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Reaktion der EZB auf Coronavirus-Krise erwartet

Die Europäische Zentralbank (EZB) steht unter Handlungsdruck.

Die Folgen der Coronavirus-Ausbreitung für die Wirtschaft könnten enorm sein. Die EZB berät am Donnerstag darüber, inwieweit sie helfen kann.

Frankfurt/Main (dpa) - Coronavirus, Ölpreisschock, Börsencrash - Europas Währungshüter sind unter Druck. Etliche Volkswirte erwarten, dass die Europäische Zentralbank bei ihrer Sitzung an diesem Donnerstag mit Notfallmaßnahmen reagieren wird. Die Entscheidungen werden am Nachmittag bekanntgegeben.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte Anfang vergangener Woche die Handlungsfähigkeit der Notenbank betont: «Wir sind bereit, bei Bedarf geeignete und gezielte Maßnahmen zu ergreifen, die den zugrundeliegenden Risiken angemessen sind.»

Eine Leitzinssenkung, wie sie die US-Notenbank Federal Reserve und die Bank of England jeweils in außerordentlichen Sitzungen beschlossen hatten, gilt im Fall der EZB als unwahrscheinlich. Denn der Leitzins im Euroraum liegt schon auf dem Rekordtief von null Prozent.

Spielraum sehen Ökonomen für die EZB bei Anleihenkäufen und beim Strafzins für Banken. Im November hatte die EZB ihr Programm zum Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen wieder aufgenommen - allerdings mit einem vergleichsweise geringen monatlichen Volumen von 20 Milliarden Euro. Hier könnte die Notenbank mehr Geld in die Hand nehmen, um auf diesem Weg die Konjunktur zu unterstützen.

Der Negativzins, den Banken zahlen müssen, wenn sie Geld bei der EZB parken, könnte weiter verschärft werden. Seit September liegt dieser Einlagensatz bei minus 0,5 Prozent. Auf diese Weise soll der Druck auf Banken erhöht werden, Gelder in Form von Krediten auszureichen und damit die Wirtschaft anzukurbeln.

Spekuliert wird zudem darüber, dass die EZB Geschäftsbanken neue gezielte Langfristkredite (TLTRO) zur Verfügung stellt, um die Kreditversorgung für besonders von der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus betroffene Unternehmen zu verbessern.