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666 bis Orwell: Diese Verschwörungstheorien ranken sich um den neuen Personalausweis in Griechenland

In der griechischen Stadt Thessaloniki haben mehr als 3.000 Menschen gegen die Einführung eines neuen Personalausweises protestiert. Die Demonstrierenden, darunter auch Geistliche, schwenkten griechische Nationalflaggen, teilweise wurde gebetet.

Viele glauben, dass der neue Ausweis, der am 25. September kommen soll, einen "Chip" mit einer Ortungsfunktion enthalte.

Demonstrierende sprechen von "absoluter Kontrolle"

"Wir werden zu einer Gesellschaft wie bei Orwell werden", sagt Anastasios, der an dem Protest teilnimmt. "Es wird eine riesige, digitale Akte geben, mit persönlichen Daten, unserem Privatleben, unserer Krankenakte, unserem Arbeitsleben, mit allem. Du gehst irgendwo hin, und sie nehmen deine ganze Akte heraus. Das ist für mich inakzeptabel.

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Ein anderer Teilnehmer sagt, dass man versuche, "durch die biometrische digitale Identität sozusagen die absolute Versklavung der menschlichen Spezies und die absolute Kontrolle zu erzwingen. Kurz gesagt Big Brother. Deshalb sind wir heute hier."

Auch die Kirche ist gegen das neue Dokument

Priester Fotios, der auch an dem Protest teilnahm, erklärte, dass der Personalausweis "ein Stempel" sei. "Wir sind gegen das Siegel des Antichristen, das sich im Chip befindet. Wir sind gegen das antichristliche System, gegen die Maßnahmen des Antichristen."

Laut dem Online-Portal greekreporter.com erklären ultra-orthodoxe Kreise in Griechenland, dass jeder Strichcode (beispielsweise auf Waren oder elektronischen Schecks) die Zahl "666" enthalte. Diese auch als biblische Zahl bekannte dreistellige Nummer, die auch als Zahl des Tieres oder Zahl des Antichristen bezeichnet wird, kommt in der Offenbarung des Johannes vor. Die Gegner des neuen Personalausweises behaupten, dass mit der Annahme des Dokuments die Versiegelung durch den Antichristen akzeptiert werde.

Keine Chips, keine Kameras, keine Mikrofone.

Weiterer Protest geplant

Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis verteidigte den neuen Ausweis. Das Dokument sei Teil eines gemeinsamen europäischen Identifikationssystems, das alle Mitgliedstaaten übernehmen müssten.

"Ich werde hier nicht im Detail auf die Fake News eingehen, die einige schlaue Leute in Umlauf bringen", so Mitsotakis. "Ich bin der Meinung, dass es sich dabei um eine sehr kleine Minderheit der griechischen Gesellschaft handelt. Die Personalausweise enthalten keine Chips, keine Kameras, keine Mikrofone und auch keine anderen Dinge, durch die man abhören kann. Die Bürger sollten sich nicht lächerlich machen."

Der orthodoxe Erzbischof Archbishop Ieronymos kündigte an, dass die Heilige Synode der Kirche in einigen Tagen eine Erklärung abgeben wird. Man riet den Bürgern zu "Besonnenheit und Vorsicht", so heißt es.

Am kommenden Wochenende ist eine weitere Demonstration geplant - dann in der Hauptstadt Athen.