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Quartalsbericht: Netflix verliert fast eine Million Nutzer

Die neue Staffel von „Stranger Things” könnte den Negativtrend bei Netflix etwas ausgebremst haben.  - Copyright: Chesnot/Getty Images
Die neue Staffel von „Stranger Things” könnte den Negativtrend bei Netflix etwas ausgebremst haben. - Copyright: Chesnot/Getty Images

Guten Morgen! Während ihr geschlafen habt, ging andernorts die Arbeit in der Digitalszene weiter.

Die Top-Themen:

Netflix hat zum ersten Mal in der Geschichte des Streamingdienstes zwei Quartale in Folge Abonnenten verloren. In den vergangenen drei Monaten bis Ende Juni sprangen 970.000 Nutzer ab. Dies war zwar eine Hiobsbotschaft, doch der US-Konzern, der insgesamt über 220 Millionen Abonnenten hat, hatte eigentlich mit einem noch höheren Verlust von rund zwei Millionen gerechnet. Netflix hofft nun, im laufenden Quartal eine Million neue Abonnenten gewinnen zu können.

Der Konzern gab zudem bekannt, dass er Anfang 2023 eine kostengünstigere, werbefinanzierte Version vorstellen will. Dies folgt auf die Nachricht, dass Netflix Microsoft als Partner für dieses werbefinanzierte Angebot gewonnen hat. Insgesamt konnte der Streaming-Service im vergangenen Quartal Erlöse im Wert von 7,97 Milliarden US-Dollar verbuchen. Analysten hatten etwas über acht Milliarden erwartet. [Mehr bei CNBC und Wall Street Journal]

Auf Gründerszene: Stellt euch vor, ihr schlüpft in den Körper des anderen Geschlechts. Die Idee: Ein Bewusstseinswechsel. Vor allem, wenn es um Themen wie Diskriminierung geht. Das Startup Wondder hat eine VR-Brille entwickelt, die solche Szenarien als Schulung für Fachkräfte anbietet. Was genau dahinter steckt und wie das funktioniert, hat unser Redakteur Georg Räth für euch aufgeschrieben. [Mehr bei Gründerszene+]   

Und hier die weiteren Schlagzeilen der Nacht:

Twitter hat im Rechtsstreit gegen Elon Musk am Dienstag einen ersten kleinen Sieg errungen. Ein Richter im US-Staat Delaware gab dem Antrag des Unternehmens statt, seine Klage zu beschleunigen, mit der der Kurznachrichtendienst den Tesla-Chef doch noch dazu zwingen möchte, seinen 44-Milliarden-US-Dollar-Kauf abzuschließen. Die Verhandlung ist nun für Oktober anberaumt worden, nachdem das Gericht der Behauptung von Twitter zustimmte, dass die derzeitige Ungewissheit der Aktiengesellschaft auf Dauer schaden könnte. Die Anwälte von Musk wollten den Prozess eigentlich bis Februar hinauszögern. [Mehr bei Wall Street Journal]

Volkswagen (VW) will in den USA die Marke Scout wiederbeleben und mit neuen sportlichen Elektro-Pickups und -SUVs die Herzen der Amerikaner zurückgewinnen. Dies sagte der neue Chef von Scout, Scott Keogh (bisher Präsident und CEO der Volkswagen Group of America), in einem exklusiven Interview mit dem US-Medium „Axios“. Trotz seiner globalen Stellung war der zweitgrößte Automobilhersteller der Welt in den Vereinigten Staaten bisher eher unterrepräsentiert. Der Skandal um die Diesel-Abgasnormen hatte dem Ruf der Deutschen zudem großen Schaden zugefügt. [Mehr bei Axios]

Investition: Google und Chevron sind Teil einer am Dienstag angekündigten 250-Millionen-US-Dollar-Finanzierung für TAE Technologies. Das in Kalifornien ansässige Kernfusions-Startup, das inzwischen rund 1,2 Milliarden Dollar eingesammelt hat, will emissionsfreie Energie ohne schädliche radioaktive Abfälle erzeugen, wie es die Kernspaltung tut. Die japanische Investmentgesellschaft Sumitomo Corporation of Americas beteiligte sich ebenfalls an der Runde und will TAE dabei helfen, seine Fusionstechnologie in den asiatisch-pazifischen Raum zu bringen. TAE, das von dem österreichisch-amerikanischer Physiker und Unternehmer Michl Binderbauer geführt wird, wurde 1998 gegründet. Das Ziel der Firma ist, Anfang der 2030er Jahre einen Fusionsreaktor im kommerziellen Maßstab zu haben, der Energie an das Netz liefert. [Mehr bei CNBC]

Amazon verklagt die Administratoren von rund 10.000 Facebook-Gruppen wegen angeblich gefälschter Produktbewertungen. Zuvor war der E-Commerce-Händler auf seiner eigenen Plattform gegen manipulierte Bewertungen vorgegangen. Gleichzeitig erhält Amazon Gegenwind von Google: Der Tech-Konzern baut Youtube immer mehr zum Shopping-Kanal aus und positioniert sich damit als Amazon-Rivale. So baut Google die Partnerschaft mit dem Softwareanbieter Shopify aus – ein Klick auf ein Produkt-Video bei Youtube lässt Nutzer Produkte künftig direkt kaufen. [Mehr bei Wall Street Journal, Spiegel und Handelsblatt]

Weitere Tech-News: Samsung stellt seine neuesten Foldables am 10. August vor und Apple hat zugestimmt, 50 Millionen US-Dollar zu zahlen, um eine Klage in Bezug auf fehlerhafte Keyboards bei seinen Computern beizulegen. Google und Oracle dagegen kämpfen mit der unerwarteten Hitzewelle in Großbritannien. Fehlerhafte Kühlsysteme in den Londoner Rechenzentren der Firmen führten zum vorübergehenden Ausfall von Diensten. [Mehr bei The Information, Reuters und Techcrunch]

Unser Lesetipp auf Gründerszene: E-Commerce-Geschäftsmodelle stehen wegen der Wirtschaftskrise unter Druck. Nun hat der Berliner Shop-Aufkäufer SellerX sein Personal gekürzt. Dutzende Mitarbeiter müssen gehen. [Mehr bei Gründerszene]

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Einen schönen Mittwoch!

Eure Gründerszene-Redaktion

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