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Rassistische Synchronisation? "Kevin – Allein in New York" soll neu vertont werden

André Wagner
·Freier Autor
·Lesedauer: 3 Min.

Eine rassistische Äußerung im Weihnachtsklassiker "Kevin – Allein in New York"? Kaum zu glauben, aber dem ist wirklich so. Darauf aufmerksam machte die Schauspielerin Thelma Buabeng, die sich bei Netflix über die deutsche Synchronisation der Weihnachtskomödie beschwerte. Der Streamingdienst will nun reagieren.

Macaulay Culkin spielte in den "Kevin"-Filme die Hauptrolle. (Bild: ddp)
Macaulay Culkin spielte in den Kevin-Filmen die Hauptrolle. (Bild: ddp)

Die Komödien "Kevin – Allein zu Haus" (1990) und "Kevin – Allein in New York" (1992) gehören zu Weihnachten wie Christbaum oder Plätzchen. Wer kommt da auf den Gedanken, dass der zweite Teil Inhalt einer Diskussion über Rassismus sein könnte? Ist aber wirklich so. Den Stein hat die deutsche Schauspielerin Thelma Buabeng ins Rollen gebracht.

Als sich die 39-Jährige im Weihnachtsprogramm von Netflix "Kevin – Allein in New York" in der deutschen Fassung angesehen hatte, fiel ihr auf, dass bei der deutschen Synchronisation das N-Wort verwendet wird, in der englischsprachigen Originalfassung davon aber nichts zu hören ist.

Schauspielerin beschwert sich bei Netflix

Für Buabeng ein Grund, sich bei Netflix über die, ihrer Meinung nach, rassistische Synchronisation zu beschweren.

Was sich die Übersetzungsverantwortlichen vor knapp 30 Jahren dabei gedacht haben, grundlos das N-Wort in ihrer Synchronisation zu verwenden, darüber kann Buabeng nur spekulieren.

In dem Synchronstudio könnte man davon ausgegangen sein, dass N-Wort sei witziger als eine originalgetreue Übersetzung des englischen Filmtextes, in dem von einer dunkleren Hautfarbe gesprochen wird, mutmaßt sie gegenüber dem “Deutschlandfunk”.

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Sie glaubt außerdem, dass die damals handelnden Personen dieses Wort wohl nicht verwendet hätten, wenn ihnen bewusst gewesen wäre, dass es rassistisch und beleidigend gegenüber Menschen mit schwarzer Hautfarbe ist.

Anfang des Jahres machte Buabeng, die in Ghana geboren ist und als Kind oft selbst mit dem N-Wort konfrontiert wurde, auf Instagram ihrem Unmut Luft und auf die rassistische Synchronisation aufmerksam.

"Wie kann es sein, dass sich ein deutsches Synchronstudio völlig unnötige rassistische Übersetzungen zu einem Kinder bzw. Familienfilm ausdenkt”, schreibt sie in ihrem Post und scheint dabei einen wunden Punkt getroffen zu haben, denn sie wurde von zahlreichen Nutzern auf weitere Fälle aufmerksam gemacht.

Reichlich Zuspruch, aber auch viele Hassnachrichten

Neben reichlich Zuspruch erhielt Buabeng jedoch auch viele Hassnachrichten von Menschen, die "offensichtlich ein Problem damit haben, dass dieses N-Wort raussynchronisiert werden soll", so Buabeng. Schon immer, auch vor 30 Jahren, sei das N-Wort ein bewusst rassistischer Begriff gewesen, "den man auch damals nicht verwenden durfte", erklärt die Schauspielerin den Grund ihres Protestes bei Netflix.

Der Streamingdienst selbst ist bereits mit Buabeng in Kontakt getreten und es soll ein "super" Gespräch mit einer Verantwortlichen gegeben haben. Dabei sei der 39-Jährigen zugesichert worden, dass zum kommenden Weihnachtsfest eine neusynchronisierte Fassung von "Kevin - Allein in New York" angeboten werden soll.

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Im Verlaufe des Gesprächs bekam Buabeng den Eindruck, dass die Themen "Diversity und Rassismus" bei Netflix durchaus eine große Rolle spielen und man sich im Unternehmen bewusst damit auseinandersetzt.

Für Buabeng wäre nun der nächste Schritt, dass man in Hinblick auf rassistische Sprache ein wachsameres Auge bzw. Ohr auf Kinder- und Familienfilme wirft und bei den Anbietern gegebenenfalls ebenso reagiert, wie es Netflix getan hat.

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