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Röttgen hält Präsenzparteitag für ausgeschlossen

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BERLIN (dpa-AFX) - Der CDU-Vorsitzkandidat Norbert Röttgen hält einen Präsenzparteitag zur Wahl des neuen Parteivorsitzenden am 16. Januar für ausgeschlossen. "Das ist reine Illusion", sagte er dem "Tagesspiegel am Sonntag". Stattdessen sollten die 1001 Delegierten virtuell zusammenkommen. "Wir haben die rechtliche Möglichkeit für einen digitalen Parteitag." Auch die Vorsitzendenwahl und eine eventuelle Stichwahl könnten digital stattfinden. "Die Ergebnisse müssen dann nur noch mit einer einmaligen Briefwahl formell bestätigt werden."

Röttgen, der sich neben NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und dem ehemaligen Fraktionschef Friedrich Merz bewirbt, betonte, er strebe die Kanzlerschaft an. "Ja, ich will!" Der CDU-Vorsitzende müsse den Anspruch auf die Kanzlerkandidatur erheben. "Er muss aber auch in der Lage sein, CDU-Vorsitzender zu sein, ohne Kanzlerkandidat zu werden."

Sich selbst sieht Röttgen in dem Rennen nicht mehr als Außenseiter. "Das konnte man vielleicht vor Monaten so sagen." Seit der Sommerpause verspüre er wachsende Zustimmung. Zugleich habe sich der Blick auf die Mitbewerber Armin Laschet und Friedrich Merz verändert. Nicht jeder habe die Chancen verwertet, die die Corona-Pandemie zur Profilierung geboten habe.

Die CDU dürfe den Führungswechsel in der Partei nicht als Bruch mit Angela Merkel darstellen. "Wir können stolz sein auf die zurückliegenden 16 Jahre", sagte Röttgen. "Ich bin mit der Ära Merkel im inneren Frieden." Jetzt brauche es eine "evolutionäre Entwicklung" und zugleich "neuen Schwung". Merkel hatte Röttgen 2012 als Umweltminister entlassen.