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Prinz Harry schreibt Memoiren: Panik im Palast: Rettung oder Selbstzerstörung?

·Lesedauer: 4 Min.

Prinz Harry wird Ende 2022 seine Memoiren veröffentlichen. Es soll um die "Höhen und Tiefen, die Fehler und gelernten Lektionen" aus seinem royalen Leben gehen. Doch ist es die richtige Entscheidung, noch mehr Privates preiszugeben?

Prinz Harry
Prinz Harry
© Mark Cuthbert

PRO: Prinz Harry muss sein eigenes Narrativ schaffen

Was Prinzessin Diana, †36, am 20. November 1995 in ihrem legendären "Panorama"-Interview enthüllte, macht ihr Sohn nun in Schriftform. Prinz Harry, 36, will in seinen Memoiren, die Ende 2022 veröffentlicht werden sollen, einen "akkuraten und absolut wahrheitsgetreuen" Bericht über sein Leben veröffentlichen. Zu viele Unwahrheiten wurden in der Presse verbreitet. Da reicht ein Interview mit Oprah Winfrey, 67, wohl kaum aus, um alles aufzuklären. Verständlicherweise. Wer liest schon gerne Lügen über sich? Wer wird schon gerne von der Presse auf Schritt und Tritt verfolgt und für jeden Fehler an den Pranger gestellt?

BS Prinz Harry + Meghan Markle

Wie seine Mutter möchte nun auch Harry sein eigenes Narrativ schaffen und die Kontrolle über sein Leben gewinnen. Denn die hatte er bis zu seinem Rücktritt als Senior Royal kaum. In der Öffentlichkeit aufzuwachsen, seine Mutter – die bis zu ihrem Tod selbst von Paparazzi gejagt wurde – vor Millionen von Menschen zu Grabe tragen zu müssen, über seine eigene Frau Herzogin Meghan, 39, rassistische Beleidigungen zu lesen: All das konnte sich Harry nicht aussuchen. Er hatte nie eine Wahl. Als Mitglied der Königsfamilie wurde der Queen-Enkel hinein ins Scheinwerferlicht geboren. Sein Weg war immer vorbestimmt – als Nummer sechs der britischen Thronfolge. Die Autorität über sein Leben möchte er sich nun Stück für Stück zurückholen und traumatische Erlebnisse verarbeiten. Denn davon dürfte es einige gegeben haben.

Zwei große Traumata, die Harrys Leben bis heute mitbestimmen, sind der Tod seiner geliebten Mutter Diana und die Berichterstattung der erbarmungslosen britischen Yellow Press. Das Resultat: Er entwickelte in seinen 20er-Jahren Panikattacken und Angstzustände. Vor öffentlichen Terminen musste er sich die Tränen wegwischen, eine Maske aufsetzen und lächeln. Der Stress, die etlichen Termine rund um den Globus, das permanente Verkörpern einer Rolle, verursachten bei ihm letztendlich ein Burn-out. Angehörige hätten ihm gesagt, er solle "das Spiel" der Monarchie und der Medien einfach mitspielen, sein Leben werde dadurch leichter, offenbarte Harry in der Doku "The Me You Can't See". Probleme, vor allem psychischer Natur, wurden in der Royal Family damals unter den Tisch gekehrt. Das durfte auch schon seine Mutter, die an Bulimie litt, miterleben. Wer möchte so ein aufgezwungenes Leben – im Dienste der Krone und der Medien – leben? Sicherlich kaum jemand.

Dass Harry in den Interviews sein Innerstes nach Außen kehren konnte, gab der Öffentlichkeit zum ersten Mal die Möglichkeit, sein Leben und seine schlussendliche Megxit-Entscheidung besser nachvollziehen zu können. Neben der Negativ-Presse gab es auch verständnisvolle Stimmen. Menschen haben sich für seine Offenheit und Verletzlichkeit bedankt. Ein verständlicher Grund, weshalb er das in seinen Memoiren nun vertiefen möchte.

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CONTRA: Prinz Harry widerspricht seinen Prinzipien – mal wieder

Prinz Harry will in seinen Memoiren über die "Höhen und Tiefen, die Fehler und gelernten Lektionen" seines Lebens auspacken. Privater geht es eigentlich nicht. Und genau das ist das Problem.

Harry und Meghan betonen seit Jahren, wie wichtig ihnen ihre Privatsphäre ist. Einer der Gründe, wieso sie Großbritannien verlassen und der Royal Family den Rücken gekehrt haben. Doch seit ihrem Umzug in die Vereinigten Staaten von Amerika geben die Sussexes mehr preis, als alle anderen Royals es jemals getan haben. Ein Widerspruch in sich. Der Rücktritt als Senior Royals glich einem Rückzug aus der Öffentlichkeit – so zumindest die öffentliche Wahrnehmung.

Doch was der Herzog und die Herzogin von Sussex seither veranstalten, gleicht einer Reality-Show. Vor laufenden Kameras lassen sie ihren Gefühlen freien Lauf, geben ihren Zuschauer:innen intime Einblicke in ihr Privatleben und nehmen kein Blatt vor den Mund, wenn es um unliebsame Familienmitglieder geht. Dass sie damit die Titelseiten internationaler Zeitungen beherrschen, sollte für Harry und Meghan keine große Überraschung sein. Sie legen es förmlich darauf an.

Das Paar widerspricht seinen Prinzipien. Ständig. Dass Harry nun im Juli 2021 ankündigt, Ende 2022 seine Memoiren zu veröffentlichen, bringt keine Ruhe in sein Leben, sondern bewirkt genau das Gegenteil. Es ist kein Wunder, dass seither internationale Medien über den Inhalt des Buches spekulieren. Es ist kein Wunder, dass die Royal Family von Harrys Plänen alles andere als begeistert ist. Und es ist auch kein Wunder, dass Prinz Harry in den kommenden Wochen und Monaten in dutzenden Coverstorys die Hauptrolle spielen wird. Das alles war vorhersehbar, Harry hat bewusst diesen Weg gewählt.

OPRAH-Interview: Analyse Teil 2

Und das ist erst der Anfang. Sobald die erste Auflage von Harrys Memoiren über die Ladentheke geht, wird der Staub, den er in den vergangenen Monaten aufgewirbelt hat, zu einem Tornado. Die Geschichten werden die Nachrichten beherrschen, die ganze Welt wird sich an den "Höhen und Tiefen, den Fehlern und gelernten Lektionen" aus Harrys Leben ergötzen. Ist es das, was Prinz Harry unter Privatsphäre versteht? Oder steckt hinter all den Enthüllungen nur sein gekränkter Stolz, den er mit subtilem Nachtreten versucht zu heilen?

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