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Die privaten Krankenkassen haben ihre Beiträge erhöht - welche Rolle Negativzinsen dabei spielen

Tristan Filges
·Lesedauer: 2 Min.

Einzelzimmer bei Krankenhausaufenthalten, Chefarzt-Betreuung oder schnellere Terminvergabe beim Facharzt - die Private Krankenversicherung bietet den Kunden gegenüber der Gesetzlichen Krankenversicherung einige Vorzüge. In den vergangen Jahren sind die Beiträge für die knapp neun Millionen Privatversicherten im Schnitt aber erheblich gestiegen.

Laut Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) erhöhten sich die Beiträge für die Private Krankenversicherung seit 2015 um 24,7 Prozent. Das sich Preise von Waren und Dienstleistungen im Laufe der Jahren erhöhen, ist normal und lässt sich mit dem Verbraucherpreisindex darstellen. Dieser ist im gleichen Zeitraum aber nur um 9,1 Prozent gestiegen. Damit wuchsen die Beiträge der Privaten Krankenversicherung mehr als doppelt so schnell wie der Verbraucherpreisindex.

Corona sorgt für zusätzliche Beitragserhöhung

Einen besonders großen Sprung in der Entwicklung der Beitragshöhe gab es vom Dezember 2020 zum Januar 2021. Allein hier gab es eine Erhöhung um 5,8 Prozentpunkte. Zurückzuführen ist der Anstieg auf die gestiegenen Kosten der Versicherungen im Zuge der Corona-Pandemie.

Beliebig steigen dürfen die Preise der Privaten Krankenversicherung allerdings nicht. Generell darf der Beitrag nur angepasst werden, wenn die Versicherungsleistungen höher liegen als ursprünglich kalkuliert. Des Weiteren ist eine gesetzliche Obergrenze von 10 Prozent festgelegt.

Steigende Gesundheitskosten und Zinsen am Anleihemarkt verursachen Beitragserhöhung

Die Anbieter von Privaten Krankenversicherungen versuchen mit den Beitragserhöhungen die in Deutschland stark gestiegenen Gesundheitsausgaben wieder auszugleichen. Betrugen die Gesundheitsausgaben pro Bürger im Jahr 2010 noch 3.625 Euro, lagen sie 2019 schon bei 4.944 Euro.

Ein weiterer Grund für die steigenden Beiträge sind die anhaltenden Niedrig- und Negativzinsen am Markt. Die Beiträge legen die Krankenversicherungen in Form von Alterungsrückstellungen am Kapitalmarkt an. Im Normalfall rechnen die Versicherungen mit einem Rechnungszins von 3,5 für ihre Kapitalwerte. 2019 konnte allerdings nur eine Durchschnitts-Verzinsung von 2,8 Prozent erwirtschaftet werden.

Beiträge könnten weiter steigen

Da noch viel Kapital der Versicherungen in alten Anleihen mit hohen Zinsen steckt, ist die Durchschnitts-Verzinsung noch nicht stärker gefallen. Da Anleihen infolge der EZB-Geldpolitik aber aktuell fast gar keine Zinsen mehr geben, könnte der Wert auch weiter fallen und die Beiträge weiter steigen.

Die Gesetzlichen Krankenversicherungen sind bei der Bemessung ihrer Beiträge an die Lohnentwicklung gebunden, weswegen diese sich automatisch anpassen und nicht sprunghaft ansteigen. Bei den Privaten Versicherungen ist eine Beitragserhöhung zwar jeden Monat möglich, findet aber in aller Regel zum Jahresanfang statt.

In Deutschland darf sich jeder privat versichern, der als Angestellter einen Bruttoverdienst von mehr als 64.350 Euro hat, selbständig arbeitet oder Beamter ist.