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Prinovis-Druckerei in Itzehoe soll geschlossen werden

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Itzehoe (dapd). Europas größtes Tiefdruckunternehmen Prinovis will sein Werk im schleswig-holsteinischen Itzehoe 2014 schließen. Damit droht das Aus für rund 1.000 Arbeitsplätze in der strukturschwachen Region nordwestlich von Hamburg. Prinovis-Chef Bertram Stausberg begründete die Entscheidung am Mittwoch mit den Überkapazitäten auf dem europäischen Druckmarkt.

Bei Arbeitnehmern und Gewerkschaften stießen die Pläne der Bertelsmann-Tochter auf scharfe Kritik. Der stellvertretende Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Franz Werneke, sprach von einer sozialen Katastrophe für die Region. Die Beschäftigten und ihre Familien würden "zum Opfer einer unverantwortlichen Unternehmensstrategie". Wenn das Bertelsmann-Management glaube, es könne den Standort einfach abwickeln, habe es die Rechnung ohne die Menschen gemacht.

In der Firma Prinovis haben Bertelsmann und Axel Springer (Berlin: SPR.BE - Nachrichten) schon vor Jahren ihr Tiefdruckgeschäft gebündelt. Mehrheitseigentümer ist Bertelsmann. Das Unternehmen kämpft seit Jahren mit Absatzrückgängen. Denn durch das Internet sinken nicht nur die Auflagen vieler Zeitschriften, auch klassische Versandhäuser wie Quelle oder Neckermann, die früher mit ihren Katalogen große Auftraggeber waren, sind vom Markt verschwunden.

Zwtl.: Einsparungen von 20 Millionen Euro erwartet

Bei den vier deutschen Prinovis-Standorten habe dies zu einer dauerhaften Unterauslastung mit deutlichen Folgen für die Profitabilität geführt, betonte das Unternehmen. Prinovis habe deshalb beschlossen, einen Standort stillzulegen. Dadurch seien nachhaltige Einsparungen in Höhe von rund 20 Millionen Euro möglich.

Die Wahl sei auf Itzehoe gefallen, weil der Betrieb die mit deutlichem Abstand höchsten Stückkosten aller Prinovis-Standorte aufweise. "Die Entscheidung, den Standort Itzehoe und damit eine der großen deutschen Traditionsdruckereien schließen zu wollen, ist uns sehr schwer gefallen", sagte Stausberg. Doch müsse das Management das Wohl der gesamten Gruppe im Auge haben. Mit der geplanten Schließung wolle das Management die Zukunft der verbleibenden Druckereien und damit der gesamten Prinovis-Gruppe gewährleisten.

Erste Spekulationen über eine Schließung des Standorts, an dem unter anderem das Magazin "Stern" gedruckt wird, hatte es schon im Herbst vergangenen Jahres gegeben.

Vor einigen Jahren hatte Prinovis wegen der Marktmisere bereits eine Druckerei in Darmstadt geschlossen. Betroffen waren damals rund 300 Arbeitsplätze.

dapd

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