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Rüstungsproduktion ist keine Randnotiz: Der Tag mit Bloomberg

(Bloomberg) -- Es mangelt nicht an seismischen Verschiebungen in der deutschen Wirtschaft. Eine epochale Veränderung der Energieversorgung, der Abschied vom Verbrennermotor für die größte Industrie des Landes und eine sich abzeichnende Neuordnung der Handelsbeziehungen zu China und den USA. Im Vergleich dazu scheint die Erweiterung von Produktionskapazitäten für Rüstungsgüter hierzulande angesichts des Kriegs in der Ukraine fast eine Randnotiz. Ist sie aber nicht.

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Das ganze Unterfangen erfordert umfangreiche Investitionsgarantien und wird wohl deutlich teurer als die von der Bundesregierung vergangenes Jahr avisierten 100 Milliarden Euro. Die Bundesregierung erwägt informierten Kreisen zufolge Subventionsprogramme für den Kohleausstieg in die Rüstungsindustrie umzuleiten und damit den Bau neuer Produktionsanlagen zu fördern. Dabei geht es auch um die Schaffung von Arbeitsplätzen in Regionen, die besonders vom Kohle-Aus betroffen sind.

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Neben mehr Geld wird es auch einen neuen Umgang der Politik mit Rüstungsunternehmen brauchen. Kurz vor Weihnachten attackierte die ehemalige Verteidigungsministerin Christine Lambrecht die Hersteller Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann scharf wegen Problemen beim Schützenpanzer Puma. Das ganze entpuppte sich jedoch als Ablenkungsmanöver, denn die meisten Ausfälle waren offenbar auf mangelnde Wartung oder Bedienfehler zurückzuführen. Wenn die Modernisierung der Bundeswehr nach Jahren der Mangelwirtschaft und des Missmanagments gelingen soll, wird das nur durch eine enge Zusammenarbeit gehen.

AKTUELLE MELDUNGEN:

  • Der Kupferkonzern Aurubis sieht den Betriebsgewinn vor Steuern nun am oberen Rand des Ausblicks angesichts starker Nachfrage und einem 35%-Anstieg bei den Schmelz- und Raffinierlöhnen.

  • Bei ING Deutschland sind bislang rund 700 Workation-Anträge eingegangen. Die Bank erlaubt mobiles Arbeiten im Ausland seit Anfang 2022. Sie war damit eine der ersten in der Branche.

  • Der US-Computerkonzern Dell will rund 6.650 Stellen streichen.

  • Die Nachfolge von Japans Notenbankchef Kuroda soll laut einem Nikkei-Bericht voraussichtlich Masayoshi Amamiya antreten. Unter den potenziellen Kandidaten gelte er als größte Taube, erklärte Shinsuke Kajita von Resona Holdings.

  • Die USA haben am Samstag einen angeblichen chinesischen Überwachungsballon abgeschossen. Peking sprach von einer Überreaktion und drohte mit Gegenmaßnahmen.

  • G7 und EU haben sich auf einen Preisdeckel von $100 je Barrel für russisches Diesel geeinigt.

  • Ein starkes Erdbeben hat in der Nacht zum Montag im Süden der Türkei mindestens 76 Menschen das Leben gekostet. Im benachbarten Syrien gab es 42 weitere Todesopfer.

ANALYSEN:

  • Der E-Auto-Marktanteil in Deutschland dürfte in diesem Jahr um 3 Prozentpunkte auf 28% sinken, berichtet die Welt am Sonntag unter Berufung auf den Branchenverband VDA.

  • Bundeskanzler Scholz will die Sorge um die Wettbewerbsbedingungen in Deutschland die Hoffnung auf eine “gute neue Zeit” entgegensetzen.

  • Die iPhones der jüngsten Generation werden in China mit mehr als $100 Rabatt angeboten, was für die Nachfrage nichts Gutes verheißt.

  • Die Konsenserwartungen zu Zinsentwicklung und Dollar sind mit den US-Arbeitsmarktdaten ins Wanken geraten. Die Kurse am Aktienmarkt scheinen zunehmend überzogen.

  • Fortgeschrittene Systeme der künstlichen Intelligenz bedrohen laut der jüngsten MLIV Pulse-Umfrage vor allem Arbeitsplätze in den Bereichen Finanzen, Recht und Technologie.

AKTIENMÄRKTE | An den Börsen in Asien geben die Kurse zum Wochenstart überwiegend deutlich nach. Auf der Stimmung lastet die Sorge vor wachsenden Spannungen zwischen Washington und Peking angesichts des Eklats um den abgeschossenen chinesischen Überwachungsballon. Die Börse Tokio indessen tendiert freundlich. Stützend wirkt ein Bericht, laut dem einer der Architekten der derzeitigen ultralockeren Geldpolitik neuer Chef der Bank of Japan werden soll. Die Wall Street schloss schwach. Die starken US-Arbeitsmarktdaten geben der Fed Raum, bei der Inflationseindämmung wenn nötig weiterhin aggressiv vorzugehen.

RENTENMÄRKTE | Nach der Donnerstagsrally in Reaktion auf die EZB kam es am europäischen Staatsanleihemarkt am Freitag zu einer ausgeprägten Korrektur. Stärker als erwartet ausgefallene Zahlen zum US-Arbeitsmarkt minderten die Erwartung, dass die Notenbanken der Welt ihre Anstrengungen zur Inflationseindämmung aus Konjunkturgründen zurückfahren müssen. Heute spricht der österreichische EZB-Rat Robert Holzmann.

ROHSTOFFMÄRKTE | Nach einem Preiseinbruch von weiteren 3% am Freitag erholt sich der Ölmarkt am Montag minimal. Der Chef der Internationalen Energieagentur erklärte am Wochenende, China könnte vor einem stärkeren Aufschwung stehen als erwartet, was die Ölnachfrage ankurbeln dürfte. In dieser Richtung äußerte sich heute auch der Chef von Kuwait Petroleum. Der Goldpreis tendiert freundlich nach zwei Handelstagen mit Verlusten um jeweils rund 2%.

TERMINE AM MONTAG:

  • Quartalszahlen: Aurubis

  • Konjunkturdaten: Auftragseingang, Umsatz und Produktion im Dienstleistungssektor, Sentix-Konjunkturindex, Einzelhandelsumsatz Eurozone

  • 10:00 Bundesverband deutscher Banken, Pressegespräch zum digitalen Euro

  • 11:30 Regierungs-PK

  • 14:30 Bundeskanzler Scholz und Berlins Regierende Bürgermeisterin Giffey, Besuch bei Bayer in Berlin im Rahmen des Berliner Wahlkampfs

  • 19:00 Finanzminister Lindner, Antrittsrede als 64. Oldenburger Grünkohlmajestät

  • Präsident Biden stellt Budget für Fiskaljahr 2024 vor

©2023 Bloomberg L.P.