Deutsche Märkte geschlossen
  • Nikkei 225

    26.393,04
    -411,56 (-1,54%)
     
  • Dow Jones 30

    30.769,00
    -260,31 (-0,84%)
     
  • BTC-EUR

    18.124,55
    -1.143,13 (-5,93%)
     
  • CMC Crypto 200

    407,55
    -23,91 (-5,54%)
     
  • Nasdaq Compositive

    11.052,93
    -124,96 (-1,12%)
     
  • S&P 500

    3.789,29
    -29,54 (-0,77%)
     

Habeck muss womöglich Klimasünder Kohle und Öl wieder ausmotten

(Bloomberg) -- Wirtschaftsminister Robert Habeck hat Notfallmaßnahmen im Bereich Energie vorgestellt für den Fall, dass Russland seine Erdgaslieferungen einstellt. Zu diesen gehört die mögliche Reaktivierung von klimaschädlichen Kohle- und sogar Ölkraftwerken.

Die Bundesregierung greift damit zu drastischen Maßnahmen, um die Energieversorgung im Notfall zu sichern, auch wenn dies einen Anstieg der Kohlenstoffemissionen bedeuten würde.

Bei einer drohenden Gasmangellage muss Deutschland den Gasverbrauch in der Stromerzeugung - letztes Jahr etwa 15% des verbrauchten Gases - deutlich reduzieren, um das dann anderswo fehlende Gas zu ersetzen und so die Folgen des Mangels abzumildern, so Habecks Ministerium. Um darauf vorbereitet zu sein, schlug der Minister am Dienstag einen Noterlass vor, der eine längere Verstromung von Kohle und Öl erlauben würde.

Eine sogenannte Gasersatz-Reserve auf Abruf soll demnach aufgebaut werden. Bestehen soll diese aus Braun- oder Steinkohlekraftwerke, die heute lediglich als Reserve zur Stromerzeugung bereitstehen. Auch einige Kraftwerke, in denen Mineralöl verstromt wird, sollen wieder ertüchtigt werden, um kurzfristig wieder Strom liefern zu können. Deutschland hat derzeit 4,3 Gigawatt an Kohlekraftwerken und 1,6 Gigawatt an Ölanlagen in Reserve.

“Damit wird die kurzfristige Nutzung von Kohlekraftwerken im Strombereich bei Bedarf ermöglicht”, heißt es in dem Vorschlag.

Die zusätzliche Kohleverstromung im Rahmen des dreistufigen Plans soll allerdings nur greifen, wenn Gas tatsächlich knapp ist oder Knappheit droht. Beim Kohleausstieg bis 2030 soll es bleiben. Die Beschleunigung dieses Ausstiegs um acht Jahre war ein Kernpunkt für die Grünen im Regierungsprogramm der Ampelkoalition.

Insgesamt könnten im Notfall 26 Anlagen wieder in Betrieb genommen werden: 15 Steinkohle-, sechs Öl- und fünf Braunkohlekraftwerke.

Die Notverordnung soll bis zum 31. März 2024 gelten.

Überschrift des Artikels im Original:

Germany to Reactivate Coal, Oil Plants if Russia Cuts Off Gas

More stories like this are available on bloomberg.com

©2022 Bloomberg L.P.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.