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Aus nach Rassismus-Eklat! Moster muss Tokio verlassen

·Lesedauer: 2 Min.
Aus nach Rassismus-Eklat! Moster muss Tokio verlassen
Aus nach Rassismus-Eklat! Moster muss Tokio verlassen

Einen Tag nach dem Rassismus-Skandal um Patrick Moster hat die Delegationsleitung der deutschen Olympia-Mannschaft entschieden, dass der Rad-Sportdirektor seine Aufgabe in Tokio nicht weiter wahrnehmen und zeitnah nach Deutschland abreisen wird.

„Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass seine öffentliche Entschuldigung für die gestern von ihm getätigte rassistische Äußerung aufrichtig ist. Mit dieser Entgleisung hat Herr Moster jedoch gegen die olympischen Werte verstoßen. Fairplay, Respekt und Toleranz sind für das Team D nicht verhandelbar“, erklärte DOSB-Präsident und Tokio-Delegationsleiter Alfons Hörmann am Donnerstag.

Wie entscheidet Scharping?

Offen ist allerdings noch, ob Moster nach Tokio weiter sein Amt beim Bund Deutscher Radfahrer ausüben wird. BDR-Präsident Rudolf Scharping hatte ein Gespräch und eine Entscheidung in Deutschland angekündigt.

Moster hatte während des Zeitfahrens Nikias Arndt mit den Worten „hol die Kameltreiber, hol die Kameltreiber, komm“ angefeuert und damit offenbar die vor dem Deutschen gestarteten Azzedine Lagab aus Algerien und Amanuel Ghebreigzabhier aus Eritrea gemeint. Die Rufe waren vom Fernsehen eingefangen und live übertragen worden.

Moster war am Mittwoch noch davon ausgegangen, dass der Sturm der Entrüstung an ihm vorüberzieht. „Ich denke, ich werde an den Bahnrad-Wettbewerben teilnehmen – oder ich hoffe es zumindest. Im Gesamt-Konstrukt des Teams bin ich eine wichtige Stütze. Gerade, was den Verband und die jetzt anstehenden Wettbewerbe angeht, brauchen wir jeden Mann, um die von uns geforderten Leistungen auch zeigen zu können“, hatte der 54-Jährige erklärt.

Algerier Lagab: „Gibt kein Kamelrennen“

Mit seiner Einschätzung hatte Moster aber danebengelegen. Nach Angaben des DOSB sei der Entscheidung „eine eingehende Beratung der Delegationsleitung sowie eine erneute Anhörung des Betroffenen“ vorausgegangen. „Sowohl der Vorgang als auch die Konsequenzen für das Team D“ seien diskutiert worden.

Der von Moster angefeuerte Arndt hatte sich „entsetzt“ über dessen verbale Entgleisung gezeigt und sich von dessen Aussagen „deutlich distanziert“. Maximilian Schachmann, der neben Arndt im Zeitfahren zum Einsatz kam, betonte, dass solche Worte bei Olympischen Spielen und generell in der Welt nichts zu suchen hätten. Der Radsport-Weltverband UCI schaltete sich ebenfalls ein und verurteilte die Rufe Mosters.

Deutliche Worte fand der nicht bei Olympia startende Rick Zabel. „Auch wenn ich selber nicht bei den Olympischen Spielen dabei bin, schäme ich mich für die Aussagen“, schrieb der Profi und Sohn des früheren Radstars Erik Zabel bei Instagram und fügte hinzu: „Ich persönlich kann nicht verstehen, dass nach diesem Verhalten nicht sofortige Konsequenzen vom BDR oder DOSB getroffen worden sind.“

Auch der betroffene Algerier Lagab meldete sich zu Wort. „Nun, es gibt kein Kamelrennen bei Olympia, deshalb betreibe ich Radsport. Wenigstens war ich in Tokio dabei“, schrieb Lagab auf Twitter.

Video: In diesen Momenten hat die Politik die Olympischen Spiele überschattet

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