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Reise zum Mond: NASA patentiert Technik für kostengünstige Mondmissionen

Willy Flemmer
·Freier Autor für Yahoo
·Lesedauer: 3 Min.

Ein Flug ist aufwändig, er dauert lang und ist extrem teuer. Nun haben Wissenschaftler eine Möglichkeit gefunden, wie Raumschiffe dorthin schneller gelangen können. Die Technik hat sich die NASA patentieren lassen.

The photograph describes the moon mission. The photograph of moon was captured by myself. The photograph of Earth and rocket are taken from the following NASA's website:  http://nssdc.gsfc.nasa.gov/photo_gallery/photogallery-earth.html
Bild: Getty Images

Eine Reise zum Mond zu wissenschaftlichen Zwecken ist aufwendig und teuer. Die Mission sollte möglichst kurz dauern, wenig Treibstoff verbrauchen und also wenig kosten. Dank einer neuen Erfindung der NASA wird genau das in Zukunft möglich sein. Wissenschaftler haben im Auftrag der US- Raumfahrtbehörde eine Flugbahn entdeckt, durch die bei einer Mondmission Treibstoff, Zeit und Geld gespart wird. Für das sogenannte "Verfahren zur Überführung eines Raumfahrzeugs von einer geosynchronen Transfer-Umlaufbahn in eine Mond-Umlaufbahn" hat die NASA am 30. Juni ein Patent erhalten.

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Die erste Mission, die auf der neun Flugbahn Richtung Mond abheben wird, nennt sich "Dark Ages Polarimeter Pathfinder", kurz "Dapper". Das Ziel der Wissenschaftler: Sie wollen auf der dunklen Seite des Mondes, dem sogenannten "Kegel der Stille", Signale von dunkler Materie auffangen. Dazu müssten niedrigfrequentierte Radiowellen aufgezeichnet werden, die vor mehr als 13 Milliarden Jahren ausgesendet wurden, als Atome, Planeten, Sterne, Galaxien und Schwarze Löcher noch im Entstehen begriffen waren.

Mondflug über neue Flugbahn

Entwickelt wurde die Mission von der University of Colorado Boulder. Ihr Startschuss war das recht bescheidene Budget von 150 Millionen aus dem Explorer-Programm der NASA, mit dem die Wissenschaftler ein ehrgeiziges Projekt auf die Beine stemmen sollten. "Diese Flugbahn zum Mond entstand aus der Notwendigkeit heraus", sagt Astrophysiker Jack Burns, der Leiter der "Dapper"-Mission, in einem Interview mit dem Business Insider. "Wir mussten die Startkosten niedrig halten und einen billigen Weg finden, um zum Mond zu gelangen."

Dieser "billige Weg" führt über die sogenannte Niedrigenergie-Flugbahn, die in dem Patent beschreiben wird. Wesentlich dabei ist, dass das Raumschiff sowohl die Schwerkraft der Erde als auch des Mondes nutzt, um dann im richtigen Moment zu beschleunigen und zu verlangsamen. Auf diese Weise wird der Treibstoff-Verbrauch deutlich reduziert.

Hinzu kommt die Zeitersparnis. Durch den Antrieb, den das Raumschiff von der Schwerkraft der Erde und des Mondes bekommt, verkürzt sich die Flugzeit hin zum Mond laut der NASA auf etwa zweieinhalb Monate. Bei einer ähnlichen Mission über eine andere Flugbahn dauert der Flug rund sechs Monate.

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Natürlich hat es die NASA schon schneller zum Mond geschafft. Die Besatzung der Apollo-8-Mission mit den Astronauten Frank Borman, William Anders und James Lovell an Bord braucht im Dezember 1968 nur wenige Tage, um die Mond-Umlaufbahn zu erreichen. Doch der Direktschuss dorthin ist seinerzeit extrem teuer und auf eine größere Trägerrakete angewiesen.

Keine Astronauten an Bord

Apropos "bemannte Mission". Helden, wie sie die Mondmissionen in den 1960er Jahren hervorgebracht haben, wird es bei den Flügen zum Mond mit der neuen Technik wohl kaum geben. Sie ist auf kleinere Missionen ausgelegt, bei denen Astronauten buchstäblich keinen Platz haben werden. Das "Dapper"-Raumschiff ist nicht größer als eine Mikrowelle und damit gerade groß genug, um einen Kommunikationssatelliten zu transportieren.

Groß bleiben die Ziele der NASA dennoch. Bei der "Dapper"-Mission geht es um nicht weniger als die mögliche Entdeckung von dunkler Materie. Aus dem Stoff bestehen 80 der Masse unseres Universums, gesehen und identifiziert wurde er bisher jedoch nicht. Gelingt mit "Dapper" der Durchbruch, wäre das ein großer Schritt für die Wissenschaft und damit auch die Menschheit. Es wird bei der Mission keine Helden geben? Von wegen, ihren führenden Köpfen würde der Nobelpreis winken.

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