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Reich in den Ruhestand: Mit Aktien aus 10.000 Euro 599.240 Euro machen

Caio Reimertshofer, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
Sorglose Pensionäre Reich in den Ruhestand Vermögend in die Rente

Reich in den Ruhestand zu gehen dürfte für viele ein Traum sein. Immerhin arbeitet man sein ganzes Leben lang und möchte dann wenigstens in der Rente keine Sorgen mehr in Sachen Finanzen haben. Viele Deutsche sparen daher fleißig und füllen ihre Sparbücher und Tagesgeldkonten. Sogar das Kopfkissen soll anscheinend heutzutage noch als Bargeldversteck genutzt werden.

Bei den nicht so tollen Rentenaussichten hierzulande wundert es mich nicht, dass die deutschen Sparer ihr Geld nur so horten, um im Alter noch etwas zu haben. Was mich allerdings schon wundert, ist, dass viele Sparer sich dessen nicht bewusst sind, dass ihr Geld als Bargeld oder als Sparbuchleiche jährlich an Wert verliert. Der Grund liegt in der Inflation, die den Wert des Geldes langsam, aber sicher zernagt.

Viel besser wäre es doch, sein Kapital, oder zumindest einen Teil davon, renditebringend anzulegen. Eine sehr gute Möglichkeit, reich in den Ruhestand zu gehen, besteht darin, sein Geld in Aktien zu investieren. Da Direktinvestitionen in Aktien nicht für jeden etwas sind, möchte ich in diesem Artikel auf die Vorteile eines ETF eingehen.

Sparen für die Rente: Vorteile eines ETF

Ein großer Vorteil einer Geldanlage mittels ETF ist, dass man indirekt in einen Korb von Aktien investiert. Durch den Kauf von ETF-Anteilen partizipiert man also zu geringen Teilen an den vom ETF gehaltenen Aktien. Durch diese Diversifikation hat man bereits einen ordentlichen Risikopuffer. Denn wenn ein Unternehmen wirklich zu einem Totalverlust im ETF-Portfolio führen sollte, ist das nur ein Unternehmen von vielen. Durch eine sorgfältige Auswahl des ETF kann man zudem versuchen, solche Pleitekandidaten zu antizipieren.

Wenn man den ETF seiner Wahl gefunden hat, tut man nicht schlecht daran, einen ETF-Sparplan anzulegen. Dieser hilft dabei, monatliche Sparraten konsequent zu investieren. Das setzt die Maschinerie für das Reichsein im Ruhestand in Gang. Neben dieser Konstanz hat ein ETF-Sparplan auf Aktien allerdings auch einen weiteren starken Vorteil.

Durch den Automatismus kommt man nämlich nicht in Versuchung, den Markt zu timen. Das heißt, man muss sich nicht überlegen, wann der beste Zeitpunkt ist, um Aktien zu kaufen. Der Sparplan erledigt das einfach für einen. Durch den Durchschnittskosteneffekt sichert man sich zudem einen ordentlich Einstandswert im Depot. Denn wenn die Kurse hochstehen, kriegt man weniger ETF-Anteile für sein Geld eingebucht. Aber wenn die Kurse niedrig stehen, kriegt man umso mehr ETF-Anteile eingebucht. Etwas fortgeschrittenere ETF-Anleger könnten bei tief stehenden Kursen zusätzliche Tranchen hinzukaufen, um den Einstandswert weiter zu senken.

Reich in den Ruhestand mittels Aktien-ETFs …

Historisch gesehen, liegt die jährliche Rendite von Aktienindizes wie vom DAX oder dem S&P 500 bei etwa 7 %. Geht man davon aus, dass dieser Wert auch für die Zukunft Bestand hat, kann man folgende Beispielrechnung aufstellen. Dabei gehen wir von einem Anlagezeitraum von 40 Jahren aus und berücksichtigen eine Kostenquote des ETF von 0,25 % per annum.

Legt man 10.000 Euro einmalig in einen ETF an und spart fortan monatlich 200 Euro, würde das bei den genannten Parametern zu einem Vermögen von 599.240 Euro führen. Das ist eine ordentliche Summe, die man mit verhältnismäßig wenig Geld erreichen kann. Ausschlaggebend ist, dass man Geduld mitbringt und sein Geld für sich arbeiten lässt, anstatt es der Inflation auszusetzen.

… oder doch lieber direkt in Aktien investieren?

ETF-Sparpläne eignen sich gut für defensive Anleger oder diejenigen, die eine solidere Beimischung für ihr Depot haben möchten. Diejenigen, die gerne bei der nächsten Amazon– oder Netflix-Wachstumsstory dabei sein und die wirklich reich in den Ruhestand gehen möchten, müssen zwangsläufig auf Direktinvestitionen in Aktien setzen.

Hier spielt die sorgfältige Auswahl der Aktien eine noch größere Rolle. Man muss sich auch des erhöhten Risikos bewusst sein. Doch das höhere Risiko kann an der Börse durchaus mit herausragenden Gewinnen belohnt werden.

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Caio Reimertshofer besitzt keine der erwähnten Aktien. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon und Netflix und empfiehlt die folgenden Optionen: Short January 2022 $1940 Call auf Amazon und Long January 2022 $1920 Call auf Amazon.

Motley Fool Deutschland 2020