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Renault über "Engine-Freeze": "Akzeptieren wir nicht"

Maria Reyer
·Lesedauer: 2 Min.

Red Bull muss einen weiteren Rückschlag in den Verhandlungen um einen vorgezogenen "Engine-Freeze" ab 2022 einstecken. Nach Ferrari hat nun auch Renault betont, dass ein Einfrieren der Entwicklung für die Franzosen nicht infrage kommt. Hätte man Cyril Abiteboul noch vor sechs Monaten gefragt, hätte er zugestimmt.

"Hätte man mich vor sechs Monaten gefragt, hätten wir für eine noch niedrigere Budgetobergrenze gekämpft, um die Kosten für das Chassis zu beschränken, aber auch jene des Motors zu reduzieren, indem wir einem 'Freeze' zugestimmt hätten. Aber Red Bull und Honda waren dagegen, das haben wir akzeptiert", schildert der Franzose.

Seither hat sich viel verändert: Honda hat bekannt gegeben, Ende 2021 aus der Formel 1 auszusteigen. Daher ist Red Bull derzeit auf der Suche nach einer Alternative ab 2022. Die bevorzugte Variante ist nicht etwa eine Zusammenarbeit mit Ex-Partner Renault, die im Ernstfall einspringen müssten.

Nur Mercedes will Red Bull unterstützen

Sondern die Bullen wollen ein eigenes Power-Unit-Programm auf Basis der Honda-Technologie verwirklichen. Dazu brauchen Helmut Marko und Co. allerdings die Unterstützung der FIA und der anderen Teams. Denn das Vorhaben kann nur unter einer Bedingung gelingen: Wenn die Entwicklung ab 2022 eingefroren wird.

Denn: "Eine Weiterentwicklung können wir technisch als auch finanziell nicht leisten", stellt Marko klar. Die Konkurrenz reagiert auf den Vorschlag höchst unterschiedlich. Während sich überraschenderweise auch Mercedes ein Einfrieren der Entwicklung vorstellen kann, legen sich Ferrari und nun auch Renault quer.

"Meine Position hat sich stark verändert von jener, die ich vor sechs Monaten vertreten habe. Ich bin gegen das Einfrieren der Motoren. Wir haben keine Intention das zu stoppen, was für uns eine sehr wichtige Plattform ist", erklärt Abiteboul den Hintergedanken von Renault.

<span class="copyright">Mark Sutton / Motorsport Images</span>
Mark Sutton / Motorsport Images

Mark Sutton / Motorsport Images

Die FIA befindet sich in all den Diskussionen in einer Zwickmühle: Auf der einen Seite will man nicht zwei Teams (Red Bull und AlphaTauri) verlieren, weil der "Engine-Freeze" nicht kommt, auf der anderen Seite hat Jean Todt bereits klargestellt, dass er sich "nicht erpressen" lassen werde. Gleichzeitig muss der Weltverband bald entscheiden, in welche Richtung die Motorenformel gehen soll.

"Wir wünschen uns Gespräche über die mittel- und langfrsitigen Pläne für die Motoren der Zukunft", betont Abiteboul mit Nachdruck. Aber: "Wir wollen nicht über das Einfrieren der Motoren sprechen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.