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Prosiebensat1 steigt ein: Urban Sports Club kassiert 80 Millionen Euro

·Lesedauer: 3 Min.
Moritz Kreppel (l.) und Benjamin Roth sind die Gründer von Urban Sports Club.
Moritz Kreppel (l.) und Benjamin Roth sind die Gründer von Urban Sports Club.

Heute Yoga, morgen Boxen, nächste Woche Bouldern: Mit der Fitness-Flatrate vom Berliner Startup Urban Sports Club sollen Sportbegeisterte ihre Kurse aus einem ganzen Portfolio an Fitnessangeboten auswählen können und müssen sich dabei nicht auf ein Sportstudio begrenzen. Bereits seit 2012 arbeitet das Berliner Unternehmen daran, sich als Vorreiter auf dem umkämpften Fitnessmarkt zu behaupten – und hat dafür frisches Kapital eingesammelt.

In einer Finanzierungsrunde hat das Berliner Fitness-Startup 80 Millionen Euro Wachstumskapital bekommen. Angeführt wird die jüngste Runde von Sevengrowth, ein VC-Arm von Prosiebensat1. Als weiterer Investor steigt Claret Capital Partners mit ein. Der Londoner VC ist unter anderem bei dem Insurtech Wefox investiert. Die bestehenden Investoren, darunter HV Capital, RTP Global und Rocket Internet ziehen bei der Finanzierung ebenfalls mit. Zu einer Unternehmensbewertung will sich Urban Sports Club auf Gründerszene-Nachfrage nicht äußern.

Mit der Fitnessflat des Startups sollen Mitglieder eigentlich die Möglichkeit bekommen, zwischen verschiedenen Sportarten und Anbietern in der eigenen Umgebung zu wechseln. Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie geriet das Geschäft aber in eine Krise, die 12.000 Partner-Sportclubs mussten im Lockdown schließen, viele Kunden kündigten ihr Abonnement. In einer Digitaloffensive hat das Berliner Startup sein Geschäftsmodell umgestellt und kurzfristig ein Angebot von Live-und On-Demand-Onlinekursen mit seinen Partnerstudios entwickelt.

Nach Corona: Die Fitnessflatrate als Hybrid-Modell

Mit dem schnellen Wechsel auf ein Online-Angebot hat Urban Sports Club versucht, die Krise abzufangen. "Die Umsatzverluste waren aber erheblich", sagt Moritz Kreppel, Mitgründer von Urban Sports Club im Gespräch mit Gründerszene. Darum sollen die Online-Kurse auch trotz der Öffnungen weiterhin fester Bestandteil des Geschäftsmodells von Urban Sports Club bleiben. „Wir glauben, dass wir mit einem Hybrid-Modell am besten fahren“, so der Chef. Die Investoren des Startups glauben außerdem, dass die Pandemie den Stellenwert von Fitness und Achtsamkeit trotz der schwierigen Phase verstärkt hätte. „Die Covid-19-Pandemie hat die Nachfrage nach vielfältigen Sportangeboten weiter erhöht“, sagt etwa Friedrich Thoma, CEO des Segments Commerce & Ventures von Prosiebensat1.

Der Konzern hat mit Fitnessunternehmen bereits Erfahrung. Die Medienfirma hat den Online-Anbieter 7NXT aufgebaut, zu dem unter anderem die Plattform Gymondo gehört. Im Jahr 2018 verkaufte Prosiebensat1 das Unternehmen an Crosslantic Capital. Als Fonds-Investor an Crosslantics Fund 1 blieb der Konzern aber zumindest indirekt an der Fitnessfirma beteiligt. Mittlerweile hat auch Crosslantic Capital 7NXT wieder verkauft.

Prosiebensat1 investiert mit Geld und Werbevolumen

Bei der Beteiligung von Lead-Investor Prosiebensat1 an Urban Sports Club handelt sich nicht um ein reines Finanzinvestment. Der Investor sichert den Berlinern außerdem eine Unterstützung in Form von Medienvolumen zu. Werbung für die Fitness-Flatrate soll über sämtliche TV- und Online-Kanäle der Unternehmensgruppe im deutschsprachigen Raum ausgespielt werden, um die Marke zu stärken. "Den Großteil der Beteiligung macht aber das Kapitalinvestment aus", sagt Kreppel.

Bisher ist das Unternehmen in sechs europäischen Ländern aktiv und betonte in der Vergangenheit, das Geschäft in weitere Länder ausbauen zu wollen. In der Corona-Pandemie tritt das Startup aber erst einmal auf die Bremse. Auf Nachfrage bestätigt Kreppel, dass der Fokus derzeit verstärkt auf den Heimatmarkt gelegt werde. "Das heißt aber nicht, dass wir nicht künftig auch international auf TV-Präsenz setzen wollen", sagt Kreppel.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt schreibt Urban Sports Club noch Verluste. Auf Nachfrage gibt Kreppel an, der Break-even sei für 2022 oder spätestens 2023 geplant. Damit das gelingt, solle das B2B-Geschäft ausgebaut werden. Im Bereich mit Privatkunden ist die Konkurrenz vor allem durch Fitness-Influencer auf Youtube sehr groß. Das Unternehmen hofft, langfristig als Benefit für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter punkten zu können.

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