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Puma-Chef drückt sich wegen Corona um Prognose

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Das Geschäft der Marke lief zuletzt wieder deutlich besser. Doch Vorstandschef Gulden fürchtet, dass die neuen Einschränkungen die Kunden vertreiben.

Vor allem in Amerika und Europa verzeichnete der Konzern kräftige Zuwächse, in Asien ging der Umsatz dagegen zurück. Foto: dpa
Vor allem in Amerika und Europa verzeichnete der Konzern kräftige Zuwächse, in Asien ging der Umsatz dagegen zurück. Foto: dpa

Es sind nur noch gut zwei Monate bis zum Jahresende: Trotzdem sieht sich Puma-Chef Björn Gulden noch immer nicht in der Lage, eine Prognose für 2020 abzugeben. „Die Entwicklung für die kommenden Wochen ist weiterhin unvorhersehbar“, sagte der Manager an diesem Mittwoch.

Seine Sorge gilt den wieder eingeführten Beschränkungen für die Konsumenten angesichts steigender Infektionszahlen: „Die Verbraucherstimmung trübt sich erneut ein“, warnte Gulden.

Dabei lief es die vergangenen Wochen glänzend für den im MDax notierten Konzern: Im dritten Quartal stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um gut sieben Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro. Zu konstanten Wechselkursen betrug das Plus sogar gut 13 Prozent. Der Gewinn stieg ebenfalls um 13 Prozent auf 114 Millionen Euro.

Im Frühjahr waren die Erlöse noch um fast ein Drittel eingebrochen. Die Marke mit dem Raubtierlogo stürzte tief in die roten Zahlen. Von Ende März an waren für mehrere Wochen 80 Prozent der Geschäfte von Puma sowie der Fachhändler geschlossen.

Den Sommer über sah das ganz anders aus. Der Online-Handel boomte, zudem griffen die Kunden auch in den Läden wieder beherzt zu: „Das Geschäft lief viel besser, als wir erwartet hatten“, erläuterte Gulden. „Es war fast wieder ein normales Quartal.“ Vor allem Laufschuhe seien gefragt gewesen sowie modische Artikel.

Auch die letzten Wochen seien ermutigend gewesen. „Der Oktober hat für uns gut begonnen“, erklärte der ehemalige Profi-Fußballer. Trotzdem bleibt Gulden vorsichtig: „Das kann sich schnell ändern.“

Puma-Aktie verliert am Morgen

An der Börse kam das gar nicht gut an. Die Aktien verloren am Morgen in Frankfurt knapp vier Prozent an Wert und notierten bei 76,60 Euro. Allerdings haben die Papiere in den vergangenen sechs Monaten rund 40 Prozent gewonnen.

Analysten sehen Puma trotz des zurückhaltenden Ausblicks des Vorstandschefs positiv. Der Sportartikelkonzern habe im dritten Quartal die Markterwartungen um ein gutes Stück übertroffen, urteilte Jefferies-Analyst James Grzinic am Mittwochmorgen. Damit bestätige sich das gute Markenbild der Herzogenauracher.

Zuletzt hatte in der Sportbranche Weltmarktführer Nike die Investoren positiv überrascht. Der Puma-Konkurrent hielt seinen Umsatz in den drei Monaten bis Ende August mit 10,6 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahr fast stabil und steigerte den Gewinn dabei um elf Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar.

Damit übertraf der Weltmarktführer alle Erwartungen. Für die guten Zahlen waren vor allem ein starkes Online-Geschäft und geringere Kosten verantwortlich. Nike hat in seinem ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres deutlich weniger für Werbung ausgegeben. Die Nummer zwei der Sportindustrie, Adidas, will seine Zahlen erst Mitte November vorlegen.

Puma-Chef Gulden hofft derweil auf ein besseres Jahr 2021, in dem die dieses Jahr abgesagten großen Sportevents stattfinden können: die Fußball-Europameisterschaft und die Olympischen Spiele. Vorbereitet ist Puma allemal: Die Trikots für die Teams liegen schon seit dem Frühjahr auf Lager.