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"Verdiene die Kritik": Zidane selbstkritisch nach Real-Blamage

SPORT1
·Lesedauer: 3 Min.

Real Madrid muss am 1. Spieltag der Champions League überraschend eine Niederlage hinnehmen. Zidane zeigt sich selbstkritisch. Ein Joker schreibt Geschichte.

Nach der überraschenden Pleite von Real Madrid am 1. Spieltag der Champions League hat sich Trainer Ziniedine Zidane selbstkritisch gezeigt.

"Ich bin der Trainer, ich muss die Lösung finden. Ich habe sie aber nicht gefunden, und deshalb war es schwierig für meine Spieler", gab der 48-Jährige zu und fuhr fort: "Wir verdienen die Kritik, wir alle, und ich zuerst. Zum Glück hatten wir in der zweiten Halbzeit eine Reaktion."

Die Königlichen verloren sechs Tage vor dem nächsten Vorrundenspiel in der Gruppe B bei Bundesligist Borussia Mönchengladbach gegen Schachtar Donezk mit 2:3 (0:3), verhinderten aber zumindest ein totales Debakel.

Zidane: "War ein schlimmer Abend"

"Es war ein schlimmer Abend", bilanzierte Zidane geschockt: "Uns hat von allem etwas gefehlt, aber das Wichtigste ist, dass wir ruhig bleiben."

In der Nachspielzeit wurde das vermeintliche 3:3 wegen einer Abseitsposition zu Recht aberkannt.

Unterdessen teilten RB Salzburg und Lokomotive Moskau in der Gruppe A im Duell der kommenden Vorrundengegner von Titelverteidiger Bayern München durch ein 2:2 (1:1) die Punkte.

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Real ohne Kroos von der Rolle

Besonders in der ersten Halbzeit war Real, das ohne Toni Kroos begann, völlig von der Rolle.

Den Führungstreffer erzielte Tetê (29.), Raphael Varane legte nur vier Minuten später mit einem Eigentor nach. Manor Solomon (42.) schraubte das Ergebnis kurz vor der Pause in die Höhe. Noch nie lag Real nach 45 Minuten in der Champions League höher zurück.

Nach dem Seitenwechsel zeigte Real aber ein anderes Gesicht. Luka Modric brachte mit einem Weitschuss-Hammer die Hoffnung für die Gastgeber zurück (54.), Vinícius Júnior sorgte direkt nach seiner Einwechslung (59.) für das 2:3.

Joker Vinícius schreibt Geschichte

Der Brasilianer traf 15 Sekunden, nachdem er das Feld betreten hatte.

Das ist laut Opta das schnellste Tor eines Einwechselspielers in der Champions League - zumindest seitdem das Sportanalyseunternehmen 2006/07 die Datenerfassung begonnen hat.

Ähnlich schnell waren zuvor nur Andy van der Meyde (2004 für Inter Mailand) und Lars Ricken bei seinem berühmten Champions-League-Tor für den BVB 1997.

Besonders bei Ricken gehen die Daten auseinander, zwischen elf und 16 Sekunden sollen zwischen der Einwechslung und dem Treffer gelegen haben.

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Vermeintlicher Ausgleichstreffer nicht anerkannt

Geschichte hat Vinicius so oder so geschrieben – am Ausgang der Partie änderte das aber nichts mehr. Madrid gelang kein drittes Tor. 72 Stunden vor dem Clasico gegen den Erzrivalen FC Barcelona wurde der vermeintliche Ausgleich der Platzherren in der Nachspielzeit durch Federico Valverde nach Videobeweis wegen Abseits nicht anerkannt.

Zidane gerät langsam, aber sicher unter Druck. Vier Tage zuvor hatte Real seine erste Saisonniederlage in der heimischen Meisterschaft gegen Aufsteiger FC Cadiz (0:1) kassiert.

In Salzburg schienen die Gastgeber trotz Moskaus Führung durch Eder (19.) nach Toren von Dominik Szoboszlai (45.) und des Ex-Bremers Zlatko Junuzovic (50.) schon auf der Siegerstraße. Doch die Russen, die am Dienstag Quintuple-Gewinner München empfangen, entführten durch den Ausgleichstreffer von Witali Lisakowitsch (75.) einen Zähler.

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