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Renditen für US-Staatsanleihen auf dem höchsten Stand seit dem Corona-Crash

·Lesedauer: 3 Min.

Der absehbare Sieg der Demokraten in Georgia sorgt für höhere Zinsen: Zum ersten Mal seit März rentieren zehnjährige US-Bonds über der Marke von einem Prozent.

Die US-Senatswahl in Georgia bewegt den Anleihemarkt: Die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen stieg am Mittwochnachmittag von 0,955 Prozent auf bis zu 1,0456 Prozent. Das ist der höchste Stand seit dem Corona-Crash Mitte März. Auch die Renditen für die 30-jährigen US-Bonds zogen an: von 1,704 Prozent auf in der Spitze 1,824 Prozent. Anleiherenditen steigen, wenn die Kurse sinken und umgekehrt.

Die Entwicklung am US-Bondmarkt ist ein Zeichen dafür, dass Investoren schon vor dem endgültigen Wahlergebnis auf einen Sieg der beiden demokratischen Kandidaten setzen. Bei der Stichwahl in Georgia geht es um zwei Sitze im US-Senat, der zweiten Kammer des Kongresses. Gewinnen die Demokraten beide Sitze – wonach es aktuell aussieht –, würden sie de facto auch die Kontrolle im Senat übernehmen. Dies würde dem gewählten Präsidenten Joe Biden das Regieren erheblich erleichtern.

Denn mit den beiden Sitzen Georgias kämen die Demokraten und ihre Unterstützer auf 50 der 100 Mandate und damit auf ebenso viele wie die Republikaner. Bei einem Patt würde dann die Stimme der gewählten Vizepräsidentin Kamala Harris den Ausschlag für die Demokraten geben. Im Repräsentantenhaus, der zweiten Kongresskammer, hatten die Demokraten im November knapp ihre Mehrheit verteidigt.

Biden könnte im Falle eines Sieges der Demokraten in Georgia weitere Wirtschaftshilfen durchsetzen. Das würde die Staatsverschuldung erhöhen und so die Inflation anheizen, was nach dem Kalkül der Investoren wiederum die Renditen der Staatsanleihen antreiben würde.

Weiterer Anstieg könnte Dominoeffekt auslösen

Vishnu Varathan, Leiter Wirtschaft und Strategie bei der Mizuho Bank in Singapur, sagte dem Finanznachrichtendienst Bloomberg: „Ich kann mir vorstellen, dass die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen kurzfristig auf 1,5 bis zwei Prozent steigen, wenn immer mehr Unsicherheiten hinter uns liegen.“

Sollte die Rendite von ihrem gegenwärtigen Niveau aus deutlich steigen, und zwar über das März-Niveau von 1,27 Prozent hinaus, halten Investoren einen Dominoeffekt für weitere Anlageklassen für möglich. Der Dollar fiel im Verhältnis zum Euro am Mittwoch bereits auf den niedrigsten Stand seit 2018, und auch die US-Aktien-Futures gaben nach.

Als sicherer Hafen in der Krise gefragt

Die Renditen für US-Staatsanleihen waren während des Corona-Crashs Mitte März vergangenen Jahres das erste Mal unter die Marke von einem Prozent gefallen. Viele Anleger flüchteten damals in die als sicher geltenden Anlagen. Das ließ die Kurse steigen und die Renditen sinken: Während zehnjährige US-Bonds im Januar 2020 noch bei rund 1,8 Prozent rentierten, fielen sie im Verlauf des Jahres bis auf ein Rekordtief von 0,318 Prozent.

Anschließend stiegen die Renditen langsam wieder, getrieben durch die beispiellosen Rettungsmaßnahmen der US-Regierung und der Notenbank Federal Reserve. Die anhaltenden Unsicherheiten über die Entwicklung der Corona-Pandemie und die Dauer der wirtschaftlichen Erholung bremsten den Anstieg der Renditen allerdings zunächst.

Beschleunigt wurde die Erholung schließlich durch den Durchbruch bei dem Corona-Impfstoff im November und ein neues, 900 Milliarden Dollar schweres US-Konjunkturpaket, das Ende Dezember nach monatelangen Verhandlungen beschlossen wurde. Die Ein-Prozent-Marke konnten die zehnjährigen US-Staatsanleihen aber erst jetzt knacken.