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Rekordwerte: Der Januar 2020 ist der wärmste der Geschichte

Moritz Piehler
Freier Autor

Wer den Klimawandel noch anzweifelt, braucht sich nur die Statistiken anzusehen. Ein Rekordwert jagt den nächsten und auch der Januar 2020 geht als der wärmste in die Geschichte der Temperaturmessung ein.

Trotz aller Proteste muss gegen den Klimawandel noch viel getan werden. (Bild: Getty)

Die Erde ist in den vergangenen Jahren deutlich wärmer gewesen als sonst im Durchschnitt. Mittlerweile sind es 421 Monate in Folge, in denen die Durchschnittstemperatur überschritten wurde, und das Jahr 2020 macht keine Anstalten, das zu ändern. Laut der Copernicus Climate Change Services der EU war der Januar der wärmste seit der Aufzeichnung von Temperaturen.

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Mit 0,3 Grad mehr war der erste Monat der neuen Dekade sogar noch einmal ein bisschen wärmer als der bisherige Rekordjanuar 2016. Aber das beängstigende sind eher die Langzeitentwicklungen, als die neuen Rekordwerte. Denn 19 der vergangenen 20 Jahren gehören zu den wärmsten der Geschichte und die Höchsttemperaturrekorde übersteigen die Kälterekorde mittlerweile bei weitem.

Besonders in Europa war es deutlich wärmer als bisher. Das lag allerdings auch an natürlichen Klimaphänomenen, die kalte Luft aus der Arktis von Europa fern hielten. Verbunden mit der allgemeinen Erwärmung des Planeten kamen so die Rekordwerte zustande. Dazu kommen Höchstwerte der CO2-Konzentration, vermutlich mitverursacht durch die anhaltenden Großbrände auf verschiedenen Kontinenten, aktuell immer noch in Australien. Der Kontinent hat im weltweiten Vergleich noch einmal deutlich höhere Durchschnittstemperaturen zu vermelden. Kombiniert mit einer sehr langen Trockenzeit sind die Feuer dadurch so schwer einzudämmen. Die NASA gibt an, dass es eine so hohe CO2-Konzentration seit mindestens 800.000 Jahren nicht gegeben hat.

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Doch es ist bei weitem nicht nur Australien, das sich in einer Klimakrise befindet. Der Temperatur-Graph der letzten 2000 Jahre zeigt deutlich an, in was für einer historisch außergewöhnlichen Situation sich der Planet Erde momentan befindet.

Seit den 1880er Jahren hat sich die Welt um etwa ein Grad Celsius erwärmt. Aufgrund der ansteigenden CO2-Emissionen und keiner wirklichen Veränderung im Gebrauch von fossilen Brennstoffen, sagen Experten einen Anstieg von weiteren anderthalb bis zwei Grad innerhalb dieses Jahrhunderts voraus.

Der europäische Januar gibt einen Vorgeschmack auf diese Zeit. Über drei Grad wärmer als die Durchschnittstemperatur war es in Europa. In manchen Gegenden stieg der Durchschnittswert sogar um bis zu sechs Grad an. Die Konsequenzen des Temperaturanstieges auf der ganzen Welt sind bereits jetzt extrem, die Anzeichen, dass ein Punkt erreicht ist, an dem der menschengemachte Klimawandel nicht mehr umkehrbar sein wird, mehren sich. Dann werden leere Skipisten das geringste Problem der Menschheit sein.

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