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Rückschlag für die Deutsche Börse: Umsatz und Erlöse schrumpfen

·Lesedauer: 2 Min.

Deutschlands größter Börsenbetreiber legt schwache Zahlen vor: Die Deutsche Börse unter Theodor Weimer verfehlt mit ihren Erträgen die Erwartungen der Analysten deutlich.

Deutschlands größter Börsenbetreiber will am 18. November seine neue Strategie „Compass 2023“ präsentieren. Foto: dpa
Deutschlands größter Börsenbetreiber will am 18. November seine neue Strategie „Compass 2023“ präsentieren. Foto: dpa

Die Deutsche Börse hat im dritten Quartal einen Rückschlag erlitten. Die Nettoerlöse sanken um vier Prozent auf 707,5 Millionen Euro, wie der Betreiber der Frankfurter Börse an diesem Mittwoch mitteilte. Da zugleich die Kosten stiegen, fiel der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) um sieben Prozent auf 431,4 Millionen Euro.

Die Deutsche Börse machte für die Rückgänge zyklische Effekte verantwortlich. Im Vorjahresquartal hatten die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China zu Turbulenzen an den Finanzmärkten geführt und die Handelstätigkeit angekurbelt.

Mit ihren Erträgen verfehlte die Börse die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit 719 Millionen Euro gerechnet hatten. Beim bereinigten Betriebsgewinn hatten sie dagegen nur 425 Millionen erwartet. Trotz des Rückgänge im Sommer bekräftigte die Deutsche Börse ihre Prognose für 2020 eines bereinigten Überschusses von rund 1,2 (Vorjahr: 1,1) Milliarden Euro. Im dritten Quartal fiel dieser um elf Prozent auf 252,7 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr hatte die Börse dank der Turbulenzen an den Finanzmärkten rund um die Corona-Pandemie dagegen kräftige Zuwächse verbucht

Vorstandschef Theodor Weimer hatte die Deutsche Börse nach der gescheiterten Fusion mit der LSE und dem vorzeitigen Rückzug von Ex-Chef Carsten Kengeter wieder in ruhigeres Fahrwasser gesteuert. Sein Ziel, den Rückstand auf die wertvollsten Börsenbetreiber durch große Übernahmen zu verkürzen, hat er bisher jedoch nicht erreicht.

Nach der geplatzten Übernahme der Devisenhandelsplattform FXall 2019 hatte Weimer kürzlich auch im Bieterwettstreit um die Mailänder Börse das Nachsehen. Die Borsa Italiana geht für 4,3 Milliarden Euro an die französische Mehrländerbörse Euronext.

Weimer hat jedoch bereits deutlich gemacht, dass er weiter Ausschau nach Zukäufen hält. Bei der neuen Strategie, die am 18. November vorgestellt wird, sollen Zukäufe neben weiterem Wachstum aus einer Kraft eine wichtige Rolle spielen.

Bisher sieht sich die Deutsche Börse schwerpunktmäßig in fünf Bereichen nach Zukaufmöglichkeiten um: im Datengeschäft, im Handel mit Währungen und Rohstoffen, im Fondsservicegeschäft und im Anleihehandel.

Die Analysten der Deutschen Bank gehen davon aus, dass die Deutsche Börse an diesem Fokus wenig ändert, aber die finanziellen Kriterien für Zukäufe lockert. Bisher peilt das Unternehmen bei Zukaufen nach drei bis fünf Jahren eine Rendite (return on invested capital, ROIC) von mehr als zehn Prozent an. Zudem sollen Zukäufe nach einem bis drei Jahren positiv zum Ergebnis des Konzerns beitragen.

Am wahrscheinlichsten halten mehrere Analysten eine Übernahme im Fondsservicegeschäft. Die Deutsche Börse hat in diesem Segment zuletzt bereits zwei größere Zukäufe gestemmt. 2018 übernahm sie von der Zürcher Kantonalbank die Fondsplattform Swisscanto. Anfang 2020 kaufte der Dax-Konzern dann 51 Prozent der Fondsvertriebsplattform der Schweizer Großbank UBS – mit der Option, sich die verbliebenen 49 Prozent in zwei Jahren auch noch einzuverleiben.