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REITs: Basket … oder doch Stock-Picking?!

Wie investiert man richtig oder ideal in REITs? Ist ein Basket ein guter Ansatz oder sollten Foolishe Investoren hier doch lieber auf individuelles Stock-Picking setzen? Viele Möglichkeiten existieren grundsätzlich. Das heißt, dass man sogar bequem in einen thematischen ETF investieren kann.

Allerdings glaube ich, dass es durchaus attraktiv sein kann, nicht auf einen in diesem Segment marktbreiten Querschnitt zu setzen. Die Vorteile vieler Real Estate Investment Trusts benötigen nicht unbedingt eine breite Diversifikation. Beziehungsweise sie ist eigentlich von Natur aus gegeben.

REITs: Die Grenzen eines Baskets

Generell ist ein Basket in Form eines ETF oder eines breiten Portfolios nicht verkehrt. Statt von einem einzelnen Real Estate Investment Trust profitiert man ganz einfach von vielen. Insofern ist die Kernidee nicht schlecht. Es gibt eine durchschnittliche Dividende, eine durchschnittliche Performance. Wir kennen alle die vielen Vorteile eines breiten Ansatzes.

Allerdings sind REITs vom Grundkonzept her häufig diversifiziert. Viele bekannte Namen beinhalten Hunderte oder Tausende verschiedener Immobilien. Teilweise sind sie inhaltlich thematisch diversifiziert. Das heißt, dass man mit dem Kaufen eines Real Estate Investment Trusts theoretisch viele der Vorzüge erwirbt, die einem letztlich auch ein ETF oder ein breites Depot ermöglichen würde.

Der Kompromiss vieler Namen muss nicht unbedingt besser sein. Es gibt REITs, die weisen zum Beispiel eine starke Bilanz auf. Andere hingegen nicht. Auch existieren Namen, die besonders zyklisch sind, weil sie auf Hotels oder andere zyklische Bereiche setzen. Zudem gibt es Real Estate Investment Trusts, die hoch bewertet sind und dafür womöglich wachsen. In einem breiten Querschnitt gehen solche Nuancen unter.

Ich glaube daher, dass Stock-Picking gerade bei REITs der bessere Ansatz ist. Wir erhalten mit dem Kauf eines Qualitätstitels mit breitem Portfolio schon ein hohes Maß an Diversifikation. Mehr Breite durch mehr Namen führt nicht zwangsläufig zu einer stabileren Dividende oder einer noch defensiveren Basis als die Konzentration auf Qualitätstitel.

Mehrere selektive Namen

Mein Kompromiss sieht daher inzwischen wie folgt aus: Wenn es um REITs geht, investiere ich in eine Handvoll guter, ausgewählter Namen. Ich benötige keine maximale Breite und keinen Querschnitt, in dem alles zu einem Einheitsbreit mit 3 % Dividendenrendite oder so verschwimmt. Mehr Dividende ist möglich, mehr Qualität oder gleichzeitig trotzdem eine sehr breite Immobilien-Basis.

Natürlich ist auch eine breitere Lösung nicht unbedingt verkehrt. Aber ob sie besser ist, das wage ich in vielen Fällen zu bezweifeln. Darüber können und sollten Foolishe Investoren durchaus einmal nachdenken.

Der Artikel REITs: Basket … oder doch Stock-Picking?! ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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