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Readly-Aktie: Übernahmeangebot!

Bei der Readly-Aktie (WKN: A2QEQU) kam es am Wochenstart zu einem heftigen Ausschlag. Der Grund ist relativ simpel: Es hat ein Übernahmeangebot gegeben.

Konkret möchte die schwedische Bonnier News Group Readly als Ganzes kaufen. Das ist eine brisante Wende bei einer interessanten Content-Aktie, die zuletzt jedoch nicht zu sehr zu funktionieren schien.

Sehen wir uns das Angebot einmal ein wenig näher an. Es könnte zu einem Deal zu durchaus günstigen Konditionen kommen. Das ist nicht unbedingt im Sinne der Aktionäre, die vor einiger Zeit eingestiegen sind.

Readly-Aktie: Das Angebot im Blick!

Die Bonnier News Group bietet je Readly-Aktie 12 schwedische Kronen, was umgerechnet einem Kaufpreis je Aktie von 1,10 Euro entspräche. Durchaus ein günstiges Angebot. Wobei der Kaufpreis sich damit auf knapp unter 42 Mio. Euro aufsummieren würde. Trotzdem: Für einen Content-Anbieter mit einem starken Angebot im Bereich der Zeitschriften könnte das vergleichsweise preiswert sein.

Der Bieterausschuss von Readly empfiehlt seinen Investoren, das Angebot anzunehmen. Gekoppelt wäre eine Übernahme an eine Annahmequote von 90 %. Das ist durchaus eine hohe Hürde, die es zu überwinden gilt. Erschwerend hinzu kommt, dass das Angebot zwar ca. 60 % über dem Schlusskurs der letzten Woche liegt, aber rund 85 % unter dem Rekordhoch.

Natürlich können wir sagen: Das Rekordhoch der Readly-Aktie ist auf dem Höhepunkt im Growth-Crash entstanden. Jedoch ist es trotzdem ein Kauf, der in einer volatilen Phase zu eher tendenziell günstigen Konditionen passiert. Der Markt reagiert zunächst sehr positiv auf das Angebot, es zeigt schließlich, dass der innere Wert durchaus höher liegen könnte. Trotzdem frage ich mich, ob der Preis für die hohe Annahmeschwelle ausreichend ist.

Schauen wir zurück auf den Chart …

Fassen wir es noch einmal anders zusammen: Jeder, der vor dem 15. Februar dieses Jahres gekauft hat, müsste mit Verlust verkaufen, wenn man das Angebot annähme. Das zeigt mir, dass die Schwelle bei der Übernahme von Readly doch vergleichsweise hoch ist. Ob zu hoch, werden wir zum Ende der Andienungsfrist wissen.

Der Markt könnte bei der Readly-Aktie auch darauf spekulieren, dass der Käufer noch ein höheres Angebot ausgibt. Wie viel höher das in diesem Fall wäre, das ist gleichsam eine andere Frage. Oder Investoren, die jetzt noch aufsatteln wollen, sollten sich überlegen, ob ein Scheitern des Deals für sie eine Option wäre, um unternehmensorientiert am Ball zu bleiben.

Es gibt derzeit viele Möglichkeiten bei der Readly-Aktie. Aber im Raum steht jetzt eben eine besagte Übernahme. Schauen wir einmal, was die kommenden Wochen und Monate bringen. Den groben Kontext kennst du jetzt jedenfalls.

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Vincent besitzt Aktien von Readly. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2023