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Real: Markenverband fordert Untersagung des Verkaufs an Kaufland und Edeka

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Die Warenhauskette Real war im Frühjahr von der Metro verkauft worden. Jetzt soll sie zerschlagen werden und viele Filialen an Edeka und Kaufland gehen. Das muss verboten werden, fordert nun der Deutsche Markenverband.

Der Deutsche Markenverband fordert ein Verbot der Übernahme von Real-Märkten durch Edeka und die zum Lidl-Konzern gehörende Kaufland-Gruppe, erfuhr die WirtschaftsWoche. „Wir sehen hier eine erhebliche Beeinträchtigung des Wettbewerbs und das endgültige Entstehen eines engen Oligopols im Lebensmittelhandel“, sagt Andreas Gayk, Geschäftsführer Recht und Politik des Verbands, dem über 380 Markenanbieter angehören. „Wir können auch nicht erkennen, dass die Bedenken im Verhandlungswege beseitigt werden können“, sagte Gayk. „Jede Verstärkung der Marktmacht eines der vier führenden Handelshäuser durch einen Zukauf bedeutet eine erhebliche Beeinträchtigung des Nachfragewettbewerbs.“

So würden die vier großen Händler in Deutschland bereits mehr als 80 Prozent des Marktes auf sich vereinen. „Mehr Marktmacht geht fast nicht mehr“, sagte Gayk der WirtschaftsWoche. Er kritisiert eine „kontinuierliche Verstärkung des Drucks auf die Markenhersteller, die dem immer weniger entgegenzusetzen haben“.

Die angeschlagene SB-Warenhauskette Real war im Frühjahr von der Metro an den russischen Finanzinvestor SCP verkauft worden. Er will sie zerschlagen und hat bereits den Verkauf zahlreicher Filialen an die Wettbewerber Kaufland und Edeka angekündigt. Das Kartellamt prüft Übernahmen in dem Sektor sehr genau. Zuletzt hatten die Wettbewerbshüter Vorbehalte gegen die Pläne von Kaufland geäußert. Nach eingehender Analyse sei bei neun Real-Märkten durch die Übernahme eine erhebliche Behinderung des regionalen Wettbewerbs zu erwarten, teilte die Aufsichtsbehörde mit.

Außerdem äußerte das Bundeskartellamt Sorge wegen der wachsenden Einkaufsmacht des Handelsriesen gegenüber Lebensmittelherstellern und Lieferanten. Man sei mit den Beteiligten aber in Gesprächen über mögliche Lösungen, hieß es. Kaufland und SCP hätten der Wettbewerbsbehörde bereits erste Vorschläge gemacht, um die Bedenken des Kartellamts auszuräumen. Die Frist für eine abschließende Entscheidung sei deshalb bis zum 30. Dezember verlängert worden.

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