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Rasts Sieg unter Krämpfen bei 24h Spa 2014: "Bekam Hände nicht vom Lenkrad"

Markus Lüttgens
·Lesedauer: 3 Min.

Wenn am Samstagnachmittag um 15:30 Uhr der Startschuss zur diesjährigen Ausgabe der 24 Stunden von Spa-Francorchamps fällt, wird sich bei Rene Rast möglicherweise etwas Wehmut einstellen. Der amtierende DTM-Champion hat den Start beim GT3-Spektakel auf der "Ardennen-Achterbahn" in dieser Woche ebenso wie seine DTM-Kollegen Nico Müller und Robin Frijns abgesagt, um im Titelkampf kein Risiko einzugehen - was wegen der Corona-Situation auch nachvollziehbar ist.

Spa zählt nicht nur zu Rasts Lieblingsstrecken, sondern markierte vor sechs Jahren auch einen Wendepunkt in seiner Karriere. "Der Sieg beim 24-Stunden-Rennen in Spa 2014 hat viel verändert. Danach ging es bei mir so richtig los", hält Rast fest, der rückblickend vom "wichtigsten Rennen" seiner Karriere spricht.

Doch das Rennen vor sechs Jahren, welches er zusammen mit Laruens Vanthoor und Markus Winkelhock im Audi R8 LMS ultra des belgischen Rennstalls WRT gewann, hat Rast auch noch einem anderen Grund gut im Gedächtnis. "Das war nicht das schwierigste, sondern das anstrengendste", erinnert er sich.

Bei drückender Hitze fast 12 Stunden im Auto

"Das war ein brutal heißes Rennen", blickt Rast auf die Veranstaltung am 26. und 27. Juli 2014 zurück, die bei hochsommerlichen Temperaturen über die Bühne ging. "In dem alten R8 hat man so viel geschwitzt, weil die Lüftung so schlecht war, dass man irgendwann nicht mehr genügend Flüssigkeit aufnehmen konnte", sagt Rast.

Der siegreiche Audi R8 LMS ultra von Rast, Vanthoor und Winkelhock

Der siegreiche Audi R8 LMS ultra von Rast, Vanthoor und Winkelhock<span class="copyright">SRO Motorsports Group</span>
Der siegreiche Audi R8 LMS ultra von Rast, Vanthoor und WinkelhockSRO Motorsports Group

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"Laurens hatte einen großartigen Start. Er führte das Rennen an und fuhr einen großen Vorsprung heraus. In der Nacht hatten wir ein Problem beim Nachtanken. Wir konnten nicht voll auftanken und haben so Zeit auf den BMW verloren. Wir haben deswegen die Führung verloren. Und Laurens kränkelte ein bisschen. Der Stress und das viele Fahren waren eine Belastung. 'Winki' hat genau das gemacht, was wir von ihm erwartet hatten - eine blitzsaubere Leistung."

"Und dann ließen wir Rene am Ende fast immer fahren: Er hat sicher dreieinhalb der letzten fünf Stunden absolviert. Er ist eingestiegen, fuhr eine Rekordrunde nach der anderen. Und 15 Minuten vor dem Ende holte er den Werks-BMW ein, überholte ihn und fuhr auf und davon. Wir haben das Rennen mit einem Vorsprung von sieben Sekunden gewonnen", erinnert sich Vosse an den Husarenritt von Rast.

Vincent Vosse denkt gerne an die Zusammenarbeit mit Rast

Und auch für den Teamchef markierte diese überragende Leistung von Rast einen Meilenstein in der Karriere des Deutschen. "Dr. Ullrich war einer der ersten, die auf Rene zugekommen sind. Und ich glaube, dass er ihm damals gesagt hat, dass er jetzt Werksfahrer bei Audi ist. Danach fuhr er LMP1", so Vosse.

An die Zusammenarbeit mit Rast denkt der Belgier auch heute noch gerne zurück. "Ich habe wirklich viele gute Erinnerungen an Rene - und viele Diskussionen. Nicht alle dieser Diskussionen waren gut, aber das Ergebnis war immer gut", so Vosse. "Rene ist ein cleverer Typ. Er verlangt einem viel ab - wie alle Champions in allen Serien. Aber deswegen gewinnt er so viel."

Mit Bildmaterial von Audi AG.