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Reaktionen auf den Trend Quiet Quitting: "Ich bin doch mit dem Arbeitgeber nicht verheiratet"

Bedeutet Büroschluss auch Ende der Arbeitszeit? Oft nicht. Mit dem Quiet Quitting-Trend wollen Menschen das ändern – andere finden sie deshalb faul und ambitionslos. - Copyright: Getty
Bedeutet Büroschluss auch Ende der Arbeitszeit? Oft nicht. Mit dem Quiet Quitting-Trend wollen Menschen das ändern – andere finden sie deshalb faul und ambitionslos. - Copyright: Getty

In einem viralen Tiktok-Video erzählt ein Mann, er habe vor Kurzem das erste Mal den Begriff „Quiet Quitting” gehört. „Leises Aufhören.” Es bedeute nicht, sagt er, dass man still und leise seinen Job kündigt. Eher, dass man sich dabei innerlich von der Idee verabschiedet, immer über die erwarteten Ziele hinaus zu arbeiten. „Dein Wert ergibt sich nicht aus deiner Produktivität”, philosophiert er.

Worte, die bei vielen im Kopf bleiben und extreme Meinungsverschiedenheiten offenlegen.

In den USA brachte das Video die Gemüter in Aufruhr und sorgte für heftige Diskussionen. Selbst große TV Sender wie CNN und internationale Zeitungen wie das Wall Street Journal und die New York Times griffen das Thema auf.

Für Öl im Feuer sorgt die schwammige Definition. Was genau bedeutet „Quiet Quitting” eigentlich? Heißt es, sich innerlich komplett zu distanzieren und die Arbeit auf ein Minimum runterzuschrauben? Nur noch so viel zu arbeiten, dass man nicht gefeuert wird?

Oder ist damit eher eine gesündere Work-Life-Balance gemeint, bei der das Handy beim Feierabendbier auf lautlos bleiben darf?

Quiet Quitting ist inzwischen auch in Deutschland angekommen. Und hier tritt das „leise Aufhören” ebenfalls eine – nicht so leise – Debatte in den sozialen Medien los. Wir haben die interessantesten Kommentare unserer Leser zu dem Thema zusammengestellt.

Ein Facebook-Nutzer findet die Minimum Work-Attitüde zum Beispiel grundsätzlich fehl am Platz, besonders in manchen Positionen:

Tja, Führungskräfte und Selbstständige können mit dieser Haltung wenig anfangen und sind ganz anders motiviert. Wer was erreichen will, muss auch mal die extra Meile laufen.

Paul Visser, via Facebook

Für diese Meinung hat ein Linkedin-Nutzer Verständnis, gibt ihr aber Perspektive:

Das ist eben der Unterschied: Arbeitest du mit der Aussicht an (finanziellen, Anm.d.Red) Teilnahme an den Gewinnen eines Unternehmens, bist du ganz anders drauf als als einfacher Angestellter. Mit unterdurchschnittlichem Lohn, bei stressiger Arbeit (siehe Call Center etc.). Ganz Ehrlich: Dieses 'Quitting' haben so manche Arbeitgeber verdient.

Andreas Bauer, via Linkedin

Andere sehen das Problem in der Definition des Begriffs:

Man darf hier nicht die wörtliche Übersetzung nutzen - Diese ist schlicht und ergreifend falsch. Es geht hier nicht um „Still kündigen“, bei uns auch gerne „Innere Kündigung“ genannt, sondern vielmehr um „Dienst nach Vorschrift“ (...)

Heidi Roeken, via Linkedin

Was wäre, wenn "Quiet Quitting" in Wirklichkeit nur "Acting your wage" ist?

Johannes Deneke, via Linkedin

Manche sehen ihre Meinung von der Idee des Trends bestätigt:

Ich bin doch mit dem Arbeitgeber nicht verheiratet. Der zahlt mir ja auch nicht freiwillig mehr als vertraglich vereinbart. (...) Warum sollte ich dann freiwillig mehr als vertraglich vereinbart arbeiten?

Christof Donat, via Facebook

Dass es ein schlechter Trend sein soll, wenn Angestellte nur das festgelegte Arbeitspensum machen wollen, empfindet diese Facebook-Userin als höchst ironisch und dreht den Spieß einfach mal um:

Ein unschöner Trend zeichnet sich ab: Arbeitgeber zahlen ihren Angestellten grade so viel, wie im Arbeitsvertrag vereinbart wurde. Was ist da los?

Charlotte Behm, via Facebook

Andere sehen das ähnlich und finden, man sollte das Pferd auch mal von hinten aufzäumen:

Warum sprechen wir nicht auch über "Quiet Firing"? Also, wenn Mitarbeiter über Jahre weder Wertschätzung noch ausreichend Gehaltserhöhungen bekommen, um die Inflation zu kompensieren.

Johannes Deneke, Linkedin

Wiederum andere können dem Hype eigentlich nichts Neues abgewinnen:

Quiet quitting ist vielleicht ein neuer Begriff, ich kannte ihn bis dato nicht, ist aber meiner Meinung nach generations- und geschlechterunabhängig. Ich habe dieses Verhalten während meiner aktiven Laufbahn in großen Konzernen immer wieder beobachten können. Vielleicht gibt es einen Unterschied, ob und wie man/ frau dieses Verhalten auch öffentlich macht. (...)

Gerhard Radtke, via Linkedin

Für diesen Linkedin-User liegt die Krux in der Vereinfachung. Schließlich dreht es sich – wie so oft in der Arbeitswelt, um mehr als nur die eigene Perspektive:

Nach allem was ich mitbekomme, von Freunden und Kollegen, spielen zwei Faktoren auch eine wichtige Rolle:
1) Werde ich angemessen bezahlt, für das, was ich an Zeit & Engagement in die Arbeit investiere und
2) Wird meine Arbeit & Engagement auch wertgeschätzt und entsprechend honoriert.
Ist das nicht der Fall, kann ich es keinem verübeln nicht mehr zu machen, als notwendig. Es wird dann ja auch schlicht kein Anreiz gesetzt, es anders zu handhaben.🤷🏼‍♂️

Moritz Wagner, via Linkedin

Der Grundtenor ist: Viele fragen sich, was schlimm daran sein soll, wenn beispielsweise die nach Büroschluss eingegangenen E-Mails bis zum nächsten Tag in der Inbox liegen bleiben:

Es ist keine Faulheit wenn man erkennt, dass das eine Leben das man hat mehr zu bieten hat und jeder das Recht hat dieses glücklich zu leben.

Tarek Awad, via Linkedin

„You get what you pay for.“ Wenn die Unternehmen die Überstunden, die sie einfordern, bezahlen würden, wäre bestimmt niemand zu „faul“ zum Arbeiten.

Inga F., via Linkedin

Die 43-jährige Nina Pütz übernahm 2020 die Geschäftsleitung von der Ratepay-Gründerin Miriam Wohlfahrt.
Die 43-jährige Nina Pütz übernahm 2020 die Geschäftsleitung von der Ratepay-Gründerin Miriam Wohlfahrt.