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Die Regeln des Reichwerdens: Es braucht eigentlich bloß 3 Dinge!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Viele Menschen sind in ihrem finanziellen Leben häufig auf der Suche nach etwas Reichtum. Egal ob mit Lotto, Sparen oder auch dem Streben nach einem möglichst hohen Gehalt: Reichtum oder finanzielle Freiheit scheint bei mehr Menschen eine Rolle zu spielen, als viele wohl zugeben möchten.

Dabei ist Reichwerden eigentlich gar nicht mal so schwierig. Letztlich lässt sich eine in gewisser Weise allgemeingültige Formel auf lediglich drei Faktoren herunterbrechen. Schauen wir im Folgenden einmal, welche das sind.

1. Geld

Eine erste Sache, die jeder benötigt, der reich werden möchte, ist zunächst Geld. Oder ein Einsatz. Oder eine Ausgangsbasis. Wir können es drehen oder besser bezeichnen wie wir wollen, im Endeffekt handelt es sich hierbei um eine finanzielle Basis.

Ein Erbe oder Geldgeschenk ist meines Wissens das einzige Szenario, wo ein solcher Einsatz nicht notwendig ist. Ansonsten wird jeder auf einen gewissen Einsatz angewiesen sein. Egal ob der Lottospieler oder der Sparer, oder auch der Investor: Alle müssen in irgendeiner Weise finanzielle Mittel aufbringen, um Reichtum anzuhäufen. Komme, was da wolle.

Nichtsdestoweniger ist Geld lediglich ein kleinerer Schritt auf dem Weg hin zum Reichtum, denn wer als Otto-Normal-Bürger (zu denen ich dich und mich frecherweise einfach mal zähle) reich werden will, wird mit Geld alleine leider bloß begrenzt weit kommen.

2. Rendite

Eine zweite Sache, die die meisten nämlich auf ihrem Weg benötigen werden, ist zudem eine gewisse Rendite. Wie sehr die eigenen finanziellen und spartechnischen Möglichkeiten begrenzt sind, zeigen gängige Sparplanrechner. Denn auch wer beispielsweise über 40 Jahre hinweg monatlich 500 Euro beiseitelegt und diese nicht verzinst, hat am Ende eines normalen Erwerbslebens einen Geldbetrag von 240.000 Euro gespart. Sicher, eine gewaltige Summe, für eine Lebensleistung allerdings doch eher überschaubar, geschweige denn für deine Reichtumspläne.

Was man als schlauer Sparer daher tun sollte, ist, nach Rendite zu suchen. Egal ob Aktien, ETFs, Fonds, Beteiligungen, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe, Währungen oder auch Sammelleidenschaften, es gibt inzwischen viele Möglichkeiten, um nach Rendite zu streben. Den eigenen Vorlieben, Präferenzen und Fertigkeiten sind hier somit keinerlei Grenzen gesteckt.

Nichtsdestoweniger sollte man hierbei auf zweierlei Dinge achten: Einerseits, dass man auf eine Rendite kommt, die die gängige Inflation von in etwa 2 % ausgleicht, denn ansonsten investiert man quasi in ein Nullsummenspiel. Andererseits, dass die Rendite in etwa mit langfristigen Durchschnittswerten mithalten kann, denn gerade das Ziel des Reichwerdens erfordert schließlich ein wenig mehr als bloß den Inflationsausgleich. Ansonsten kann man sich an dieser Stelle quasi vollkommen frei austoben.

3. Geduld

Traurig, aber wahr, Reichtum kommt nicht über Nacht. Na ja, in den meisten Fällen zumindest nicht. Wer Lotto spielt, besitzt zwar auch einen Einsatz und eine exorbitant hohe Rendite im Gewinnfall. Nichtsdestoweniger ist hier die Wahrscheinlichkeit weniger auf deiner Seite, weshalb wir das an dieser Stelle einmal ausklammern.

Für die meisten, die also sparen und investieren, spielt Geduld ebenfalls eine große Rolle. Gerade Zinsen und ihre Zinseszinsen machen langfristig einen bedeutenden Unterschied und umso spaßiger wird es mit den Jahren, dem eigenen Vermögen beim Wachsen und Gedeihen zuzusehen, wobei sich das Tempo, wie gesagt, immer weiter beschleunigt.

Man kann aus der Geduld daher auch eine Tugend machen, bei der man bewusst mitbekommt, wie sich das Geld weiter entwickelt und wächst. Und zu einem Prozess, bei dem man langfristig selbst miterlebt, wie man konsequent reicher wird.

Als Investor sollte man daher besser nicht in einem Start-und-Ziel-Denken festhängen, sondern auch den Prozess zu schätzen wissen. Auch wenn das manchmal schwierig sein kann, ich weiß.

Auf viele Bereiche anwendbar

Wie wir daher im Endeffekt sehen können, ist das Vorhaben, reich zu werden, daher eines, das sich quasi allgemeingültig auf drei verschiedene Eckpfeiler herunterbrechen lässt: den Einsatz, die Rendite und die Zeit. Wer hier die richtigen Knöpfe drückt, kann reich werden, egal mit welchen Mitteln und Wegen man es im Endeffekt versucht.

Nun liegt es an dir, dein Mittel der Wahl zu finden zwischen all den Möglichkeiten, die eine Rendite abwerfen können. Und vergiss nicht den Prozess wertzuschätzen, auch wenn es dir vielleicht manchmal schwerfallen wird.

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