Deutsche Märkte öffnen in 2 Stunden 37 Minuten
  • Nikkei 225

    28.330,34
    +206,06 (+0,73%)
     
  • Dow Jones 30

    35.911,81
    -201,79 (-0,56%)
     
  • BTC-EUR

    37.216,09
    -776,22 (-2,04%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.020,76
    -4,97 (-0,48%)
     
  • Nasdaq Compositive

    14.893,75
    +86,95 (+0,59%)
     
  • S&P 500

    4.662,85
    +3,82 (+0,08%)
     

Queen Elizabeth: Haben die Skandale das Ansehen der Monarchie beschädigt?

·Lesedauer: 4 Min.

Queen Elizabeth betitelte einst das Jahr 1992 als "annus horribilis" – ein Jahr voller Skandale und Katastrophen für die britische Königsfamilie. Auch 2021 dürfte als ein solches Jahr in Erinnerung bleiben. Doch welche Auswirkungen hat es auf das Ansehen der Monarchie?

Prinz Charles, Herzogin Camilla, Queen Elizabeth und Prinz William und Herzogin Catherine (Hintergrund)
Prinz Charles, Herzogin Camilla, Queen Elizabeth und Prinz William und Herzogin Catherine (Hintergrund)

Queen Elizabeth, 95, musste im Jahr 2021 viele Negativ-Schlagzeilen, Skandale und Verluste hinnehmen. Angefangen mit der angeblichen Verwicklung ihres Sohnes Prinz Andrew, 61, in den Missbrauch-Skandal um Jeffrey Epstein, †66, über das Enthüllungsinterview ihres EnkelsohnesPrinz Harry, 37, bis hin zum Tod ihres MannesPrinz Philip, †99. Wie steht die britische Königsfamilie Ende 2021 in den Augen der Bevölkerung dar?

In der neuen Dokumentation "The Queen's Horrible Year" äußert sich der einstige Pressesprecher der Queen, Charles Anson, zu den vergangenen Monaten und wie die Handhabung der 95-Jährigen die Monarchie gestärkt habe. Eine Meinung, die ich nicht vollkommen teilen kann.

Queen Elizabeth und die Königsfamilie: Wie viel Stabilität gibt es ohne die Monarchin?

Die Aussagen der Royal-Expert:innen in der Dokumentation hinsichtlich der letzten elf Monate sind eindeutig: "[Die Queen] hat so viel von dem symbolisiert, was wir uns von einer königlichen Familie erhoffen, dass ich glaube, dass der Respekt vor ihr stärker ist als je zuvor", bestärkt Stewart Purvi das Ansehen der Monarchin. Weiter sagt er: "Ich glaube, dass die Zukunft der königlichen Familie durch die Art und Weise, wie sie uns durch diese schwierigen Monate geführt hat, sicherer geworden ist." Familie Windsor England (19375)

Ich möchte eines auf den Punkt bringen: Ich glaube, dass die Monarchie Stabilität ausstrahlt und auch innehat. Selbst der Rückzug von Herzogin Meghan, 40, und Prinz Harry, der die Grundmauern des Palastes eindeutig zum Wackeln gebracht hat, konnte dem Ansehen der Königsfamilie an sich nicht grundlegend schaden. Doch die Aussagen von Purvi und Anson haben einen Kern, der mich besorgt. Die Abwendung der Skandale, das Ansehen der gesamten Familie, die Handhabung von Pressemitteilungen – das alles manifestiert in den Augen der Experten allein Queen Elizabeth. Sie sei die "einigende Figur für die Nation" gewesen, heißt es in der Doku. Doch was passiert, wenn diese Figur ins Wanken gerät?

Queen Elizabeth ist die Repräsentantin der Monarchie, aber ...

Die Dokumentation erweckt in meinen Augen ein trügerisches Bild: Auf der einen Seite sprechen die Protagonisten von der Monarchie als Konstitution, auf der anderen Seite ist es ein reines Loblied auf die Königin. Ja, Queen Elizabeth ist das Oberhaupt der Familie, der anglikanischen Staatskirche und der Monarchie. Ja, sie repräsentiert all das. Doch die Abwendung der vergangenen Skandale allein auf die Stabilität und das Ansehen der 95-Jährigen zu stützen, ist in meinen Augen fatal.

Spricht man vom Jahr 2021, müssen die anderen Mitglieder der Königsfamilie ebenso eine große Rolle spielen, wie die Queen selbst. Es war Prinz William, 39, der gemeinsam mit Herzogin Catherine, 39, nur einen Tag nach der Ausstrahlung des Oprah-Interviews seines Bruders vor die Presse trat und seiner Frau dabei fürsorglich den Arm auf den Rücken legte – ein Zeichen der Einheit. Es war Prinz Charles, 73, der nach dem Tod seines Vaters eine Rede hielt, die das ganze Volk bewegte. Es soll außerdem Charles gewesen sein, der die Hoffnung seines Bruders Prinz Andrew auf eine Rückkehr in die Öffentlichkeit direkt im Keim erstickt haben soll – zum Schutz der Familie.

Die Abwendung der schwierigen Monate und die Stärkung der Monarchie, sie liegt nicht mehr nur in den Armen der Königin. Dass die Royal-Expert:innen so sehr auf die Ausstrahlung der Queen bauen, ist verständlich, aber nicht mehr zeitgemäß.

Charles Anson: "Die Stärke unserer Monarchie ist, dass sie sich anpassen kann"

In meinen Augen ist letztendlich nur ein Satz Ansons, der auf den Punkt bringt, weshalb die britischen Royals heute weiterhin so viel Ansehen genießen: "Die Stärke unserer Monarchie ist, dass sie sich anpassen kann." Es ist die Erfahrung der Queen, aber viel mehr noch sind es die Auftritte und Handhabungen der Senior Royals, die das Jahr 2021 geprägt haben. Queen Elizabeth ist der Stamm, der die Familie und Monarchie tragen mag – doch blühen kann die Krone nur, wenn die Knospen auch die schlimmsten Wetterbedingungen überstehen. Prinz Charles: Prinz Philip zweifelte an seinen Thronfolger-Qualitäten

Prinz Harry und Prinz Andrew mögen den Royals schwierige Monate bereitet haben und werden dies sicher auch in den kommenden Monaten noch tun: Harry hat für 2022 bereits seine Memoiren angekündigt. Für Prinz Andrew steht der Prozess gegen Virginia Robert Giuffre im nächsten Jahr aus.

Doch die Senior Royals, die die Monarchie in den nächsten Jahrzehnten repräsentieren werden, haben bereits 2021 bewiesen, dass ein moderner Umgang, verbunden mit den obersten Prinzipien der Queen, das britische Königshaus auch in stürmischen Zeiten in ein glanzvolles Licht rücken kann. Jetzt ist es wichtig, dass diese Stabilität im schlimmsten Fall auch ohne den Anker, den die 95-jährige Königin repräsentiert, bestehen kann.

Verwendete Quellen: eigene Recherche, dailymail.co.uk

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.