sich die Erholung beim Gewinn aus, der in den ersten neun Monaten um satte 27 Prozent auf 1,87 Milliarden Euro zulegen konnte. Beim Absatz kann sich allerdings auch Hyundai dem Negativtrend nicht entziehen. Mit 3,23 Millionen verkauften Fahrzeugen gingen die Verkäufe leicht um vier Prozent zurück.

Trotz der Erholung sind die Koreaner im Branchenvergleich alles andere als eine Gewinnmaschine. Die Ebit-Marge ist mit 3,1 Prozent weiterhin deutlich unterdurchschnittlich.

Platz 9: Daimler

Ein jäher Absturz für die deutsche Premiummarke: Zum Jahresbeginn thronte Daimler im Branchenvergleich noch an der Spitze. Nach drei Quartalen landet man nur knapp in der Top Ten. Die Gründe sind vielfältig. Bei der Elektromobilität hängt Daimler hinterher. Es drohen Probleme mit der EU.

Der Konzern steckt mitten in der Sanierung. Tausende Arbeitsplätze sollen abgebaut werden. Der Gewinn hat sich mit 3,94 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr mehr als halbiert. Obwohl die Verkäufe mit 2,04 Millionen Fahrzeugen in den ersten neun Monaten relativ stabil waren, ist die Ebit-Marge mit 3,1 Prozent deutlich niedriger als bei der Premiumkonkurrenz.

Platz 8: Kia

Auch bei der Schwestermarke von Hyundai sorgen die Währungseffekte aus dem Vorjahr für branchenuntypische Gewinnzuwächse. Der Gewinn konnte im Vergleich zum Vorjahr um 83 Prozent auf 1,09 Milliarden Euro zulegen. Allerdings trügt dieses gute Finanzergebnis.

Denn die Verkäufe der Koreaner stagnieren im Vergleich zum Vorjahr bei 2,04 Millionen verkauften Fahrzeugen. Und auch die Ebit-Marge von 3,4 Prozent ist alles andere als üppig. Die Expansionsstrategie der vergangenen Jahre hat Spuren in der Bilanz hinterlassen.

Platz 7: Honda

In Europa spielt die Marke eine untergeordnete Rolle. Doch mit 3,93 Millionen verkauften Fahrzeugen landet sie beim Absatz weltweit auf Platz Fünf und konnte den Absatz gegen den Markttrend sogar leicht steigern.

Doch die weltweite Autokrise lässt auch die Japaner nicht ganz kalt. Der Gewinn ist mit 4,76 Millionen Euro gesunken. Die Ebit-Marge liegt mit 5,0 Prozent dafür aber immer noch auf einem ordentlichen Niveau.

Platz 6: Fiat Chrysler (FCA)

Nach der gescheiterten Allianz mit Renault sprechen die der Italo-Amerikaner mittlerweile mit PSA über einen Zusammenschluss. Am Ende könnte einer der größten Autohersteller der Welt stehen.

Operativ lief es 2019 nicht so schlecht für FCA. Der Gewinn konnte um 19 Prozent auf 4,36 Milliarden Euro zulegen. Und das obwohl die Verkäufe um 11 Prozent auf 3,25 Millionen Fahrzeuge gesunken sind. Grund ist der höhere Anteil von Premiumfahrzeugen wie Jeep an den Verkäufen.

Die operative Rendite ist mit 5,6 Prozent zwar ordentlich, allerdings liegen die Probleme für FCA in der Zukunft. Denn die Italiener haben zu wenig in Zukunftstechnologien investiert und hängen bei alternativen Antrieben hinterher. Eine Alianz mit PSA könnte nicht nur dieses Problem lösen.

Platz 5: General Motors

GM-Konzernchefin Mary Barra hat den Konzern radikal auf die Zukunft ausgerichtet. Den Gewinn konnten die Amerikaner in den ersten neun Monaten damit um sechs Prozent auf umgerechnet 6,17 Milliarden Euro steigern.

Allerdings offenbart der amerikanische Platzhirsch auf Schwächen. Der Absatz ging im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 5,68 Millionen verkaufte Fahrzeuge zurück. Mit einer Ebit-Marge von 6,5 Prozent ist GM auch der rentabelste US-Autokonzern. Allerdings musste man den Titel des wertvollsten US-Autokonzerns mittlerweile an Tesla abgeben.

Platz 4: Suzuki

Jahrelang rangierten die kleinen Japaner bei der Rendite auf den Spitzenplätzen. Doch die Branchenschwäche hat auch die Japaner erfasst. Der Absatz sank um 12 Prozent auf 2,25 Millionen Fahrzeuge - stärker als bei jedem anderen Autohersteller im Ranking.

Der Gewinn brach sogar noch stärker um 40 Prozent auf 540 Millionen Euro ein. Mit einer Ebit-Marge von 6,7 Prozent sind die Japaner aber immer noch besser als die meisten direkten Konkurrenten.

Platz 3: BMW

Richtig glücklich dürften die Münchener mit der Bronzemedaille nicht sein. Mit einem Gewinn von 5,08 Milliarden Euro ist BMW zwar der profitabelste deutsche Premiumhersteller und konnte die Verkäufe um zwei Prozent auf 1,87 Millionen Fahrzeuge steigern.

Doch der Gewinn ist wegen hoher Investitionen im Vergleich zum Vorjahr um 29 Prozent zurückgegangen. Die Ebit-Marge von 6,8 Prozent ist zwar ordentlich - aber ebenfalls weit entfernt von den 9,9 Prozent im Vorjahr. Nun wird gespart: Erfolgsprämien sollen gestrichen werden und auch beim Personal wird gekürzt.

Platz 2: Volkswagen

Der deutsche Platzhirsch muss sich mit Silber begnügen. Zwar ist es Konzernchef Herbert Diess gelungen, den Gewinn deutlich um 25 Prozent auf 13,54 Milliarden Euro zu steigern. Doch die Verkäufe gingen leicht um zwei Prozent auf 7,8 Millionen verkaufte Fahrzeuge in den ersten neun Monaten zurück.

Trotz hoher Investitionen in die Elektromobilität erwirtschaftet der Konzern dank erfolgreicher Marken wie Porsche eine Ebit-Marge von 7,3 Prozent. Nur ein Hersteller ist noch profitabler.

Platz 1: Toyota

Der profitabelste Volumenhersteller der Welt ist und bleibt Toyota, und das obwohl der Gewinn des globalen Riesen in den ersten neun Monaten nur leicht auf 15,78 Milliarden Euro zulegen kann. Mit 8,06 Millionen verkauften Autos sind die Japaner auch beim Absatz Spitze.

Mit einer Ebit-Marge von 8,4 Prozent lassen die Japaner die gesamte Konkurrenz hinter sich. Grund ist vor allem die visionäre Unternehmensführung des Firmenerbens Akio Toyoda.

Mehr: Die Stadtgeländewagen von Volkswagen sind in den USA beliebt: Steigende SUV-Verkaufszahlen haben dem deutschen Autobauer im November kräftig Anschub gegeben.

Die Japaner legen beim Absatz sogar leicht zu. Mit Modellen wie dem Honda e steigt der Hersteller auch in die Elektromobilität ein. Foto: dpa
Der neue BMW-Chef Oliver Zipse soll den Premiumhersteller wieder rentabler machen. Foto: dpa